Nur der Lucky Punch fehlt: Kickers Offenbach trotzt Spitzenreiter Heilbronn-Freiberg 1:1 ab

Stand: 23.10.2026, 21:58 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

23.10.2026, xhbx, Fussball Regionalliga Suedwest, Kickers Offenbach - SGV Freiberg v.l. Goal scored, Tor zum 1:0 Maximilian Wolfram (Offenbacher Kickers), Benedikt Grawe (SGV Heilbronn-Freiberg)

Die frühe Führung für den OFC: Maximilian Wolfram trifft vom Punkt – sein siebtes Saisontor. © Harald Bremes/Jan Hübner

Trotz Grippewelle und fünf Umstellungen hält der OFC dem ungeschlagenen Tabellenführer stand. Am Ende scheitert Doganay freistehend am Keeper – die erste Niederlage des SGV bleibt aus.

Offenbach – Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach bleibt auch im fünften Spiel in Folge ohne Sieg, doch die Leistung beim 1:1 (1:0) gegen den SGV Heilbronn-Freiberg war mehr als beachtlich, auch angesichts der Umstände. Schließlich hatte eine Grippewelle die Mannschaft unter der Woche erfasst.

„Ich bin absolut happy“, meinte Mark Zimmermann nach dem Punktgewinn gegen den auch nach dem 13. Spieltag ungeschlagenen Sport- und Gemeinschaftsverein. Der OFC-Trainer hatte sein Team gegenüber dem 0:1 beim SV Sandhausen auf fünf Positionen umgestellt. Für Kristjan Arh Cesen, Jayson Breitenbach, Aziz Abdelhadi (alle Bank) sowie die gänzlich fehlenden Keanu Staude und Maximilian Schmid agierte erstmals in dieser Saison von Beginn an Alexander Sorge, als Chef der Dreierkette. Die Grippewelle hatte unter der Woche beim OFC zugeschlagen. Ebenfalls neu in der Startformation: Adam Loune, Ronny Marcos, Benedikt von Hagen – und Jan-Hendrik Marx. Der 31-Jährige hatte zuletzt drei Partien wegen Knieproblemen verpasst.

Die somit erheblich neuformierten Offenbacher begannen stark, mutig – und gingen mit ihrer ersten Offensivaktion gleich in Führung. Benedikt von Hagen wurde von seinem Gegenspieler im Strafraum ebenso zart wie tumb getroffen. Maximilian Wolfram verwandelte den Strafstoß sicher zum 1:0. Sein dritter Elfmeter in dieser Saison, beim 2:2 zuletzt gegen den FC Homburg hatte er einen verschossen und dann eiskalt verwandelt.

Und die Kickers spielten, als hätte es die Ergebniskrise nie gegeben. Mutig, bei Umschaltsituationen griffig und spielfreudig. So setzte Becker von Hagen ein (20.), der links vorbeischoss. Dass die Offenbacher zuletzt in sieben Partien 13 Gegentore kassiert hatten, merkte man aber auch zuweilen. Doch der Spitzenreiter nutzte das zunächst nicht aus. Justin Steinkötter lief in der 23. Minute frei aufs Tor von OFC-Kapitän Johannes Brinkies zu, schoss aber links vorbei. In der 41. und 42. Minute rettete Brinkies zweimal stark vor dem früheren Steinbacher, der im Sommer vom Drittliga-Absteiger TSV 1860 München zum SGV wechselte.

Die Gäste, die zur Pause doppelt wechselten, waren in Hälfte zwei sofort auf Sendung und glichen mit ihrer zweiten Chance nach Wiederanpfiff aus. Gwangin Lee, der in Hälfte zwei groß aufspielte, war links völlig frei gefunden worden. Der Ball kam zu Ballo, der überlegt ins linke Eck einschoss (52.). Und die Kickers? Sie schüttelten sich nach dem 17. Gegentor in dieser Saison, hatten aber Glück, dass Jakob Lewald nach einer Ecke einen Kopfball von Polauke auf der Linie klären konnte (57.). Der Spitzenreiter aber drehte immer mehr auf und vergab Chancen im MInutentakt: Steinkötter scheiterte im Privatduell erneut am OFC-Keeper (59.), der beim Schuss von Mustapha (64.) Glück hatte, dass die Kugel knapp rechts am Tor vorbeirauschte.

Doch die Kickers, die Breitenbach und Doganay für Crljenec und Becker brachten, fighteten und hatten auch wieder Offensivaktionen, weil sie mit frischen Kräften neuen Input ins Spiel brachten und den Gegner wieder früh pressten. Wolframs Flanke von rechts flipperte durch den Fünfmeterraum. Benedikt von Hagen erkämpfte sich die Kugel, schoss aber zu überhastet hoch und weit vorbei (74.). In der 79. Minute passte Lewald zum OFC-Mittelstürmer, dem Zentimeter fehlten, um vor SGV-Keeper Grawe und Ballo an den Ball zu kommen. Und von Hagen sprintete munter weiter, zauberte mit der Hacke in den Lauf von Wolfram, der aber nicht ganz am Fünfer an die Kugel kam (84.). Die Kickers kämpften weiter leidenschaftlich, schalteten weiter schnell um – und hatten ganz am Ende die Führung vor Augen. Doganay hatte freie Bahn, scheiterte aber an Grawe und der Nachschuss ging drüber (88.). „Wir hatten zwar nicht so viele Möglichkeiten, am Ende aber die eine, mit der Du die erste Mannschaft sein kannst, die Heilbronn-Freiberg schlägt“, sagte Zimmermann. Das änderte aber nichts daran, dass der OFC das Remis als Erfolgserlebnis verbuchen durfte. „Die Jungs haben an sich geglaubt, sie haben sich nur nicht belohnt“, resümierte der ebenfalls von einem Infekt geplagte Kickers-Trainer.