Doppelter Preis-Schock im Kroatien-Urlaub: Warum auf Speisekarten ab Oktober zwei Beträge stehen

Neue Restaurant-Regeln im Kroatien-Urlaub: Plötzlich stehen zwei Preise auf der Speisekarte

Stand: 29.09.2026, 14:08 Uhr

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In Kroatien müssen Restaurants ab dem 1. Oktober neben dem aktuellen Preis auch einen historischen Vergleichswert zeigen.

Zagreb – Eine Speisekarte soll die Entscheidung leicht machen: Gericht lesen, Preis prüfen, bestellen. In Kroatien bekommt diese vertraute Orientierung ab Oktober eine zweite Zahl. Auf den ersten Blick könnte das wie ein Druckfehler wirken. Entscheidend ist: Welche Zahl zählt am Ende?

Touristen in Kroatien (Symbolbild)

Ein Gericht, zwei Beträge: Restaurants und Cafés in Kroatien müssen ab Oktober einen früheren Referenzpreis ausweisen. Für Gäste zählt weiterhin der aktuelle Preis (Symbolbild). © Ivana Ivanovic/PIXSELL/Imago

Ab dem 1. Oktober 2026 müssen Restaurants und Cafés in Kroatien neben dem aktuellen Preis auch den Preisstand vom 10. September 2026 ausweisen. Die Angabe soll Preisänderungen sichtbarer machen. Für Gäste klingt das nach mehr Klarheit. Doch ausgerechnet die doppelte Zahl könnte zunächst irritieren.

Speisekarte mit zwei Preisen: Was die zweite Zahl bedeutet

Der zusätzliche Betrag zeigt, was das jeweilige Gericht am 10. September 2026 kostete. Es geht also nicht um zwei Währungen und auch nicht um eine zusätzliche Gebühr. Gäste bezahlen den aktuellen Preis; der frühere Betrag dient als Vergleichswert. Maßgeblich ist ein fester Stichtag – nicht der Preis vom Vortag.

Mehr Transparenz ist das erklärte Ziel

Mit der Doppelangabe sollen Verbraucher aktuelle Preise besser einordnen können. Auf einen Blick lässt sich der heutige Betrag dem Stand vom 10. September gegenüberstellen. Die Regel macht damit Preisänderungen sichtbar, verspricht aber keinen Preisnachlass: Der ausgewiesene aktuelle Preis gilt für die Bestellung.

Gastronomen erwarten Verwirrung und strenge Auflagen

Die neue Darstellung stößt in der Branche auf Skepsis. Franz Letica, Präsident des Zagreber Gastronomieverbandes, rechnet laut kroatischem Nachrichtenportal Dnevnik.hr mit Verwirrung bei Gästen: Auf der Karte stünden zwei Preise, obwohl nur der aktuelle zu zahlen sei. Ob die doppelte Angabe im Alltag tatsächlich für mehr Durchblick sorgt, wird sich ab dem Start der Regel zeigen.

Zudem betrifft die Auszeichnungspflicht für den sogenannten Ankerpreis nicht nur Lokale, sondern den gesamten stationären Einzelhandel sowie Dienstleister wie Friseure und Kfz‑Werkstätten. Betriebe mit eigenem Webauftritt müssen ihre Preislisten künftig zudem tagesaktuell in maschinenlesbaren Formaten wie XML oder CSV bereitstellen. Bei Verstößen gegen die neuen Transparenzvorgaben drohen Unternehmen empfindliche Bußgelder von bis zu 30.000 Euro.

Hintergrund: Urlaubsland Kroatien kämpft mit Preisdebatte

Für deutsche Urlauber, die traditionell zu den wichtigsten Reisegruppen an der Adria zählen, kommt die Maßnahme inmitten einer anhaltenden Diskussion über das gestiegene Preisniveau. Nach Angaben des kroatischen Statistikamts kletterten die Preise für touristische Leistungen und Gastronomie zwischen 2015 und 2024 um rund 70 Prozent. Mit zeitweisen Inflationsraten von über fünf Prozent verzeichnete das Urlaubsland zuletzt deutlich spürbare Preissteigerungen gegenüber dem EU‑Durchschnitt. (Quellen: Chip.de, 20min.ch, Dnevnik.hr, kroatisches Statistikamt, eigene Recherche) (str)