Nordrhein-Westfalen: AfD bricht Parteitag in Marl nicht ab

Martin Vincentz, AfD, spricht beim Parteitag in Marl in ein Megafon zu seinen Anhängern

Machtkampf vor Landtagswahl NRW-AfD bricht Parteitag doch nicht ab

Stand: 17.07.2026 • 13:36 Uhr

In der AfD in NRW tobt ein Kampf. Der Streit um die Besetzung der Listenplätze für die Landtagswahl ist völlig eskaliert. Zwei Lager in der Partei stehen sich unversöhnlich gegenüber. Nun ist klar: Der Parteitag in Marl wird nicht abgebrochen.

Gegen die Forderung des AfD-Bundesvorstands, dass die NRW-AfD ihren Listenparteitag für die NRW-Landtagswahl abbrechen soll, hat die Landespartei am Freitag ihre Veranstaltung in Marl fortgesetzt. Mitglieder des "patriotischen Lagers" um den Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich verließen aus Protest gegen die Fortsetzung den Saal. Sie hatten zuvor den ersten Parteitag zur Listenaufstellung massiv gestört.

Martin Vincentz zur Fortsetzung des Parteitags

Vor dem Saal sprach der Landesvorsitzende Martin Vincentz per Megafon zu seinen Anhängern. Er nannte die Einmischung des Bundesvorstands "infam" und sagt, es liege in der Hand des Landesverbands, die Wahlen rechtssicher zu vollenden.

Die weiteren Listenplätze wurden ohne Störungen gewählt. Die Auszählung erfolgte von Hand.

Stimmauszählung in Marl

Die Fronten bleiben verhärtet

Die AfD wählt ihre Landesliste für die Landtagswahl an mehreren Wochenenden, der letzte Parteitag dazu ist im September geplant. Der stellvertretende NRW-Landessprecher der AfD, Kay Gottschalk, sagte im WDR, aus rechtlichen Gründen müsse der Parteitag fortgesetzt werden. Er kritisierte den Bundesvorstand, zu dem auch der NRW-Landtagsabgeordnete Sven Tritschler gehört.

Tritschler sagte dem WDR, es gebe mehrere eidesstattliche Versicherungen, dass Delegierte des letzten Listenparteitags bedroht und genötigt worden seien. Das müsse nun zunächst geprüft werden. Bei einer Konferenz am Morgen haben nach WDR-Informationen 13 von 15 Landessprechern empfohlen, den Parteitag abzubrechen. Martin Vincentz habe dabei gefehlt, sagte Tritschler. Dem NRW-Landesvorsitzenden warf er parteischädigendes Verhalten vor.

Auch Matthias Helferich erhob im Gespräch mit dem WDR den Vorwurf, Delegierte seien durch den Landesvorstand bedroht worden. Dadurch sei der "Rechtsgrundsatz der Freiheit der Wahl" gefährdet worden.

Bundesvorstand tagt am Montag

Der Machtkampf zwischen dem NRW-Landesvorsitzenden Martin Vincentz auf der einen und Alice Weidel und weiteren Mitgliedern des Bundesvorstands auf der anderen Seite schwelt weiter. Am Montag tagt der Bundesvorstand der AfD, er wird sich erneut mit dem Thema befassen.

Unsere Quelle:

  • WDR-Reporter beim Parteitag der NRW-AfD
  • Eigene Berichterstattung

Sendung: WDR.de, Die AfD setzt ihren Listenparteitag in Marl fort, 17.07.2026, 12 Uhr