Mitte August Sonnenfinsternis im Saarland – extrem seltenes Himmelsspektakel, das viele nur einmal erleben
Am 12. August findet ein extrem seltenes Himmelsereignis statt: Eine Sonnenfinsternis. Die Sonne wird fast vollständig vom Mond bedeckt sein. Was man zum größten Himmelsereignis seit 1999 im Saarland wissen muss.
26.07.2026 , 12:24 Uhr
Das Saarland gehört zu den Regionen in Deutschland, in denen die Sonnenfinsternis besonders eindrucksvoll zu erleben ist.
Foto: picture alliance/dpa/AP/Julio Cortez
Es ist das größte Himmelsereignis seit der Sonnenfinsternis von 1999: Am Mittwoch, dem 12. August 2026, schiebt sich der Mond am frühen Abend vor die Sonne und verdeckt sie über Deutschland zu einem großen Teil. Auch im Saarland kann man das äußerst seltene Himmelsspektakel erleben.
Wann die Sonnenfinsternis im Saarland zu sehen ist
Global handelt es sich um eine totale Sonnenfinsternis. Im Saarland ist sie jedoch nur partiell zu beobachten. Aber: Das Saarland gehört zu den Regionen in Deutschland, in denen die Sonnenfinsternis besonders eindrucksvoll zu erleben ist. Rund 90 Prozent der Sonnenscheibe werden vom Mond verdeckt.
Die Sonnenfinsternis beginnt am Mittwoch, 12. August 2026, gegen 19.18 Uhr mit dem sogenannten „ersten Kontakt": Der Rand der Mondscheibe berührt den Rand der Sonnenscheibe. Ihren Höhepunkt erreicht sie gegen 20.13 Uhr, zu diesem Zeitpunkt ist die Verdunkelung am stärksten.
Die Sonne geht im Saarland kurz nach 21 Uhr unter. Insgesamt dauert das Schauspiel rund eine Stunde und 45 Minuten.
Wo sieht man die Sonnenfinsternis im Saarland am besten?
Die Sonne steht zu diesem Zeitpunkt bereits sehr tief im Nordwesten. Wer die Sonnenfinsternis beobachten möchte, braucht deshalb unbedingt einen freien Blick zum westlichen Horizont, etwa auf einer Anhöhe, einem Aussichtsturm oder einer Fläche ohne störende Gebäude oder Bäume.
Empfohlen wird ein erhöhter Aussichtspunkt, da niedrige Gebäude oder Bäume den Blick auf die tief stehende Sonne sonst versperren können.
Besonders geeignete Standorte im Saarland sind zum Beispiel:
- Saarschleife bei Mettlach – freier Panoramablick nach Westen
- Baumwipfelpfad im Nationalpark Hunsrück-Hochwald – erhöhter Aussichtspunkt mit weitem Horizont
- Schlossberg in Saarbrücken – freier Blick über die Stadt in Richtung Westen
- Dollberg bei Nonnweiler – einer der höchsten Punkte des Saarlandes mit weiter Rundsicht
Was macht die Sonnenfinsternis 2026 astronomisch besonders?
Global handelt es sich am 12. August 2026 um eine totale Sonnenfinsternis. Die Totalitätszone verläuft jedoch nur auf einem schmalen Streifen über Grönland, Island und Nordspanien. Für Spanien ist es die erste totale Sonnenfinsternis seit 1905. Auf der isländischen Halbinsel Vestfirðir dauert die Totalität bis zu zwei Minuten.
In Deutschland bleibt es bei einer partiellen Sonnenfinsternis. Im Norden werden rund 84 Prozent der Sonnenscheibe verdeckt, im Süden und Südwesten – und damit auch im Saarland – bis zu 90 Prozent.
>Tipp: In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreicht der Sternschnuppenstrom der Perseiden sein jährliches Maximum. Wer nach der Sonnenfinsternis draußen bleibt, erlebt also gleich das nächste Himmelsschauspiel.
Wann kommt die nächste Sonnenfinsternis über Deutschland?
Wer die Sonnenfinsternis am 12. August 2026 verpasst, wird lange warten müssen. Eine totale Sonnenfinsternis ist über deutschem Boden erst wieder am 3. September 2081 zu sehen, dann zieht die Totalitätszone über die Bodensee-Region. Eine weitere folgt erst am 7. Oktober 2135.
Der 12. August 2026 ist damit für die meisten Menschen die einzige realistische Chance, in Deutschland eine Sonnenfinsternis dieser Größenordnung zu erleben.
Die nächste partielle Sonnenfinsternis über Deutschland ist am 2. August 2027 zu sehen. Dann deckt der Mond die Sonne allerdings nur zu etwa 20 Prozent ab.
Wie schützt man die Augen bei der Sonnenfinsternis?
Auch wenn 90 Prozent der Sonne bedeckt sind, ist das verbleibende Licht noch immer stark genug, um die Netzhaut dauerhaft zu schädigen – schmerzfrei und unbemerkt. Ein ungeschützter Blick in die Sonne ist zu keinem Zeitpunkt der partiellen Finsternis erlaubt.
Das sollten Beobachterinnen und Beobachter wissen:
- Nur zertifizierte Sonnenfinsternisbrillen mit dem Aufdruck ISO 12312-2 bieten ausreichenden Schutz.
- Normale Sonnenbrillen, Röntgenfilme oder selbst gebastelte Lösungen sind nicht geeignet – sie schützen nicht vor Netzhautschäden.
- Auch beim Fotografieren oder Filmen gilt: Nur mit geeignetem Sonnenfilter auf dem Objektiv arbeiten.
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt ausschließlich Brillen mit der Kennzeichnung ISO 12312-2.
Wie fotografiert man die Sonnenfinsternis richtig?
Wer die Finsternis fotografisch festhalten will, sollte sich laut NASA bereits vor dem 12. August mit den manuellen Einstellungen der eigenen Kamera vertraut machen – insbesondere mit Fokus und Belichtung.
Die NASA empfiehlt für die Aufnahme:
- Sonnenfilter auf das Objektiv aufsetzen – Pflicht für die gesamte partielle Phase.
- Blende zwischen f/8 und f/16 wählen.
- Verschlusszeit zwischen 1/1000 und 1/4 Sekunde testen.
- Stativ und Selbst- oder Fernauslöser verwenden, um Verwacklungen zu vermeiden.
-
Saarbrücken
-
Leben
-
Wissen
-
Zur Startseite