Nur drei statt 300 Liter pro Altbaum: Akaziengarten in Darmstadt wurde kaum bewässert

Stand: 21.09.2026, 19:08 Uhr

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Zwei Gruppen der Darmstädter THW-Jugend bewässerten am Freitagabend in einige Bäume im Akaziengarten.

Jugendliche des THW Darmstadt beim Einsatz im Akaziengarten. © Jens Joachim

Wegen eines Fehlers in der Ausschreibung wurden die Bäume im Darmstädter Akaziengarten auch in den hißn Sommermonaten nur spärlich gegossen. Die Darmstädter THW-Jugend half nun bei der Bewässerung.

Darmstadt – Gut zwei Dutzend Jugendliche des Darmstädter Ortsverbands des Technischen Hilfswerks (THW) haben den Verein Pro Akaziengarten dabei unterstützt, im Park des Landesrechnungshofs Dutzende alter Bäume zu gießen. An der Schepp Allee zapften sie Wasser an Hydranten ab und ließen es über ein Schlauchsystem auf die Erde und das am Boden liegende trockene Laub sprudeln. Pro Akaziengarten hatte die Aktion initiiert.

Der gemeinnützige Verein entstand vor mehr als zwei Jahrzehnten aus einer gleichnamigen Bürgerinitiative, in der sich Anwohner:innen und Fans des Gartens erfolgreich gegen die geplante Bebauung der Randbereiche des Parks und für den Erhalt der öffentlichen Grünanlage eingesetzt hatten. Bis heute engagiert sich der Verein für den dauerhaften Erhalt und Schutz der ab 1817 von Großherzog Ludwig I. angelegten Parkanlage und setzt sich zugleich für eine denkmalgerechte Pflege ein.

Kleines Fahrzeug statt Fuhrpark

Die Verwaltung des Parks obliegt seit 2004 dem Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH). Der Verein Pro Akaziengarten wirft ihm in einer Mitteilung vor, in diesem Jahr bei der Bewässerung des Parks versagt zu haben. Während jahrelang eine Fachfirma mit großem Fuhrpark aufgefahren sei und rund 30.000 Liter an Jung-, Alt- und Maulbeerbäumen verteilt habe (150 Liter pro Jung- und 300 Liter pro Altbaum), sei in den heißen Sommermonaten dieses Jahres nur ein Fahrzeug mit einem 1.000-Liter-Fass unterwegs gewesen.

Bewässerung neu ausgeschrieben

Auf Anfrage des Vereins räumte der Landesbetrieb ein, aufgrund einer missverständlichen Formulierung im Ausschreibungstext seien pro Bewässerungsaktion tatsächlich nur knapp über 1.000 Liter Wasser ausgebracht worden. Jungbäume erhielten demnach vier Liter, Altbäume drei Liter und die Maulbeerbäume 15 Liter Wasser pro Baum und Bewässerungsgang.

LBIH-Sprecher Alexander Hoffmann-Glassneck bestätigte der FR die Neuausschreibung der Bewässerung. Nach dem Wechsel des Dienstleisters seien „die pro Baum erforderlichen Wassermengen zunächst nicht durchgängig eingehalten“ worden. Inzwischen seien die Frequenz der Bewässerung und die Wassermenge jedoch erhöht worden. Bäume mit besonderem Bedarf erhielten nun mehr Wasser. Vorgesehen sei, die Bäume im Akaziengarten bis Ende Oktober regelmäßig zu bewässern.