Mythos Kickers Offenbach - hr-Doku zum 125. Geburtstag

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hr-Doku zum 125-jährigen Jubiläum Der Mythos Kickers Offenbach

Mit Spielen gegen Bayer Leverkusen und den VfB Stuttgart begeht Kickers Offenbach die nächsten Highlights des 125-jährigen Jubiläums. Die OFC-Fans werden in Massen auf den Bieberer Berg strömen. Denn eines haben sie gelernt: Aufgeben ist keine Option.

Der Ort, an dem das OFC-Herz pulsiert: die Waldemar-Klein-Tribüne des Bieberer Bergs.

Der Ort, an dem das OFC-Herz pulsiert: die Waldemar-Klein-Tribüne des Bieberer Bergs. Bild © IMAGO

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"Ich werde nicht aufgeben, niemals": Ein kurzer wie simpler Satz, hinter dem doch so viel mehr stehen kann. Ein Satz, für den Waldemar Klein zeit seines Lebens eintrat, der ihm und einem ganzen Fußballverein als Leitbild durch schwere Zeiten half. Vereinsmitglied, Verwaltungsrat, Vizepräsident, Präsident, Ehrenpräsident. Kaum einer verkörperte Kickers Offenbach so, wie es Klein bis zu seinem Tode vor bald 16 Jahren tat.

Niemals aufgeben – es ist dies etwas, was man beim OFC gelernt hat, gelernt haben muss. Früher wie heute. Und immer wieder zwischendurch. 125 Jahre sind die Offenbacher nun schon alt, gegründet am 27. Mai 1901. Es ist eine Historie voller Erfolge, von deutschen Vizemeisterschaften (1950 und 1959) und einem Pokalsieg (1970 mit 2:1 gegen den 1. FC Köln), von die ganze Stadt in ihren Bann ziehenden Aufstiegen. Gleichzeitig eine voller Rückschläge. Von Lizenzentzügen, Insolvenzen, Zwangs- und sportlichen Abstiegen, auch Skandalen. Fallen und Aufstehen. Siegen und Scheitern. Der Mythos Kickers Offenbach.

hr-Doku über den OFC

Zum Jubiläum blickt der hr-sport auf die erfolgreiche Leidenszeit der Kickers. In einer 20-minütigen Dokumentation kommen Protagonisten von früher und heute zu Wort. Spieler, Manager, Trainer, auch wurde tief im Archiv gekramt – wo sich der Bogen wieder zu Waldemar Klein spannen lässt. Der stand schon immer für seine Kickers ein, wenn es ernst wurde. Oder wie seine Frau, Barbara Klein, im Gespräch sagte: "Er konnte ausflippen."

Ausflippen, wenn er sich und seinen OFC benachteiligt sah. Etwa beim Bundesliga-Skandal 1971 oder dem Lizenzentzug 1989. Er sorgte mit einer persönlichen Bürgschaft mit dafür, dass der OFC am Leben blieb. Als "Mann mit der Sammelbüchse" ist er in OFC-Kreisen bekannt. Ausflippen aber auch, wenn der OFC obenauf war wie bei der Rückkehr in die zweite Liga 1999, "das war in dieser Phase ein Traum für uns", sagte Klein einst.

Testspiele gegen Leverkusen und Stuttgart

Wer heute auf den OFC und die aktuell nicht enden wollende fußballerische Tristesse blickt, dem wird schwerfallen, die Kickers als das einzuordnen, was sie sind. Als wuchtiger Verein voller Tradition. Als lokale und bundesweite Marke. Als Heimat von Legenden, von Leuten wie Hermann Nuber oder Erwin Kostedde, von Rudi Völler oder Dieter Müller. Trotz der nun schon 13 Jahre andauernder Leidenszeit in der Regionalliga, trotz der schmerzhaften Relegationspleite gegen Magdeburg 2015, trotz der auf Misserfolge folgenden Misserfolge strömen wochenends regelmäßig 5.000, 6.000 Zuschauer ins Stadion. Oder mehr.

Am Samstag (15.30 Uhr) bekommt es der OFC mit dem freundschaftlich verbandelten Bayer Leverkusen zu tun, vier Tage später (Mittwoch, 18.30 Uhr) mit dem VfB Stuttgart. Zwei Testkicks, die einerseits angemessen zum Jubiläum die Bedeutung des OFC widerspiegeln, die andererseits aber auch dazu taugen müssen, die mal wieder nicht ganz so gut gefüllten Kassen zu füllen. So ist das bei Kickers Offenbach: nicht aufgeben. Einer ihrer Größten hat's vorgemacht.