Brigitte Schoenebeck steht noch immer unter Schock. Über Facebook stößt sie auf eine vermeintliche Möglichkeit, bequem von zu Hause aus Geld zu verdienen. "Ich habe mir das schon kritisch angeschaut," erzählt die Rentnerin. "Ich dachte mir, mit ein paar Klicks riskiere ich ja nichts."
20.000 Euro waren innerhalb von vier Tagen weg
Für eine bekannte Buchungsplattform soll sie namhafte Fünf-Sterne-Hotels liken, also ein Herz dalassen. Dafür erhält die Kölnerin anfangs auch Geld: "Das war natürlich leicht verdient, auch wenn es insgesamt nur acht Euro waren. Aber das hat mir gezeigt: Okay, das ist wirklich echt, es ist kein Betrug. Ich bekomme ja Geld."
Doch dann ändert sich die Masche. Angebliche "Trader" versprechen größere Gewinne. Dafür soll Brigitte Schoenebeck auf die Plattform Telegram wechseln und ihr eigenes Geld investieren. Die 65-Jährige vertraut ihren Ansprechpartnern. Als sie ihr Geld wieder auszahlen lassen möchte, beginnt der Albtraum.
Betrüger setzen die Rentnerin unter Druck
Plötzlich gibt es immer neue Gründe, warum eine Auszahlung angeblich nicht möglich sei. Um an ihr "Guthaben" zu kommen, soll sie weiteres Geld einzahlen. Die Betrüger setzen die Frau massiv unter Druck: "Sie haben mich nicht in Ruhe gelassen und ich wollte ja mein Geld retten. Dafür verlangten sie, dass ich meine Rente auszahlen lasse oder Freunde und Familie nach Geld frage."
Doch Schoenebeck weigert sich. Erst dann wird ihr klar, dass ihr Geld weg ist. Sie blockiert die Betrüger. Am Ende verliert sie innerhalb von vier Tagen knapp 20.000 Euro.
Polizei warnt vor "Task-Scam"
Der Fall ist längst kein Einzelfall mehr. Die Kölner Polizei ermittelt schon länger gegen diese Betrugsmasche, die unter dem Namen "Task-Scam" bekannt ist.
Das Besondere hier ist zum einen, dass anfangs tatsächlich Geld ausbezahlt wird, um Vertrauen aufzubauen und zum anderen dieser enorme Druck hinterher. Tim Holtkampf, Polizist
Sollten Betroffene bereits Geld überwiesen haben, rät er in jedem Fall dazu, Strafanzeige zu erstatten. Außerdem sollten sie sofort ihre Bank kontaktieren. So besteht möglicherweise noch die Chance, einen Teil des Geldes zurückzubekommen.
Brigitte Schoenebeck will sich trotz des Erlebten nicht verstecken. Im Gegenteil: Mit ihrer Geschichte möchte sie andere warnen. "Schämen sollten sich am Ende die Täter, nicht die Opfer," sagt sie.