Moderna-Aktie explodiert um 177 Prozent – die größten Gewinner und Verlierer der Börsenwoche

Stand: 21.08.2026, 14:28 Uhr

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Moderna springt um 177 Prozent

Moderna springt um 177 Prozent. © IMAGO/Andre M. Chang

Moderna springt nach Studiendaten um 177 Prozent, Marvell profitiert von einem Google-Deal, Infineon fällt ohne Nachrichten: Gewinner und Verlierer der Börsenwoche 34/2026 mit Coinbase, Walmart und Nebius.

Mit einem Kurssprung von zeitweise fast 177 Prozent nach positiven Studiendaten zu einem Krebsimpfstoff ist Moderna der auffälligste Wert der Tops und Flops der Börsenwoche 34/2026. Coinbase Global profitierte von der Bitcoin-Rallye, Marvell von einem ausgeweiteten Chip-Deal mit Google. Auf der Verliererseite braucht es dagegen gar keine Nachrichten: Infineon rutschte ab, obwohl aus dem Unternehmen nichts Neues kam. Walmart und Nebius kämpften unterdessen mit hausgemachten Themen – ein gesenkter Ausblick hier, eine Kapitalaufnahme über Wandelanleihen nach starker Vorwoche dort.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit BÖRSE am Sonntag.

Die Tops und Flops der Börsenwoche 34/2026 im Überblick

  • Coinbase Global (COIN): Profitiert von Bitcoin-Rallye auf zeitweise fast 76.000 US-Dollar nach Eingriff des US-Finanzministeriums.
  • Moderna (MRNA): Kurssprung von zeitweise fast 177 Prozent nach positiven Studiendaten zu Krebsimpfstoff.
  • Marvell Technology (MRVL): Seit Korrekturtief Ende Juli mehr als 50 Prozent im Plus, ausgeweitete Chip-Kooperation mit Google.
  • Infineon (IFX): Größter Wochenverlierer im DAX mit mehr als 10 Prozent Kursminus ganz ohne neue Nachrichten.
  • Walmart (WMT): Vergleichbare US-Umsätze verfehlen Erwartungen, Gewinnziel für Gesamtjahr gesenkt.
  • Nebius (NBIS): Kursminus von mehr als 20 Prozent nach starker Vorwoche, Ausgabe von Wandelanleihen über 5 Milliarden US-Dollar.

+++ Tops der Börsenwoche 34/2026 +++

Coinbase Global profitierte von der kräftigen Bitcoin-Rallye, während Moderna nach überzeugenden Studiendaten zu seinem mRNA-Krebsimpfstoff zeitweise um fast 177 Prozent zulegte. Die Marvell-Aktie trotzte unterdessen der Schwäche im Halbleitersektor dank einer ausgeweiteten Chip-Kooperation mit Google.

Coinbase Global profitiert kräftig von Bitcoin-Rallye

Der Bitcoin hat in der vergangenen Woche kräftig zugelegt. Zum Wochenauftakt noch unter der Marke von 64.000 US-Dollar, kletterte er bis zuletzt auf fast 76.000 US-Dollar. Rückenwind gab es von der überraschenden Entscheidung des US-Finanzministeriums, die geplanten Rückkäufe von langlaufenden Staatsanleihen auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar pro Transaktion zu verdoppeln. Diese Eingriffe dienen dazu, das Zinsumfeld in den USA zu drücken, was auch zu einem schwächeren US-Dollar führt. Gleichzeitig wird damit die Erwartung eines stärkeren Kaufkraftverlustes geschürt. Entsprechend zogen Edelmetalle sowie Kryptowährungen kräftig an. Dabei hat wie bei Bitcoin auch die verstärkte Schließung von Short-Positionen zu einer Beschleunigung geführt. Das sorgte bei kryptowährungsbezogenen Aktien für kräftige Anstiege, wie etwa bei Coinbase Global (ISIN: US19260Q1076, Symbol: COIN).

Brian Armstrong, der Firmenlenker der Kryptobörse, zeigte sich zudem am Donnerstag zuversichtlich, dass der „Clarity Act“ verabschiedet wird, wenn er am 15. September im Plenum des Senats zur Abstimmung kommt. Mit dem „Clarity Act“ soll ein einheitlicher Regulierungsrahmen für den Kryptomarkt geschaffen und damit Rechtsunsicherheiten beendet werden. Er gilt damit als potenzieller positiver Katalysator für den Kryptosektor, weil er beispielsweise großen Banken und Fonds den rechtssicheren Einstieg und Investitionen erleichtert.

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Moderna mit Kurssprung nach positiven Studiendaten

Zu den stärksten Sektoren der vergangenen Wochen am US-Aktienmarkt gehört der Gesundheitssektor. Diese Entwicklung setzte sich in der vergangenen Woche fort. Der Health Care Select Sector Index markierte dabei weitere Rekorde. Eine besonders kräftige Bewegung bei den Einzeltiteln zeigte dabei der Biotechkonzern Moderna (ISIN: US60770K1079, Symbol: MRNA). Die Aktie war am Mittwoch um fast 177 Prozent im Vergleich zum Vortag in die Höhe geschnellt, gab am Donnerstag aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Wir reden hierbei nicht von einem Penny-Stock, sondern von einem Wert mit einer Marktkapitalisierung von aktuell rund 70 Milliarden US-Dollar.

Auslöser für den massiven Kurssprung waren positive Studiendaten. Moderna und sein Partner Merck (ISIN: US58933Y1055, Symbol: MRK) gaben bekannt, dass eine Phase-3-Studie ihres personalisierten mRNA-Krebsimpfstoffs in Kombination mit Mercks Keytruda das Risiko eines Melanom-Rezidivs und von Metastasen erfolgreich gesenkt hat. Derartige Onkologieprogramme sind Teil der Unternehmensstrategie, um weitere mRNA-basierte Produkte auf den Markt zu bringen. Bislang ist der Biotechnologiekonzern vor allem für seine COVID-19-Impfstoffe wie Spikevax und mNEXSPIKE sowie den RSV-Impfstoff mRESVIA bekannt.

Marvell trotzt Schwäche im Halbleitersektor

Der Halbleitersektor schwächelte in der vergangenen Woche zwar etwas, wie der Rückgang des PHLX Semiconductor Sector (SOX) zeigt. Gegen den negativen Trend konnte sich jedoch das Indexmitglied Marvell Technology (ISIN: US5738741041, Symbol: MRVL) stemmen, das zudem zu den größten Gewinnern im NASDAQ-100 gehörte. Die Aktie setzte damit ihre Erholung fort, die sich seit dem Korrekturtief Ende Juli gebildet hat. Seither hat der Kurs um mehr als 50 Prozent zugelegt.

Rückenwind gab es in der vergangenen Woche von einer neuen Vereinbarung mit der Alphabet-Tochter Google (ISIN: US02079K3059). Beide haben ihre Zusammenarbeit bei kundenspezifischen Chips für Googles KI-Infrastruktur deutlich ausgeweitet. Marvell entwickelt und liefert unter anderem KI-Beschleuniger sowie Netzwerk-, Speicher- und Memory-Controller. Im Gegenzug erhielt Google Optionsrechte zum Erwerb von bis zu 58,97 Millionen Marvell-Aktien zu 206,58 US-Dollar je Aktie. Rund 1,36 Millionen dieser Optionsrechte werden im ersten Jahr der Vereinbarung in gleichen vierteljährlichen Raten freigegeben. Die übrigen Optionsrechte sind vom dritten Quartal des Geschäftsjahres 2027 bis zum Ende des Geschäftsjahres 2033 an Googles Bestellungen gekoppelt und auf 240 gleiche Tranchen verteilt. Für jeweils 500 Millionen US-Dollar Umsatz mit kundenspezifischen Produkten wird eine dieser Tranchen wirksam. Dies entspricht einem möglichen Umsatzvolumen von bis zu 120 Milliarden US-Dollar.

+++ Flops der Börsenwoche 34/2026 +++

Infineon geriet ganz ohne neue Unternehmensnachrichten unter Druck, während Walmart trotz eines besser als erwarteten Ergebnisses je Aktie mit einem gesenkten Jahresausblick enttäuschte. Die Nebius-Aktie gab nach ihrer starken Vorwoche einen Teil der Kursgewinne wieder ab, nachdem das Unternehmen frisches Kapital über Wandelanleihen aufnahm.

Infineon fällt bei Gewinnmitnahmen im Halbleitersektor

Bei den weltweiten Halbleiterwerten setzten in der vergangenen Woche nach einem positiven Auftakt Gewinnmitnahmen ein. Davon in Mitleidenschaft gezogen wurde auch Deutschlands größter Branchenvertreter Infineon Technologies (ISIN: DE0006231004, Symbol: IFX). Ohne neue Unternehmensnachrichten war die Aktie mit mehr als 10 Prozent der größte Verlierer aus dem DAX. Allerdings bleibt sie mit Blick auf die bisherige Jahresperformance weiterhin an der Spitze im deutschen Leitindex.

Charttechnisch betrachtet war die Infineon-Aktie beinahe bis zu ihrem markanten Korrekturtief von Ende Juli bei 54,06 Euro zurückgefallen, zeigte kurz zuvor aber eine kleine Gegenbewegung nach oben. Sollte das Tief dennoch verletzt werden, würde dies den übergeordneten Abwärtstrend bestätigen, der sich seit dem Mehrjahreshoch von Anfang Juni bei 88,46 Euro gebildet hat. Aktuell liegt der Kurs rund 37 Prozent unter diesem Niveau, was die hohe Volatilität der Aktie verdeutlicht.

Walmart enttäuscht mit gesenktem Jahresausblick

Der US-Einzelhändler Walmart (ISIN: US9311421039, Symbol: WMT) gehörte in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern unter den US-Schwergewichten. Eine besonders negative Reaktion folgte auf die am Donnerstag vorgelegte Bilanz für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 (bis Ende Januar). Die vergleichbaren Umsätze in den USA stiegen zwar, verfehlten jedoch die Erwartungen. Das wog offenbar schwerer als das besser als erwartete bereinigte Ergebnis je Aktie. Außerdem senkte der Vorstand sein Gewinnziel für das Gesamtjahr. Während der Telefonkonferenz zur Ergebnisbekanntgabe erklärte der Vorstand, dass der unter den Konsensprognosen liegende Ausblick die anhaltende Priorisierung der verbleibenden Zollrückerstattungen sowie der Investitionen in das Kundenerlebnis und die Preisgestaltung in der zweiten Jahreshälfte widerspiegele.

Mit dem kräftigen Kursrückgang hat die WMT-Aktie ihre Erholung seit dem Korrekturtief im Juli wieder komplett zunichtegemacht und mit einem neuen Verlaufstief den übergeordneten Abwärtstrend bestätigt.

Nebius-Aktie unter Druck nach kräftigen Kursgewinnen

In der Vorwoche gehörte die Aktie der niederländischen Nebius Group (ISIN: NL0009805522, Symbol: NBIS) noch zu den größten Gewinnern aus dem NASDAQ-100. An den vergangenen Handelstagen fiel der Kurs nun wieder ein gutes Stück zurück, sodass das NBIS-Papier mit einem Verlust von mehr als 20 Prozent die Verliererliste im Technologieindex anführt. Diese starke Bewegung verdeutlicht einmal mehr die hohe Volatilität.

Nachdem das auf KI-Infrastruktur spezialisierte Cloud-Unternehmen in der Vorwoche bei Vorlage seiner Quartalszahlen angekündigt hatte, weiter kräftig in den Ausbau seiner Rechenkapazitäten zu investieren, sammelt es nun weiteres Kapital dafür ein. Nebius hat zwei vorrangige Wandelanleihen im Wert von zusammen 5 Milliarden US-Dollar zum Kauf angeboten. Die Abwicklung ist für den 24. August 2026 vorgesehen. Fällig sind sie 2030 und 2034 und mit Kupons von 0,50 Prozent und 4,50 Prozent sowie mit anfänglichen Wandlungspreisen von 313,46 und 324,65 US-Dollar pro Aktie ausgestattet.

Das Unternehmen plant, den Erlös für den Ausbau seines KI-Cloud-Geschäfts zu verwenden, einschließlich des Baus und der Erweiterung von Rechenzentren, des Erwerbs von GPUs und anderer wichtiger Komponenten. Nebius gehört zu den sogenannten Necloud-Anbietern, die KI-Entwicklern, Start-ups, Forschungsteams und Unternehmenskunden Rechenkapazitäten zur Verfügung stellen.