Nach dem Terroranschlag auf den Berliner CSD: Potsdam gedenkt am Montag der Opfer

Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD am Samstagabend, bei dem eine Frau getötet und 29 Menschen verletzt wurden, rufen Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) und Potsdams Gleichstellungsbeauftragte Claudia Sprengel gemeinsam mit Regenbogen Potsdam e.V. und Katte e.V. zu einer Gedenkveranstaltung auf. Unter dem Motto „Gemeinsam. Für Vielfalt. Gegen Hass.“ soll am Montag ab 17.30 Uhr auf dem Alten Markt demonstriert werden.

„Ein Tag, der für Vielfalt, Freiheit, Sichtbarkeit und die selbstverständliche Gleichberechtigung queerer Menschen steht, wurde von schrecklicher Gewalt überschattet“, sagten Aubel und Sprengel zu der Gewalttat. Sie sprachen den Opfern und ihren Angehörigen ihr Mitgefühl aus und dankten allen Menschen, die vor Ort geholfen und füreinander Verantwortung übernommen haben.

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Nach dem Terroranschlag auf den CSD versammelten sich bereits am Sonntag viele Menschen zum Gedenken an die Opfer vor dem Brandenburger Tor in Berlin.

© IMAGO/Bernd Elmenthaler/IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler

„Menschen müssen überall frei und ohne Angst leben, lieben und sichtbar sein können“, heißt es im gemeinsamen Statement. Die Stadt Potsdam stehe solidarisch an der Seite der queeren Community in Berlin und überall dort, wo Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität Ausgrenzung, Hass oder Gewalt erfahren.

Gerade nach einem solchen Angriff dürften Angst und Hass nicht bestimmen, wer im öffentlichen Raum sichtbar sein kann. „Unsere Antwort muss Zusammenhalt sein: Wir treten entschieden für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft ein und stellen uns jeder Form von Menschenfeindlichkeit entgegen“, so Aubel und Sprengel.

Bereits am Sonntagnachmittag hatten verschiedene Initiativen, darunter Regebogen Potsdam e.V. der CSD Potsdam, der Landesverband Anderartig und die Evangelische Kirche, zum gemeinsamen Trauern in die Nikolaikirche eingeladen. „Es zerreißt uns das Herz“, hieß es in einem Statement von Anderartig.

Auch der SV Babelsberg 03 verurteilte die Tat und sprach den Opfern sein Mitgefühl aus. „Wir stehen für eine offene, vielfältige und solidarische Gesellschaft. Für uns ist selbstverständlich: Alle Menschen haben die gleichen Rechte – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, geschlechtlichen Identität, Herkunft, Religion oder anderen persönlichen Merkmalen“, hieß es in einem Statement des Vereins.

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Wer Menschen angreife, weil sie für Vielfalt, Gleichberechtigung und ein selbstbestimmtes Leben einstehen, greife die Werte an, die unsere demokratische Gesellschaft ausmachen. „Dem stellen wir uns entschieden entgegen“, hieß es vom Fußballclub.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Innenminister Jan Redmann (CDU) verurteilten den Anschlag ebenfalls. „Ich bin erschüttert. Das war ein menschenverachtender Angriff auf uns alle“, sagte Woidke. Laut Redmann unterstützt die Brandenburger Polizei ihre Berliner Kollegen bei der Fahndung nach dem gesuchten Tatverdächtigen.