Wichtige Updates
Moskau meldet 635 abgefangene Drohnen aus der Ukraine
Polen: Abgestürztes Geschoss war russische Rakete
EU erschwert ukrainischen Männern die Flucht vor dem Krieg
Explosion und großer Krater in Polen nach russischen Angriffen auf die Ukraine
Patricia von Thien

Moskau meldet 635 abgefangene Drohnen aus der Ukraine
Die russische Luftabwehr hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau mehr als 600 ukrainische Drohnen abgefangen. In mehr als einem Dutzend Regionen hätten die russischen Streitkräfte in der Nacht zum Sonntag 635 ukrainische Drohnen „abgefangen und zerstört“, teilte das Ministerium im Onlinedienst Telegram mit.
Die Behörden in der Region Saratow im Südwesten Russlands meldeten außerdem, dass bei einem ukrainischen Drohnenangriff zwei Menschen getötet worden seien. Die Region liegt mehr als 700 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Regionalgouverneur Roman Busargin sprach den Familien der Todesopfer im Onlinedienst Telegram sein Beileid aus.
Patricia von Thien

Jonas Stein

Selenskyj ruft erneut nach Patriot-Raketen
Nach den jüngsten russischen Raketenangriffen auf Kiew bittet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut um dringende Lieferung von Patriot-Flugabwehrraketen. „Wir brauchen Antworten auf diesen russischen Terror, echte Antworten von der Welt“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Die einzig gerechte Antwort wäre ihm zufolge die Unterstützung für Kiew bei der Abwehr russischer Raketenangriffe.
„Raketen für die ,Patriots' gibt es weltweit, und es ist wichtig, dass unsere Partner diese politische Entscheidung treffen – die Entscheidung, die notwendigen Lieferungen zu übermitteln“, sagte Selenskyj weiter. Die USA und auch Europa wüssten, was die Ukraine dringend benötige. „Raketen zur Abwehr ballistischer Raketen sollen Menschen schützen und nicht in Lagern liegen bleiben“, so der Präsident. Jeder weitere Tag ohne diese Hilfe sei eine Gelegenheit für Russland, Menschen in der Ukraine zu töten.
Russland hat laut Selenskyj in der Nacht zum Samstag mit 35 Raketen und Marschflugkörpern, darunter 27 ballistische Raketen, sowie 185 Drohnen angegriffen. Nur eine einzige ballistische Rakete sei abgefangen worden, einfach weil es keine Raketen für Patriot-Systeme gebe, schrieb er in sozialen Medien. Patriot-Raketen gelten als wirksamste Abwehr gegen ballistische Raketen.
Jonas Stein

Selenskyj: Schiff im Asowschen Meer versenkt
Infolge eines ukrainischen Angriffs ist im Asowschen Meer ein russisches Schiff gesunken. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb bei Telegram von Attacken im Schwarzen und im Asowschen Meer. Details nannte er zu einem Schiff, das eine Ladekapazität von 100.000 Tonnen habe, unter russischer Flagge unterwegs gewesen sei und „dank der Treffsicherheit“ ukrainischer Streitkräfte gesunken sei.
Von russischer Seite bestätigte der staatliche Atomkonzern Rosatom den Untergang des Schiffs. Es gehört demnach zu dem mit EU-Sanktionen belegten Logistikunternehmen FESCO, das wiederum zu Rosatom gehört. Das Schiff sei mit zwei Drohnen mehr als 200 Kilometer vor Noworossijsk angegriffen worden.
„Das war ein ganz gewöhnliches, ziviles Containerschiff, das in internationalen Gewässern zivile Güter transportierte“, wird Rosatom-Chef Alexej Lichatschow zitiert. Er warf Kiew Piratentum und Seeräuberei vor. Die 17 Besatzungsmitglieder seien von einem anderen Schiff und Marinefliegern der russischen Schwarzmeerflotte gerettet worden.
Selenskyj gab auch an, dass Infrastruktur von drei Raffinerien in der russischen Teilrepublik Baschkortostan getroffen worden sei. Republik-Chef Radi Chabirow teilte bei Telegram mit, dass Trümmerteile einer abgeschossenen ukrainischen Drohne in ein Industriegebiet in Ufa gestürzt seien. Er sprach von Rauchbildung in der Folge, Verletzte gebe es nicht.
Jonas Stein

Mindestens zehn Tote bei neuen russischen Raketenangriffen auf Kiew
Die russische Armee hat Kiew erneut massiv aus der Luft angegriffen - dabei wurden nach ukrainischen Angaben in der Nacht zum Samstag mindestens zehn Menschen in der Hauptstadtregion getötet und mehr als 30 weitere verletzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Luftabwehr habe nur eine der 27 auf Kiew abgefeuerten ballistischen Raketen abfangen können. US-Präsident Donald Trump hatte sich zuvor zurückhaltend zur möglichen Herstellung von Patriot-Abfangraketen in der Ukraine geäußert.
Nach Angaben des staatlichen ukrainischen Rettungsdienstes griff die russische Armee fünf Bezirke von Kiew mit Raketen an. Neun Menschen wurden laut den Behörden innerhalb der Hauptstadt getötet und rund 30 weitere verletzt. In der Umgebung von Kiew wurde demnach ein weiterer Mensch getötet und drei andere verletzt.
Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete im Onlinedienst Telegram von „Explosionen in der Stadt“. Die Bewohner forderte er auf, in den Schutzräumen zu bleiben. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten nacheinander mehr als zehn Explosionen. Die Wucht der Detonationen ließ zahlreiche Autoalarmanlagen anspringen. Auch die Botschaft Litauens wurde nach litauischen Angaben beschädigt.
Anwohner berichteten von Verwüstung durch die Angriffe. „Alles war zertrümmert, die Fenster, alles“, sagte die 75-jährige Kateryna Krawtschenko AFP mit Blick auf ihre Wohnung. „Ich kann kaum stehen. Ich weiß nicht, wie ich das alles durchstehen soll.“ Die 46-jährige Oksana sagte, sie plane Kiew zu verlassen. „Nach so etwas kann man hier nicht bleiben“, sagte sie AFP. „Was garantiert mir, dass es nicht wieder passiert?“
Tobias Köberlein
Polen: Abgestürztes Geschoss war russische Rakete
Bei einer über Polen abgestürzten Rakete handelt es sich nach Angaben der Regierung in Warschau tatsächlich um einen russischen Marschflugkörper. "Ich habe mit dem Einsatzleiter, General Ireneusz Nowak, gesprochen, und wir können mit voller Verantwortung bestätigen, dass es sich um eine russische Ch-101-Rakete handelt", sagte Vizeverteidigungsminister Cezary Tomczyk am Donnerstagabend dem Radiosender Rmf.fm. Dies sei ein Marschflugkörper, der potenziell sehr gefährlich sei und auch Atomsprengköpfe transportieren könne. Die Rakete sei beim Aufprall explodiert.
Am Donnerstag war während schwerer russischer Luftangriffe auf die Ukraine ein Flugobjekt in den Luftraum des Nato-Staats Polen eingedrungen und abgestürzt. Der Absturzort auf einem Feld nahe dem Ort Tarnawa Kolonia liegt südlich der Stadt Lublin und 90 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Es gab keine Verletzten.
Tobias Köberlein
Medienbericht: Trump „nicht sicher“ über Patriot-Lizenzen für die Ukraine
US-Präsident Donald Trump ist einem Bericht der britischen „Financial Times“ zufolge „nicht sicher“, ob die US-Regierung der Ukraine Lizenzen für den Bau von Patriot-Luftabwehrraketen erteilen wird. „Wir prüfen das“, sagte Trump der „Financial Times“, wie die Tageszeitung am Donnerstag berichtete. „Es ist eine sehr außergewöhnliche Waffe, und wir müssen ein wenig vorsichtig sein, wem wir eine Lizenz erteilen“, fügte er hinzu.
Nach Angaben der UNO hatte Russland mit ballistischen Raketen im Juni die meisten ukrainischen Zivilisten in einem Monat seit April 2022 getötet. Diese Raketen kann die ukrainische Luftabwehr nur mit Patriot-Systemen aus den USA abfangen, an denen es jedoch mangelt. Diese Situation hat sich seit dem Beginn des Iran-Krieges im Februar noch weiter verschärft.
Trump hatte Anfang Juli bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Rande des Nato-Gipfels in der türkischen Hauptstadt Ankara bekanntgegeben, sein Land werde der Ukraine „das Recht geben, Patriots herzustellen“.
Paulina Cwiartka

Kiew greift Lagerhaus und Raffinerie in Wolgograd an
Ukrainische Drohnen haben in der russischen Millionenstadt Wolgograd ein weiteres Lagerhaus des Online-Händlers Wildberries und eine Ölraffinerie in Brand gesetzt. Gouverneur Andrej Botscharow bestätigte die Einschläge und schrieb auf dem Telegramkanal der Gebietsverwaltung von fünf Verletzten durch die Angriffe.
Neben den Industrieobjekten seien in der Stadt, die früher Stalingrad hieß, auch ein Wohnblock und ein privates Wohnhaus beschädigt worden, schrieb er. Später teilten die Behörden mit, dass wegen der Größe des Feuers zusätzliche Einheiten zu den Löscharbeiten ausgerückt seien. Auch Wildberries selbst bestätigte den Treffer in seinem Lagerhaus.
Jonas Stein

Selenskyj: Russland tötete mit nordkoreanischer Rakete Familie in der Ukraine
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat der russischen Armee vorgeworfen, im Krieg gegen sein Land erstmals seit Langem wieder eine nordkoreanische Rakete eingesetzt zu haben. Der Angriff in Raduschne nahe Krywyj Rih im Zentrum der Ukraine werde noch untersucht, „doch ersten Erkenntnissen zufolge handelt es sich um eine nordkoreanische Waffe“, erklärte Selenskyj am Donnerstag in seiner täglichen Videobotschaft.
Die von der russischen Armee abgefeuerte Rakete traf nach Angaben örtlicher Behörden ein Wohnhaus, in dem sechs Mitglieder einer Familie, drei Erwachsene und drei Kinder, getötet wurden. Selenskyj hatte Russland am Samstag vorgeworfen, 30.000 nordkoreanische Soldaten für den Krieg gegen sein Land angefordert zu haben. Außerdem bereite Nordkorea die Lieferung weiterer Raketenabschussrampen vor.
Jonas Stein

Mindestens neun Tote in der Ukraine bei russischen Angriffen
Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach Behördenangaben am Donnerstag mindestens neun Menschen getötet worden, hieß es am Donnerstagabend. Zuvor wurde von acht Toten berichtet. Vier weitere Menschen wurden ebenfalls tot in den Trümmern eines Wohnhauses vermutet, sagte ein Sprecher der Einsatzkräfte der Nachrichtenagentur AFP. Unter den insgesamt wohl 13 Toten sind den Angaben zufolge sieben Kinder. Im benachbarten Polen schlug offenbar ein russischer Marschflugkörper ein und hinterließ einen Krater. Die Ukraine griff derweil zwei Logistikzentren des russischen Onlineriesen Wildberries mit Drohnen an.
Jonas Stein

Betrug beim Drohnenbau? Moskauer Mayo-Milliardär festgenommen
Wegen Betrugsverdachts beim Drohnenbau hat die russische Justiz Medienberichten zufolge den Milliardär Jewgeni Kustow festgenommen. Mit Kustow sei auch der Generaldirektor seines Lebensmittelkonzerns Efko, Jewgeni Ljaschenko, in Gewahrsam genommen worden, berichtete das Internetportal RBK. Die Vorwürfe drehen sich demnach um einen Staatsauftrag zum Bau von Drohnen, die Russland auch in seinem Angriffskrieg verwendet.
Dem unabhängigen Internetportal «Agentstwo» zufolge geht es um die schwere Transportdrohne C-80, die das russische Militär zur Versorgung seiner Soldaten an der Front im Ukraine-Krieg nutzt. An der Drohne gibt es scharfe Kritik aus Armeekreisen. Verteidigungsminister Andrej Beloussow sagte bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin, die Drohne müsse überarbeitet werden. In dem Fall sitzen bereits mehrere hohe Beamte in Untersuchungshaft, unter anderem eine Abteilungsleiterin des russischen Industrieministeriums. Ihr wird Veruntreuung von Staatsgeldern vorgeworfen.
Jonas Stein

Angriffe auf Ukraine mit Einschlag in Polen: Merz wirft Russland Rücksichtslosigkeit vor
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die massiven russischen Angriffe auf die Ukraine scharf kritisiert. „Viele Zivilisten mussten wieder ihr Leben lassen“, schrieb Merz am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst X. „Der Einschlag in Polen zeugt auch von russischer Rücksichtslosigkeit und Eskalationsbereitschaft“, schrieb er weiter. Der Kanzler versicherte, dass Deutschland „unverbrüchlich“ an der Seite seiner Partner stehe.
Bei neuen russischen Angriffen auf die Ukraine waren zuvor nach Behördenangaben mindestens neun Menschen getötet worden. Mehr als ein Dutzend Menschen wurde zudem verletzt, wie die ukrainischen Behörden mitteilten. Im benachbarten Polen schlug ein Objekt ein, bei dem es sich laut Ministerpräsident Donald Tusk wahrscheinlich um einen russischen Marschflugkörper handelte. Die Nato ließ daraufhin Kampfjets aufsteigen.
Jonas Stein

Russische Rakete in Polens Luftraum alarmiert Nato
Das Eindringen eines russischen Marschflugkörpers in den polnischen Luftraum alarmiert auch die Nato. Generalsekretär Mark Rutte teilte nach einem Gespräch mit Ministerpräsident Donald Tusk mit, das Bündnis stehe in Solidarität mit Polen und werde die Verteidigungsbereitschaft weiter stärken. Der Vorfall sei ein weiterer rücksichtsloser Akt Russlands und eine gefährliche Folge des Krieges gegen die Ukraine.
Der Sprecher des militärischen Nato-Hauptquartiers im belgischen Mons sagte, das Bündnis stehe wegen der Verletzung des polnischen Luftraums in engem Kontakt mit den polnischen Behörden. Auch Oberbefehlshaber Alexus G. Grynkewich sei involviert. Er habe mit dem polnischen Generalstabschef Wiesław Kukuła gesprochen.
Nach Angaben von Sprecher Martin O'Donnell hatten sowohl Polen als auch die Nato als Reaktion auf das Eindringen der Rakete Luft- und Bodenverteidigungsfähigkeiten aktiviert. So seien unter anderem zwei polnische Kampfjets vom Typ F-16, ein Nato-Tankflugzeug vom Typ Airbus A330, ein polnisches Saab-340-Frühwarnflugzeug sowie ein polnischer Hubschrauber vom Typ Mi-24 alarmiert und eingesetzt worden.
Jonas Stein

EU erschwert ukrainischen Männern die Flucht vor dem Krieg
Die EU erschwert ukrainischen Männern die Flucht vor dem Krieg gegen Russland. Wehrfähige Ukrainer profitieren in Deutschland und anderen Mitgliedsländern künftig nicht mehr von vereinfachten Aufnahmeregeln, wie ein Sprecher nach einem entsprechenden Beschluss des Rates der Mitgliedstaaten sagte.
Warum wird die Flucht in die EU erschwert?
Das von Russland angegriffene Land braucht weiter viele Soldaten. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mobilisiert die Ukraine monatlich bis zu 34.000 Mann. Wegen der hohen Zahl von Fahnenflüchtigen kann die Armee ihre Verluste damit jedoch kaum ausgleichen. Nach Auskunft des ehemaligen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow wird nach mehr als zwei Millionen Wehrpflichtigen gefahndet.
Die EU-Kommission folgt nach eigenen Aussagen vor allem einer Bitte der Ukraine, die aber auch Deutschland und andere Mitgliedsländer befürworteten. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner hatte gesagt, das Thema sei ausführlich mit der ukrainischen Seite besprochen worden.
Wer ist betroffen?
Künftig sollen nur noch diejenigen von vereinfachten Aufnahmeregeln profitieren, die ihren Wehrdienst in der Ukraine geleistet haben oder freigestellt sind. Wer in der Ukraine wegen des Krieges hingegen einem Ausreiseverbot unterliegt, soll es in der EU deutlich schwerer haben, Schutz zu bekommen.
Nach den derzeitigen ukrainischen Regeln wären davon besonders wehrfähige Männer zwischen 23 und 60 Jahren betroffen. Ihnen bleibt künftig nur die Möglichkeit eines Asylantrags, sie hätten also deutlich geringere Aussichten auf Schutz und eine Aufenthaltserlaubnis. Ausnahmen von dem ukrainischen Ausreiseverbot – die auch in der EU berücksichtigt werden sollen – gelten für Väter von mindestens drei minderjährigen Kindern oder für diejenigen, die aus gesundheitlichen Gründen vom Wehrdienst freigestellt sind.
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