Stand: 14.08.2026, 18:58 Uhr
Die Polarlichter zu sehen, steht bei vielen Reisenden ganz oben auf der Wunschliste. Dieser Guide zeigt die spannendsten Nordlichtreisen für 2026 und 2027.
Für viele Menschen weltweit steht die Aurora Borealis – besser bekannt als Nordlichter – weit oben auf der Reise-Wunschliste. Das spektakuläre Naturphänomen erscheint meist in Regionen nahe der Pole und fasziniert mit seinen intensiven Farben. Es entsteht, wenn elektrisch geladene Teilchen der Sonne auf die Erde treffen und mit ihrem Magnetfeld sowie der Atmosphäre reagieren.
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Dieser Artikel von Mike Starling entstand in Kooperation mit Euronews.
Dann ziehen leuchtende Bänder in Grün, Rot, Blau und Violett über den Nachthimmel und verwandeln karge Winterlandschaften in magische Szenerien. Stehen die Nordlichter auf Ihrer persönlichen Reisewunschliste, lohnt sich eine sorgfältige Planung im Voraus. Hier sind einige der spannendsten Reisen und Erlebnisse, die Sie für 2026 und 2027 einplanen können, um Ihre Chancen auf das Lichtspektakel zu erhöhen.

Ob komfortable Zugfahrt, abgeschiedenes Resort oder Abenteuer im Sattel: Die Auswahl an spezialisierten Nordlichttouren wächst stetig. Anbieter kombinieren oft Naturerlebnisse mit Wellness, regionaler Küche oder kulturellen Highlights. So lassen sich unvergessliche Nächte unter funkelndem Himmel mit abwechslungsreichen Tagen verbinden.
Wo und wann die Nordlichter am hellsten leuchten
„Das größte Lichtspektakel der Welt“ lässt sich in beiden Polarregionen beobachten, doch im Norden sind die Bedingungen meist besser, erläutert die Plattform Bucket List Travels. Besonders eindrucksvoll zeigen sich die Nordlichter im sogenannten „Aurora-Gürtel“, einem Ring rund um den magnetischen Nordpol, wo das Farbspiel am Himmel besonders hell und dynamisch ausfällt. Hier sind Häufigkeit und Intensität der Erscheinungen überdurchschnittlich hoch.
Zu den beliebtesten Zielen für Nordlicht-Reisen zählen Island, Finnland, Norwegen, Schweden, Lappland, Alaska und der Yukon im kanadischen Norden. Diese Regionen bieten lange, dunkle Winter und vergleichsweise geringe Lichtverschmutzung, was die Sicht auf den Himmel verbessert. Viele Orte haben sich inzwischen ganz auf Nordlicht-Tourismus spezialisiert und bieten geführte Ausflüge, Fotoworkshops und Beobachtungsstationen an.
Optimale Reisezeit und Chancen auf Sichtungen
Die Aurora Borealis gilt als „flüchtiges Schauspiel“, denn Sichtungen lassen sich nie garantieren, wie der Spezialveranstalter Exodus Adventure Travels betont. Aktivität und Intensität der Lichter hängen von der Sonnenaktivität und den lokalen Wetterbedingungen ab. Wer flexibel bleibt und mehrere Nächte am gleichen Ort verbringt, erhöht seine Chancen, doch selbst dann gehören etwas Geduld und Glück dazu.
Bei klarem Wetter steigen die Erfolgsaussichten jedoch deutlich zwischen September und März, wenn die Nächte besonders lang und dunkel sind. In den nördlichsten Regionen herrscht in dieser Zeit Polarnacht, sodass an vielen Tagen rund um die Uhr Beobachtungen möglich sind. Experten empfehlen, spätabends oder nach Mitternacht nach draußen zu gehen, warme Kleidung zu tragen und abseits künstlicher Lichtquellen zu bleiben.
Spektakuläre Hotels mit Blick auf den Himmel
Das Hotel Rangá im Süden Islands gehört zu den beliebtesten Adressen für Nordlicht-Jäger und Sternengucker. Es liegt abgelegen in einer Region mit wenig Streulicht und verfügt über eine moderne Sternwarte direkt auf dem Gelände. Schaltet das Team die Außenbeleuchtung aus, herrschen „optimale Bedingungen, um den Nachthimmel zu beobachten“, und Gäste können mit Fernglas oder Kamera nach Polarlichtern Ausschau halten.
Zusätzlich entspannen Besucher in geothermischen Hotpots unter freiem Himmel und genießen dabei das Sternenpanorama sowie mit etwas Glück tanzende Lichter über sich. Das Kakslauttanen Arctic Resort, ein Wildnis-Refugium in Finnland, verspricht „unendlich viele Sterne“ und kombinierte Erlebnisse im Schnee. Gäste übernachten in den ikonischen Glasiglus direkt unter den Nordlichtern und haben so auch nachts freie Sicht auf den Himmel.
Glasiglus und Iglu-Hütten in Lappland
Ähnlichen Komfort mit „Himmelblick direkt vom Bett“ bietet das Aurora Village Ivalo im finnischen Lappland, wo verschiedene Iglu-Hütten zur Auswahl stehen. Die verglasten Dächer erlauben eine ungestörte Sicht auf das Firmament, während im Inneren eine behagliche Temperatur herrscht. Viele Unterkünfte kombinieren traditionelle nordische Elemente wie Holzöfen und Felle mit moderner Ausstattung.
Neben Nordlichtbeobachtungen organisieren die Resorts häufig zusätzliche Aktivitäten wie Hundeschlittenfahrten, Motorschlitten-Safaris oder Schneeschuhwanderungen. So lässt sich der Tag aktiv gestalten, bevor abends die Spannung steigt, ob sich die Aurora Borealis erneut zeigt. Für Reisende, die Fotografie lieben, stehen oft spezielle Plattformen und Tipps von lokalen Guides bereit.
Mit dem Santa-Claus-Express durch Finnland
Die besten Chancen auf Nordlichter haben Reisende im Herbst und im Spätwinter, wenn die Nächte lang und die Temperaturen klarere Luft begünstigen. Mit etwas Glück lassen sie sich auf einer Fahrt mit dem Santa-Claus-Express in Finnland gleich mit erleben. Dieser Nachtzug verbindet die Anreise in den Norden mit einer komfortablen Übernachtung und der Möglichkeit, aus dem Abteil in den verschneiten Himmel zu blicken.
Der finnische Nachtzug gilt als eine der magischsten Bahnreisen Europas und ist besonders bei Familien und Winterfans beliebt. Er bringt Fahrgäste von Helsinki und Turku bis hinauf zum Polarkreis nach Rovaniemi, dem offiziellen „Wohnort“ des Weihnachtsmannes. Unterwegs passieren die Züge zugefrorene Seen, einsame Bahnhöfe und verschneite Wälder, die im Mondlicht schimmern und die passende Kulisse für mögliche Nordlichtmomente liefern.
Reiten auf dem Northern-Lights-Trail in Island
Der Reisespezialist für Reiturlaub Saddle Travel bietet eine viertägige Tour auf dem „Northern Lights Trail“ in Island an. Ab 1.179 Pfund (1.375 Euro) pro Person verbringen Gäste an drei Tagen jeweils rund vier Stunden auf Islandpferden an den Hängen vulkanischer Berge, fernab großer Ortschaften. Die robusten Pferde sind an das raue Klima gewöhnt und erlauben auch Einsteigern eine sichere Tour durch die winterliche Landschaft.
Danach bleibt ausreichend Zeit, in warmen Thermalbecken zu entspannen und vom Außen-Whirlpool aus den Schneefall in einer gemütlichen Winterkulisse zu beobachten. Abende werden häufig mit traditionellem Essen, Geschichten über lokale Sagen und einem wachsamen Blick zum Himmel verbracht. So verbindet die Reise aktive Naturerlebnisse mit erholsamen Momenten und der Hoffnung auf strahlende Polarlichter.
Aurora360 im Yukon: Nordlichter aus der Luft
Eine der weltweit seltensten Nordlicht-Erfahrungen kehrt in den Yukon zurück: Im Februar 2027 startet erneut ein exklusiver Aurora360-Flug. Reisende beobachten die Aurora Borealis aus 30.000 Fuß Höhe an Bord eines gecharterten Flugzeugs von Air North und entgehen damit Wolkenfeldern, die vom Boden aus die Sicht versperren könnten. Das Erlebnis richtet sich an passionierte Himmelsbeobachter, die Nordlichter aus einer außergewöhnlichen Perspektive sehen möchten.
Anders als klassische Nordlicht-Reisen bringt Aurora360 die Gäste über die Wolkendecke in Regionen mit besonders hoher Aktivität. So steigen die Chancen erheblich, die tanzenden Lichter in voller Pracht und über einen längeren Zeitraum wahrzunehmen. Da jede Person einen garantierten Fensterplatz hat, bietet der Flug einen ungestörten, einzigartigen Blick auf das farbige Schauspiel am Himmel, oft begleitet von Erläuterungen durch Experten an Bord.
Exklusive Yukon-Reise mit Resort und Flug
Der Veranstalter Canada As You Like It bietet eine sieben Nächte umfassende Reise „Yukon's Northern Lights Resort & Spa Aurora360“ ab 7.735 Pfund (9.021 Euro) pro Person an. Im Preis enthalten sind internationale Flüge hin und zurück, zwei Nächte in Vancouver, vier Nächte im Northern Lights Resort & Spa sowie eine Nacht in Whitehorse. Herzstück des Programms ist der exklusive Aurora360-Flug mit Air North über die verschneiten Landschaften des Yukon.
Das Resort kombiniert gemütliche Chalets oder Lodges mit Wellness-Angeboten wie Saunen und Whirlpools, in denen Gäste nach einem kalten Tag im Freien entspannen können. Geführte Ausflüge, etwa mit Schneeschuhen oder per Hundeschlitten, runden das Erlebnis ab. So entsteht eine Reise, die Luxus, Abenteuer und spektakuläre Himmelsbeobachtungen zu einem Gesamtpaket verbindet.
Reykjavík, Blaue Lagune und Golden Circle
Auf der fünftägigen Reise mit Newmarket Holidays entdecken Teilnehmende zunächst Islands Hauptstadt Reykjavík mit ihren Museen, Cafés und geothermisch beheizten Schwimmbädern. Anschließend geht es hinaus aus der Stadt auf die Suche nach der Aurora Borealis, meist in Regionen mit wenig Lichtverschmutzung. Optional steht ein Bad in der mineralreichen, warmen Blauen Lagune auf dem Programm, das sich besonders nach kalten Nächten im Freien anbietet.
Ebenfalls optional ist eine Golden-Circle-Tour nach Þingvellir, jener beeindruckenden Ebene, auf der Islands historische Volksversammlungen die Gesetze des Landes festlegten. Dort treffen tektonische Platten aufeinander und prägen eine dramatische Landschaft aus Spalten, Felsen und Seen. Das Angebot ist von Oktober 2026 bis März 2028 buchbar und kostet ab 1.056 Pfund (1.231 Euro) pro Person, inklusive Rückflügen von verschiedenen Flughäfen im Vereinigten Königreich.
Havila Voyages: Nordlichter mit besonderem Versprechen
Der in Norwegen ansässige Kreuzfahrtanbieter Havila Voyages ist so überzeugt davon, dass seine Gäste die Nordlichter auf den Reisen erleben, dass er ein besonderes Versprechen gibt. „Wenn die Lichter sich nicht zeigen, übernehmen wir Ihre nächste Reise – kostenlos“, heißt es in dem Angebot, das auf den typischen Küstenrouten entlang der norwegischen Fjorde gilt. Die Schiffe fahren durch einige der dunkelsten und klarsten Regionen Nordeuropas.
Wer eine zwölftägige Rundreise zwischen dem 1. Oktober und dem 31. März bucht, dem verspricht Havila Voyages, dass die magische Aurora Borealis „sich zeigt“. Sollte „die Natur sich schüchtern geben“ und die Lichter „den Himmel nicht schmücken“, erhalten die Gäste stattdessen eine kostenlose sechs- oder siebentägige Fahrt, erklärt das Unternehmen. So wird das Risiko einer vergeblichen Nordlichtjagd zumindest finanziell abgefedert, während die Reise selbst mit Küstenlandschaften, Häfen und Ausflügen fasziniert.