Neue AKW-Kostenschätzung - Eine etwas andere Kostenrechnung für ein AKW

21.08.2026, 04:05

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  • Die Akademien der Wissenschaften rechnen mit 14 bis 43 Milliarden Franken für ein neues Kernkraftwerk.
  • Damit liegt die Schätzung deutlich über derjenigen von bisherigen Studien.
  • Im Preis enthalten sind auch die Finanzierungskosten.

Nach dem Energiekonzern Axpo und der ETH liefern nun auch die Akademien der Wissenschaften ein Preisschild für ein neues Kernkraftwerk. Die Autorinnen und Autoren der Studie der Akademien der Wissenschaften rechnen nicht nur mit deutlich höheren Kosten als die bisherigen Studien zum Thema, sondern auch mit einer überraschend grossen Spannbreite: 14 Milliarden Franken im besten Fall, 43 Milliarden im schlechtesten.

Urs Neu, Leiter der Energiekommission der Akademien der Wissenschaften Schweiz, erklärt die Höhe der Kosten damit, dass neben den Baukosten auch die Finanzierungskosten für ein neues Kernkraftwerk enthalten sind. Bei den meisten anderen Studien sei dies nicht der Fall. Die Kosten zur Kapitalbeschaffung verteuern den Bau laut der Studie um 20 bis 30 Prozent.

Die beobachteten Kosten sind von Kraftwerk zu Kraftwerk angestiegen. Die Branche hingegen erwartet, dass von Kraftwerk zu Kraftwerk die Kosten sinken

Das tiefe Szenario von 14 Milliarden Franken entspricht damit ungefähr dem, was andere Studien für realistisch halten. Doch während ETH und Axpo auch Szenarien mit tieferen Kosten von nur rund 8 Milliarden Franken für möglich halten, weil AKWs mit jedem Neubau günstiger würden, schliessen die Akademien der Wissenschaften aufgrund der bisherigen Erfahrungen einen viel höheren Preis von bis zu 43 Milliarden Franken nicht aus.

Kosten sind bisher gestiegen

Für Urs Neu zeigt sich dabei eine Diskrepanz: «Die beobachteten Kosten sind von Kraftwerk zu Kraftwerk angestiegen. Die Branche hingegen erwartet, dass von Kraftwerk zu Kraftwerk die Kosten sinken», sagt Neu.

Kraftwerk mit dampfendem Kühlturm in ländlicher Landschaft.
Legende:

Gemäss den Akademien hätten sich private Investoren in den vergangenen Jahren weltweit nur noch an solchen Grossprojekten beteiligt, wenn der Staat einen erheblichen Teil der Risiken übernahm.

Keystone/Gaetan Bally

Klar ist damit auch das Risiko höher, dass die Kosten am Ende höher ausfallen als ursprünglich gedacht. Dieses Risiko müsste der Staat tragen. Laut der neuen Studie liegt allein dieses Risiko im zweistelligen Milliardenbereich.

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SRF 4 Nachrichten, 21.08.2026, 1 Uhr