Mitbewohner von Rave-Opfer Maria (†22)
«Ihr Nachname hatte ihr in Italien Probleme bereitet»
Maria S. (†22) fand in Aarau ihr Glück – bis sie bei einer Techno-Party in der Nacht auf Sonntag erschossen wurde. Ein 43-jähriger Schweizer wurde verhaftet. Ihr Mitbewohner ringt mit dem Verlust: «Ich habe stundenlang geweint.»
Publiziert: vor 26 Minuten
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Aktualisiert: vor 8 Minuten
Darum gehts
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- Maria S. (22) bei Techno-Party in Aarau erschossen, Täter verhaftet
- Mitbewohner Christopher holte sie aus Italien für ein besseres Leben
- 43-jähriger Schweizer unter Verdacht
Mattia JutzelerRedaktor News
Christopher D.* hat das Geschehene noch nicht verarbeitet. «Was passiert ist, ist eine zu grosse Ungerechtigkeit. Sie hätte nicht so sterben dürfen», sagt der 30-Jährige der italienischen Zeitung «La Repubblica».
Christopher D. war der Mitbewohner und zugleich Vermieter von Maria S.* (†22). Die junge Italienerin wurde in der Nacht auf Sonntag beim Angriff auf eine Techno-Party in Aarau erschossen. Am Montagmittag teilte die Kantonspolizei Aargau mit, einen 43-jährigen Schweizer unter dringendem Tatverdacht verhaftet zu haben.
Christopher D., selbst gebürtiger Italiener, bezeichnet sich als den «engsten Vertrauten» des Opfers. «Sie war wie eine Schwester für mich.» Er war es, der Maria in die Schweiz geholt hat, damit sie sich hier ein besseres Leben aufbauen kann.
Probleme wegen dem Nachnamen
Die beiden hätten sich seit sieben Jahren gekannt. «Wir hatten uns am Meer kennengelernt, in unserer Gegend bei Pescara», erzählt Christopher D. Maria hätte es in Italien nicht leicht gehabt. «Ihr Nachname hatte kein gutes Ansehen, das hatte ihr einige Probleme bereitet.» Was genau das für Probleme waren und inwiefern diese mit ihrem Nachnamen in Verbindung standen, lässt Christopher D. offen. Maria stammte aus einer Familie mit Roma-Wurzeln.
«Ich hatte sie eingeladen. Sie zog zu mir nach Aarau. Maria kam mit dem starken Wunsch in die Schweiz, etwas zu verändern», fährt der 30-Jährige fort. «Es war das erste Mal, dass ich sie hier glücklich sah. Sie kaufte sich sogar ein Auto von ihrem eigenen Geld. In Italien hätte sie davon nicht einmal zu träumen gewagt.»
«Ich habe stundenlang geweint»
Als der Angriff in der Nacht auf Sonntag passierte, war D. nicht in der Schweiz. Besuche führten ihn an diesem Wochenende nach Italien. «Samstagnacht sass ich im Auto auf dem Rückweg nach Pescara, als ich den Anruf erhielt, was passiert war», schildert er «La Repubblica».
Der Tod seiner Mieterin und Freundin liege ihm noch immer schwer auf dem Herzen. «Ausgerechnet in dieser Samstagnacht war ich nicht bei ihr. Ich habe stundenlang geweint. Ich weiss gar nicht, wie ich es geschafft habe, nach Hause zu kommen.»
* Namen bekannt