Stand: 09.10.2026, 20:15 Uhr
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Die Suche der Polizei nach dem Puma im Notzingermoos geht weiter. Erdinger Unternehmen machen derweil Werbung mit der Raubkatze.
Erding – Zeitung, Fernsehen, Social Media – überall springt einem der Puma entgegen. Seit das Video der vermeintlichen Raubkatze im Erdinger Moos viral geht, nutzen viele Unternehmen aus der Region den Medien-Hype für Werbung – von der Puma-Wurst beim örtlichen Metzger bis zur passenden Felljacke eines Modehauses. In einem Weinlokal genehmigt sich die Raubkatze dank Künstlicher Intelligenz ein Weißbier und ein hungriger Puma mit Breze in der Pfote heimst im Internet über 14.000 Aufrufe ein!

Puma in Erding: Die Suche nach der Raubkatze geht weiter
Im echten Leben geht die Suche nach der Raubkatze weiter. Ein Experte ist sich indes sicher: Der Puma ist schon über alle Berge. „So ein Aufruhr ist für das Tier im Grunde wie eine Treibjagd. Ein Wildtier hat erst mal eher die Tendenz wegzulaufen, als anzugreifen. Ich schätze, dass er in dem Gebiet, wo er gefilmt wurde, längst nicht mehr ist“, sagt Dr. Markus Baur, Leiter der Reptilienauffangstation in München. Die Einrichtung hatte 2022 auf Anfrage der Behörden einen Puma aus dem illegalen Handel aus Osteuropa in Obhut genommen, bevor er in einen Zoo in Österreich gebracht wurde. „Das Tier war in Bayern beschlagnahmt worden.“

Polizei setzt bei der Suche auf Wärmebildkameras
Woher der mögliche Puma im aktuellen Fall stammt? „Es gibt viele Möglichkeiten. Es kann sein, dass das Tier aus den angrenzenden osteuropäischen Ländern herübergekommen und jetzt auf Reviersuche ist. Die leben in der Natur sehr versteckt und können ihre Ressourcen gut kalkulieren“, sagt Baur. Der illegale Handel mit Raubkatzen sei rege, weil lukrativ. „Pumas, Servals, und Karakals sind ganz hoch im Kurs. Es gibt in Osteuropa Zirkusunternehmen, die am Rande des Existenzminimums rumkrebsen und Raubkatzen züchten, um sie dann zu verkaufen.“ Auch der Puma von 2022 sei damals „im Randbereich des Darknets“ als vermeintliches „Kriegsopfer aus der Ukraine“ inseriert worden. Es könne auch sein, dass einem illegalen Transporter die Sache zu heiß geworden ist und er das Tier freigelassen habe. Eine widerrechtliche Haltung in der Region hält Baur nicht für sehr wahrscheinlich – „das wäre wohl irgendwann aufgekommen, allein wegen des beißenden Urin-Geruchs“.

Die Polizei setzt vor Ort jetzt unter anderem auf zusätzliche Wildkameras. Diese seien im Naturschutzgebiet Notzingermoos angebracht worden und sollten nun jeden Vormittag ausgewertet werden, sagte der Leiter der Polizeiinspektion Erding, Sebastian Pinta. Eine große Suche mit Hubschraubern und Drohnen wie unmittelbar nach der Sichtung des Tiers durch die Wärmebildkamera eines Jägers sei ohne konkrete Spuren nicht geplant. Insgesamt seien aus der Bevölkerung bislang 36 Hinweise zur möglichen Raubkatzen-Sichtung eingegangen, vier habe man konkreter geprüft – allerdings ohne heiße Spur.