Neue Carolabrücke Dresden: Stadtrat stimmt für Bürger-Liebling

Vergleich der alten Carolabrücke und des Entwurfs zur neuen Carolabrücke von FEHCOR

AUDIO: Heute Grundsatzentscheidung des Stadtrats zur Carolabrücke Dresden (1 Min)

Grundsatzentscheidung gefallen

von MDR SACHSEN

Stand: 03.09.2026 20:47 Uhr

Der Dresdner Stadtrat hat über den Entwurf zum Ersatzneubau der Carolabrücke abgestimmt und sich mehrheitlich für den Entwurf FHECOR Deutschland GmbH & TSSB Planungsgesellschaft mbH ausgesprochen. 39 Stadträte von CDU, AfD, FDP, Team Zastrow und Fraktionslose stimmten dafür, 31 Räte von SPD, BSW, Grüne, Linke und PVP-Fraktion dagegen.

Vergleich der alten Carolabrücke und des Entwurfs zur neuen Carolabrücke von FEHCOR

Der FHECOR-Entwurf (re.) im Vergleich zur alten Carolabrücke (li.), die auf dem Archivfoto schon halb eingestürzt in der Elbe liegt.

Der FHECOR-Entwurf war auch der Favorit beim Bürger-Votum und tags zuvor vom Bauausschuss des Stadtrates empfohlen worden.

Ein Expertengremium war jedoch für den Entwurf von Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG (LAP) – mit Knight Architects gewesen. Oberbürgermeister Dirk Hilbert stimmte für den LAP-Entwurf. Das hatte er in der Sitzung auch angekündigt.

Die beiden Entwürfe in der Übersicht

  • Der Entwurf von FHECOR + TSSB ist für vier Autospuren ausgelegt, zwei je Richtung, dazu getrennte Bereiche für Rad- und Fußverkehr. Es wäre auch eine Variante mit nur 2 Autospuren möglich – dann gäbe es breitere Fußwege.
  • X-förmige Rampen für den Radverkehr
  • Straßenspuren am Rand oder mittig möglich.
  • Ein großer und mehrere kleine Bögen in Anlehnung an die historische Carolabrücke,
  • Ein Pfeiler steht in der Elbe.
  • Mit 32,5 Metern Breite ist der FHECOR-Entwurf der schmalste der vier Entwürfe
  • Der LAP + Knight Architects-Entwurf hat vier Autospuren - je zwei Spuren pro Richtung.
  • Promenadenweg auf der Brücke zum Flanieren
  • Straßenbahngleise und getrennte Bereiche für Rad- und Fußverkehr
  • Auffällig ist filigranes Stahlfachwerk: das sind gitterförmigen Bereiche an den angedeuteten Bögen
  • Insgesamt zurückhaltender im Stadtbild als der FHECOR-Entwurf, 35,3 Meter breit.
Vergleich der Entwürfe zur neuen Carolabrücke von LAP und FEHCOR

Die Collage zeigt rechts den Gewinner-Entwurf von FHECOR, für den sich am Donnerstag auch der Stadtrat mehrheitlich ausgesprochen hat. Links ist der Entwurf von LAP zu sehen, den Brückenexperten und ein Begleitgremium am besten fanden.

Zwei Stunden hitzige Debatte

Der Abstimmung zum Brückenentwurf waren fast zwei Stunden Diskussion vorausgegangen. Der Linken-Abgeordnete Tilo Kießling stellte den Wiederaufbau ganz in Frage. Er wollte den Neubau späteren Generationen überlassen.

Stadträte von den Grünen, der SPD und Linken kritisierten, dass Dresden eine vierspurige Brücke bauen wird, den Bau mit Schulden finanziere und rechtliche Grauzonen wegen eines möglichen Planfeststellungsverfahrens bestünden. Während der Debatte wurden Anträge gestellt, vier Autospuren zu verwerfen und sich auf zwei Autospuren zu begrenzen oder die neue Brücke nur für Straßenbahnen, Radfahrer und Fußgänger zu bauen.

All diese Änderungsanträge wurden mit der Mehrheit von CDU, AfD, FDP und Team Zastrow abgelehnt.

Baubürgermeister: "Knappe Entscheidung"

Dresdens Baubürgermeister Stefan Kühn (Grüne) nannte den Entscheid zum Ersatzneubau "einen Meilenstein". Der Bau soll 140 Millionen Euro kosten und "für die nächsten 100 Jahre stehen". Laut Kühn soll das Begleitgremium den Prozess weiter begleiten. "Unser Zeitplan ist ambitioniert." Im Mai 2028 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Man sieht einen Architektenentwurf für die Carolabrücke in Dresden vom Architekturbüro FHECOR Deutschlanfd GmbH und TSSB Planungsgesellschaft

MDR (kk)