Montag: Chinas Chip-Pläne gegen US-Embargo, Werbereduzierung auf LG-Monitoren

Mit Druck vom Staat, technischem Einfallsreichtum und enormem Kapital bläst China zur Aufholjagd bei KI-Hardware. Huawei hat mit eigenen KI-Prozessoren zuletzt einen wichtigen Schritt gemacht. Doch der Rückstand auf Nvidia bleibt gewaltig. Derweil wird die ungefragt installierte Werbeschleuder von LG-Monitoren nach Nutzerprotesten etwas eingeschränkt. LG reagiert damit offenbar auf Druck von Microsoft. Allerdings schaltet LG wohl nur Anzeigen für Antivirus-Software ab und dürfte eigene Apps in Windows weiter bewerben. In Deutschland fragen sich Paketdienste und Gewerkschaft, wie Paketboten entlastet werden könnten. Nur durch zusätzliches Personal, meint die DHL-Chefin. Die Ampel-Koalition brachte eine Regelung für zwei Boten bei schweren Paketen schon auf den Weg. Doch DHL-Konkurrenten sind dagegen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Seit die USA den Export modernster KI-Prozessoren sowie der zur Chipfertigung benötigten Hochtechnologie drastisch einschränkten, schien Chinas Aufstieg zur globalen Tech-Supermacht ernsthaft gefährdet. Die Führung in Peking reagierte darauf mit einer beispiellosen Mobilmachung der heimischen Industrie. So präsentierte Huawei kürzlich neue Mikrochips für Künstliche Intelligenz und zeichnete eine kühne Vision: Binnen drei Jahren könne China in Schlüsselbereichen der KI-Hardware vollständig unabhängig von den USA werden und dem Marktführer Nvidia die Stirn bieten. Doch die Hardware-Lücke zwischen den USA und China bleibt trotz aller Anstrengungen beträchtlich, sodass es ein weiter Weg ist für Chinas Chip-Offensive: Wie Peking die US-Sanktionen parieren will.

Nachdem die Monitor-Software von LG auf Windows-PCs nach dem Systemstart ungefragt Werbung einblendet, haben der südkoreanische Hersteller und Microsoft auf entsprechende Nutzerproteste reagiert. Nach Angaben Microsofts wird LG zumindest die externe Werbung für Antivirus-Software von McAfee abschalten. Die ebenfalls aufdringliche Bewerbung von LG-Apps, etwa das „LG Calibration Studio“ zur Kalibrierung eines Displays, wird aber wohl fortgesetzt. Microsoft machte dazu keine Angaben. Der südkoreanische Hersteller hat sich bisher gar nicht dazu geäußert. Bislang sind diese Werbeeinblendungen allerdings auf Nordamerika beschränkt. In Europa sind uns bis zu diesem Zeitpunkt keine derartigen Fälle bekannt: LG-Monitore verzichten laut Microsoft künftig auf externe Werbung in Windows.

Es klingt zunächst überraschend: Der Marktführer DHL fordert schärfere gesetzliche Vorgaben für die Paketbranche, schwere Pakete sollten nicht mehr einem einzelnen Boten überlassen werden. „Pakete, die schwerer sind als 23 Kilo, sollten nur noch von zwei Menschen zugestellt werden dürfen“, sagt Nikola Hagleitner, DHL-Vorständin für das deutsche Brief- und Paketgeschäft. Das sollte gesetzlich und für die ganze Branche verbindlich festgeschrieben werden. Hintergrund ist die Gesundheit der Träger. „Wenn nur ein Mensch zustellt, kann das schlecht für den Rücken sein“, erklärt Hagleitner. Im Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland beziehe sich etwa jede dritte Krankmeldung auf Muskel- oder Skelettkrankheiten: DHL will für schwere Pakete branchenweit Zustellung mit zwei Boten.

Mit seinem 2,8 Billionen Parameter großen Open-Weights-Modell Kimi K3 kommt das chinesische Start-up Moonshot AI den High-End-KIs von OpenAI und Anthropic gefährlich nahe. Und zwar so nahe, dass seit der Veröffentlichung des Modells Mitte Juli heftige Diskussionen rund um Öffnung, Neuausrichtung und Regulierung der strategisch wichtigen KI-Branche aufflammen: Vor allem die US-Tech-Unternehmen sind sich, je nach Interessenlage und bereits vorhandener oder nur angestrebter Monopolstellung, recht uneinig, wie man der Konkurrenz aus China begegnen soll. Allen ist gemein: Sie sehen die Bedrohung als real, zumindest für das ein oder andere Geschäftsmodell, und so schnell haben sie damit offenbar nicht gerechnet. Nun gibt es einen offenen Brief: Microsoft, Nvidia & Co. fordern offenes KI-Ökosystem.

Der Bundestag besteht neben dem aus Funk und Fernsehen bekannten früheren Reichstagsgebäude auch aus darum liegenden, meist damit verbundenen Gebäuden. Dort wird an dem gearbeitet, was unser aller Leben besser machen – oder zumindest ein friedliches Zusammenleben ermöglichen soll. „Entscheidend ist, was hinten rauskommt“ – dieser Satz von Helmut Kohl ist gerade bei der Gesetzgebung wichtig. Und wie Gesetze gemacht werden, haben zwar fast alle Bürger der Republik irgendwann einmal im Schulunterricht gelernt. Doch die Realität kennt noch etwas mehr Facetten als das Schaubild der Gesetzgebung. Wir nehmen Sie mit in die Ober- und Unterwelten einer natürlich fiktiven, prototypischen Gesetzgebung auf Bundesebene. Es geht um den Schutz von Gepardenforellen: Wie ein fiktives Gesetz den Bundestag durchläuft.

Auch noch wichtig:

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  • Eigenständig und ungewollt griffen OpenAIs KIs eine bekannte Webseite erfolgreich an. US-Politiker fordern jetzt drastische Maßnahmen: Nach Angriff von OpenAI-KI fordern US-Politiker Kill-Switch für KI-Modelle.
  • Das Debian-Projekt diskutiert über den grundsätzlichen Umgang mit LLM-Nutzung. Die Vorschläge für eine neue Generalresolution reichen von Verbot bis Erlaubnis. Nun stimmt Debian über LLM-Einsatz ab: Vier Wege von Verbot bis Erlaubnis.
  • Pulsar hat eine Noctua-Version der Gamingmaus Feinmann F01 herausgebracht. Ein kleiner Noctua-Lüfter kühlt bei hitzigen Gefechten die Handfläche des Spielers: Maus mit Noctua-Lüfter gegen heiße Hände.
  • SpaceX kann mit seiner Starship-Rakete den nächsten Testflug abhaken. Der erste Startversuch dafür war Mitte Juli gescheitert. Doch im zweiten Startversuch gelingt SpaceX der Starship-Testflug.
  • Claude Code produktiv einsetzen und durch agentische Entwicklung mit Mastra, Tool Calls, MCP, Frontend und AG-UI-Protokoll zum eigenen Chat-Agenten: Claude Code in der Praxis – eigenen KI-Chat-Agenten in fünf Sessions entwickeln.
  • Claude Opus 5 findet Sicherheitslücken ähnlich gut wie Mythos 5, sagt Anthropic. Beim Ausnutzen der Lücken sehe es aber anders aus, so Anthropic: Neues Claude Opus 5 soll Sicherheitslücken auf Mythos-5-Niveau finden.
  • Kulturstaatsminister Wolfram Weimer fordert einen europäischen Kauf von TikTok und kündigt die Einführung einer Plattformabgabe für Streamer noch für 2026 an: Kulturstaatsminister fordert Plattformabgabe und TikTok-Verkauf.
  • Klagen mehrerer US-Bundesstaaten und Drehbuchautoren halten die Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Brothers auf. Der Mega-Deal wird vorerst pausiert: Paramount setzt Warner-Übernahme nach Wettbewerbsklagen aus.
  • Sie verbrachten acht Monate im Weltall. Nun sind zwei russische Kosmonauten und ein US-Astronaut wieder zurück auf der Erde: Drei Raumfahrer von der ISS zurückgekehrt.

(fds)