Nach der Sturzflut: Sucheinsatz im Zentrum von Katastrophengebiet in Tibet gestoppt

Nach der Sturzflut Sucheinsatz im Zentrum von Katastrophengebiet in Tibet gestoppt

28.08.2026 · 07:06 Uhr

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Nach Sturzflut in Nepal werden noch 1400 Menschen vermisst

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Foto: AP Photo/Niranjan Shrestha/Niranjan Shrestha

Update | Peking · Aus der überschwemmten Region wurden mehr als 1.000 Menschen in Sicherheit gebracht, die Hälfte sind Touristen. China warnte bereits vor neuen Überflutungen – nun wurde der Sucheinsatz im Katastrophengebiet aus Sicherheitsgründen abgebrochen.

Nach der verheerenden Sturzflut im nepalesisch-chinesischen Grenzgebiet ist wegen der Gefahr einer erneuten Überflutung der Rettungseinsatz im Zentrum des Katastrophengebiets in Tibet unterbrochen worden. Ein See, der sich hinter Schlamm- und Geröllmassen aufgestaut habe, beginne, über die Ufer zu treten, berichtete der chinesische Staatssender CCTV am Freitagmorgen. Daher seien alle Rettungsteams inmitten des Katastrophengebiets in der autonomen Region Tibet angewiesen worden, sich einen Kilometer weit zurückzuziehen und auf weitere Anweisungen zu warten.

In der Nacht war in China bereits gewarnt worden, es bestehe ein „hohes Risiko“ für erneute Überflutungen. Der See, der sich durch die Sturzflut hinter einem Wall aus Schlamm und Geröll gebildet habe, könne angesichts anhaltenden Regens in den kommenden drei Tagen auf ein Volumen von rund drei Millionen Kubikmeter anwachsen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf das chinesische Wasserministerium.

Wenn der See über seine Ufer trete, könnten die Wassermassen im Katastrophengebiet weitere Schäden anrichten, hieß es. Dies betreffe auch den chinesisch-nepalesischen Grenzübergang Gyirong und andere Gebiete stromabwärts. Dort arbeiten die Rettungskräfte seit dem Unglück am Mittwoch daran, die durch die Sturzflut unpassierbar gemachte Zufahrt zum freizuräumen. Der Grenzübergang Gyirong ist in der Gebirgsregion einer der Hauptverbindungspunkte zu Nepal für Tourismus und Handel.

469 Tote, 1000 Menschen evakuiert, darunter 555 Touristen

Nach chinesischen Angaben mehr als 1.000 Menschen aus dem Katastrophengebiet in Sicherheit gebracht worden, etwas mehr als die Hälfte sind Touristen. Bislang seien 499 Einwohner sowie 555 Touristen, die in dem Katastrophengebiet festsaßen, ausgeflogen worden, berichtete der staatliche Sender CCTV am Freitag. Zur Nationalität der Geretteten machte er keine Angaben.

Die Zahl der Toten nach der Flutkatastrophe ist unterdessen auf mindestens 469 gestiegen. Der nepalesischen Polizei zufolge wurden 1.545 Menschen gerettet, darunter viele Verletzte. Damit liegt die Gesamtzahl der bestätigten Todesopfer in China und Nepal bei 472, aus der Volksrepublik wurden bisher drei Tote gemeldet. Weiterhin gelten mehr als 1.400 Menschen als vermisst.

Gletscherabbruch führte zu Katastrophe

Eine riesige Sturzflut aus Wasser und Schlamm war am Mittwoch fast 170 Kilometer weit entlang zweier Flüsse durch Nepal gerast und hatte ganze Ortschaften mitgerissen. Ursache war nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS offenbar ein Gletscherabbruch. Auch in Tibet gab es eine Flutwelle.

Die Region Tibet ist gerade in der noch bis September andauernden Monsunzeit Regenfälle gewohnt. Besonders starke Niederschläge könnten jedoch die Arbeit der Rettungskräfte erschweren.

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