Am 17. September erscheint wieder mal ein neues Reboot zu Resident Evil in den Kinos. Der Film von Weapons-Regisseur Zach Cregger möchte sich zwar an Capcoms Spielen orientieren, erzählt aber eine eigene Geschichte innerhalb der bekannten Welt. Kurz vor dem Kinostart deutet jetzt neues Material an, wie frei Cregger dabei möglicherweise mit der Vorlage umgeht.
In einem neuen TV-Spot wird nämlich die von Austin Abrams gespielte Hauptfigur von einem mutierten Hund angegriffen. So weit, so Resident Evil. Auffällig sind allerdings die Tentakel, die plötzlich aus dem Maul des Tieres schießen. Denn die erinnern verdächtig an einen Gegner, der zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch gar nichts in Raccoon City verloren hätte.
Was macht ein Resident-Evil-4-Gegner in Raccoon City?
Mutierte Hunde gehören praktisch seit Beginn zur Resident-Evil-Reihe. Schon im ersten Teil sorgten die sogenannten Cerberus für einen der bekanntesten Schreckmomente des Spiels.
Der Hund aus dem neuen Film erinnert allerdings stärker an die Colmillos aus Resident Evil 4. Diese Tiere sind mit Las Plagas infiziert und können wie der Hund aus dem Film ebenfalls Tentakel aus ihrem Körper wachsen lassen.
Colmillos sind Gegner aus Resident Evil 4, die von den Las Plagas Parasiten befallen wurden.
Ganz identisch sind sie allerdings nicht. Bei den Colmillos brechen die Parasiten aus dem Rücken hervor, während die Tentakel im Filmausschnitt direkt aus dem Maul kommen. Trotzdem ist die Ähnlichkeit auffällig. Sollte es sich tatsächlich um Las Plagas handeln, würde der Film die bekannte Geschichte ordentlich durcheinanderwirbeln.
Der neue Resident-Evil-Film spielt größtenteils parallel zu den Ereignissen von Resident Evil 2 aus dem Jahr 1998. Zu diesem Zeitpunkt wird Raccoon City von den Folgen des T- und G-Virus heimgesucht. Die Las Plagas Parasiten tauchen in der Spielereihe dagegen erst Jahre später in Resident Evil 4 auf. Dort reist Leon S. Kennedy nach Spanien und trifft erstmals auf Menschen und Tiere, die von den Parasiten befallen wurden.
Sollte der Film Las Plagas tatsächlich schon beim Untergang von Raccoon City einführen, wäre das also keine kleine Abweichung, sondern eine bewusste Neuinterpretation eines ziemlich wichtigen Teils der Resident-Evil-Lore.
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Eine Videospielverfilmung muss nicht jedes Detail kopieren
Das muss allerdings nicht automatisch etwas Schlechtes sein. Dass Filme und Serien ihre Vorlagen verändern, ist schließlich nichts Ungewöhnliches. Der neue Resident-Evil-Film muss nicht exakt dieselbe Geschichte erzählen wie die Spiele und eine Änderung der Lore ist nicht automatisch ein Fehler.
Im Gegenteil: Eine eigenständige Interpretation kann deutlich spannender sein, als bekannte Ereignisse lediglich Szene für Szene nachzustellen. Für uns kommt es deshalb vor allem darauf an, ob solche Veränderungen innerhalb des Films sinnvoll begründet werden. Gerade langjährige Resident-Evil-Fans kennen die Zusammenhänge zwischen Umbrella, den verschiedenen Viren und Las Plagas ziemlich genau. Wenn der Film diese Elemente neu miteinander verbindet, dürfte entsprechend genau hingeschaut werden.
- Der neue Film könnte mit Las Plagas ein zentrales Element aus Resident Evil 4 deutlich früher einführen und damit die bekannte Geschichte von Raccoon City verändern.
- Noch ist unklar, ob der mutierte Hund tatsächlich eine Lore-Änderung ankündigt oder lediglich als Easter Egg für Fans von Resident Evil 4 gedacht ist.
- Entscheidend für die Qualität des Films wird sein, ob Abweichungen von der Vorlage innerhalb der neuen Filmhandlung nachvollziehbar erklärt werden.
Cregger hat bereits erklärt, dass Resident Evil 4 eine wichtige Inspiration für seinen Film war und Fans mit zahlreichen Easter Eggs rechnen können. Vielleicht soll der mutierte Hund deshalb überhaupt nicht bedeuten, dass Las Plagas plötzlich in Raccoon City unterwegs sind.
Möglicherweise handelt es sich lediglich um eine visuelle Anspielung auf die Colmillos. Aber auch damit müsste der Film unserer Meinung nach etwas vorsichtig sein. Easter Eggs gehören zwar mittlerweile fast schon zum Pflichtprogramm guter Videospielverfilmungen und können für Fans enorm viel Spaß machen. Im besten Fall fügen sie sich aber natürlich in die Welt ein und existieren nicht ausschließlich. Was wäre euch lieber: Soll sich der neue Resident-Evil-Film möglichst eng an die bekannte Lore halten oder darf Cregger Viren, Parasiten und Ereignisse für seine eigene Version ruhig neu zusammenwürfeln?