Niederösterreich
Nach Waldbrand im Raxgebiet: Mehr Ausrüstung und Spezialkräfte
Investiert wurde in über 30 Spezialfahrzeuge
Hirschwang/Wien – Nach dem Waldbrand vor fünf Jahren in Hirschwang an der Rax (Bezirk Neunkirchen) sind Ausrüstung und Ausbildung der Feuerwehr verstärkt worden. Investiert wurde in über 30 Spezialfahrzeuge, sagte Niederösterreichs ÖVP-Landesvize Stephan Pernkopf am Mittwoch anlässlich einer Pressekonferenz. "Die Folgen des Brandes werden uns noch sehr lange beschäftigen – es kann rund 100 Jahre dauern, bis sich der Wald vollständig regeneriert hat", so Wiens SPÖ-Stadtrat Jürgen Czernohorszky.
"Wir haben aus diesem Einsatz sehr viel gelernt und konnten wertvolle Erfahrungen in der Zusammenarbeit von Boden- und Luftkräften sammeln", berichtete Niederösterreichs Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner laut Aussendung in der Pressekonferenz in Hirschwang. Aufgestockt wurde der Sonderdienst Waldbrand, der inzwischen über rund 600 Kräfte im Bundesland verfügt. "Durch zahlreiche Einsätze und internationale Erfahrungen konnten in den vergangenen Jahren wichtige Erkenntnisse gewonnen und unterschiedliche Vorgehensweisen miteinander verglichen werden. Der sogenannte mediterrane Waldbrand ist mittlerweile auch bei uns angekommen", erklärte Fahrafellner.
"Der damalige Einsatz hat uns aber auch gezeigt, dass Waldbrände eine Herausforderung sind, auf die wir uns langfristig vorbereiten müssen", sagte LH-Stellvertreter Pernkopf. Angesichts einer steigenden Anzahl an derartigen Alarmierungen wird beispielsweise auch in Drohnen mit Wärmebildkameras sowie Führungscontainer mit Einsatzleitstand investiert.
Auf widerstandsfähigen Mischwald wird gesetzt
Die vom Brand betroffene Fläche steht im Eigentum der Stadt Wien und dient als Quellenschutzwald. Seit 2022 wurden rund 500 Kilo Saatgut ausgebracht und rund 10.000 Pflanzen gesetzt. Der Boden wurde durch den Brand schwer geschädigt und ist teilweise erosionsgefährdet. Bei der Wiederaufforstung "setzen wir bewusst auf unterschiedliche Baumarten und einen vielfältigen Mischwald, der widerstandsfähiger gegen Krankheiten und die Folgen des Klimawandels ist", erklärte Czernohorszky. Der Brand habe eindringlich gezeigt, welchen Gefahren unsere Wälder durch Klimakrise und zunehmende Trockenheit ausgesetzt seien. Vor allem aber brauche es klare Regeln und das Bewusstsein: "Im Wald darf kein Feuer gemacht werden."
Am Mittagsteig in Hirschwang waren am 25. Oktober 2021 Flammen ausgebrochen, die sich auf rund 115 Hektar ausbreiteten. Die Folge war einer der aufwendigsten Einsätze zur Waldbrandbekämpfung der vergangenen Jahrzehnte. Rund 8600 Helfer, darunter etwa 7750 Feuerwehrleute, waren 13 Tage mit den Arbeiten beschäftigt. Unterstützt wurden sie von 33 Katastrophenhilfsdienst-Zügen und 16 Fluggeräten aus dem In- und Ausland. "Brand aus" konnte erst am 6. November 2021 gegeben werden. (APA, 30.9.2026)
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