Im vergangenen Jahr hatte eine Falcon-9-Rakete von SpaceX zwei Lander zum Mond gebracht. Jetzt wird ein Teil der Rakete ungeplant auf dem Mond einschlagen – aber wird der Aufprall sichtbar sein?

Die zweite Stufe einer im Januar 2025 gestarteten Falcon-9 wird am 5. August 2026 um 8:35 Uhr auf dem Mond einschlagen. Unklar ist, ob von dem Einschlag etwas zu sehen sein wird.
Rund anderthalb Jahre nach ihrem Start könnte ein Teil einer SpaceX-Rakete Wissenschaftlern zufolge ungeplant auf dem Mond aufschlagen. Der Aufschlag sei am Mittwoch für 8:35 Uhr MESZ berechnet worden, hieß es unter anderem von dem US-Astronomen Bill Gray und der US-Raumfahrtbehörde NASA. Es handele sich dabei um die Oberstufe der Rakete Falcon 9 vom privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk, mit der im Januar 2025 zwei Lander zum Mond gestartet waren.
Ob der Aufschlag von der Erde aus sichtbar sein werde, sei noch unklar. »Ich denke, er wird sehr, sehr schwer zu sehen sein, wenn nicht unmöglich«, sagte William Cooke, ein Manager der US-Raumfahrtbehörde NASA. Astronom Gray sagte gegenüber der New York Times: »Das Objekt schlägt an einem Punkt ein, an dem es zumindest ein bisschen Hoffnung gibt, dass wir es beobachten können.«
Noch unklar, wann und wie ein Aufschlag bestätigt werden könnte
Falls eine Live-Beobachtung nicht möglich ist, könnte es einige Stunden oder sogar Tage dauern, bis ein möglicher Aufschlag bestätigt werden könnte, da dies dann nur beispielsweise mithilfe von Sonden möglich wäre, die Fotos von einem möglicherweise entstandenen Krater zur Erde schicken würden. In ein paar Tagen soll beispielsweise die NASA-Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter über die erwartete Einschlagstelle fliegen.
Die Falcon-9-Rakete war am 15. Januar 2025 mit den Mondlandern Blue Ghost des US-Unternehmens Firefly Aerospace und Hakuto-R2 des japanischen Startups ispace gestartet. Blue Ghost landete rund zwei Monate später auf dem Mond, bei Hakuto-R2 schlug die Landung kurz darauf fehl, der Lander krachte auf den Mond. Die untere Raketenstufe der Falcon-9-Rakete kehrte zur Erde zurück.
SpaceX: Mischung aus Sonnenaktivität und Anziehungskräften
Die oberen Raketenstufen würden bei solchen Missionen häufig planmäßig in der Erdatmosphäre verglühen, sagte SpaceX-Managerin Julianna Scheiman bei einer Pressekonferenz. »Aber für Missionen mit hoher Energie müssen wir ein anderes Manöver durchführen, um sicherzustellen, dass die Oberstufe mit den entsprechenden Regeln und Regularien sicher ist.« Das sei in diesem Fall vorgenommen worden – »und was passiert ist, ist eine Mischung aus Sonnenaktivität und Anziehungskräften, die sie auf einen Weg hin zum Mond gebracht hat«.
Das sei zwar in diesem Fall ungeplant gewesen, grundsätzlich sei ein Aufschlag auf dem Mond aber für eine Entsorgung auch eine anerkannte Option, die eine vorhersagbare, nachverfolgbare und sicherere Herangehensweise an das Ende einer Mission bieten kann, hieß es von der NASA.»Es gibt keine Gefahr für die Erde.« Aus wissenschaftlichen Gründen werde man den Verbleib der Raketenstufe und die Einschlagstelle weiter beobachten.
Vor rund vier Jahren war erstmals eine ungeplante Kollision eines Raketenteils mit dem Mond bekannt geworden. NASA-Wissenschaftler gingen aufgrund von Bildern der Sonde »Lunar Reconnaissance Orbiter« damals davon aus, dass es sich um einen Teil einer alten chinesischen Rakete handelte, wahrscheinlich der Trägerrakete der Mission Chang’e 5-T1, die im Jahr 2014 ins All geschossen worden war. China hatte diese Berichte jedoch zurückgewiesen. Geplante Einschläge ausgedienter Raketenstufen zu Forschungszwecken hat es in der Vergangenheit auf dem Mond schon mehrfach gegeben.