Warum tödliche Hirntumoren ausgerechnet für Ultraschall-Therapie besonders anfällig sein könnten

Ohne den Schädel zu öffnen: Neue Ultraschall-Technik könnte Hirntumor-Behandlung revolutionieren

Stand: 05.08.2026, 07:51 Uhr

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Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass tödliche Hirntumoren überraschend anfällig für eine bahnbrechende Schallwellen-Technik sind.

Virginia – Tödliche Hirntumoren könnten für eine hochmoderne Technik zur Medikamentenverabreichung anfälliger sein, als Ärztinnen und Ärzte bisher zu hoffen wagten, wie neue Forschungsergebnisse der University of Virginia nahelegen.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com

Forschende am Focused Ultrasound Cancer Immunotherapy Center von UVA Health haben herausgefunden, dass Gliome – die häufigsten primären Hirntumoren bei Erwachsenen – möglicherweise leichter mit schallwellenbasierter Medikamentengabe zu behandeln sind als gesundes Hirngewebe.

Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass tödliche Hirntumoren überraschend anfällig für eine bahnbrechende Schallwellen-Technik sind. (Symbolbild)

Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass tödliche Hirntumoren überraschend anfällig für eine bahnbrechende Schallwellen-Technik sind. (Symbolbild) © picture-alliance/ dpa | Jan-Peter Kasper

Diese Entdeckung nimmt die Sorge, dass Tumoren einem der vielversprechendsten neuen Werkzeuge in der Behandlung von Hirntumoren widerstehen könnten. Richard J. Price, Co-Direktor des Zentrums und Mitautor der Studie, sagte dem Magazin Newsweek, die Ergebnisse hätten ein durchaus spürbares Gewicht für Patientinnen und Patienten. „Unsere Erkenntnisse haben aus mehreren Gründen das Potenzial, einen echten Unterschied zu machen“, sagte Price.

„Erstens werden sie es uns ermöglichen, besser zu verstehen, wie verschiedene Arten bestehender Hirntumor-Therapien von einer verbesserten Wirkstoffzufuhr zu Tumoren mittels fokussiertem Ultraschall profitieren können. Dieses Wissen wird uns wiederum erlauben, bestimmte klinische Studien und Studiendesigns zu priorisieren.“

Er fügte hinzu, dass die Arbeit auch in die Zukunft weist: „Mit Blick weiter nach vorn werden uns diese Erkenntnisse helfen, völlig neue Medikamenten- und Gentherapien zu entwickeln, die speziell dafür ausgelegt sind, optimal mit fokussiertem Ultraschall zusammenzuwirken.“

Gliome und die Herausforderung der Blut-Hirn-Schranke

Gliome umfassen auch das Glioblastom, die tödlichste Form von Hirnkrebs. Trotz Behandlungen, die Überlebenszeit und Lebensqualität verlängern können, verläuft ein Glioblastom fast immer innerhalb von fünf bis zehn Jahren tödlich und hat unzählige Familien schwer getroffen. Jedes Jahr sterben allein in den USA mehr als 10.000 Menschen daran.

Ein Teil dessen, was die Krankheit so schwer behandelbar macht, ist die Blut-Hirn-Schranke, ein natürliches Abwehrsystem, das schädliche Keime und Gifte davon abhält, in das Gehirn zu gelangen.

Diese Schutzbarriere funktioniert im Alltag wie vorgesehen, blockiert in Zeiten der Behandlung jedoch unbeabsichtigt die meisten Krebsmedikamente. Ärztinnen und Ärzte waren lange sehr zurückhaltend, sie gezielt zu durchbrechen, aus Sorge, neben den Medikamenten auch unerwünschte Eindringlinge in das Gehirn zu lassen, während die Patientinnen und Patienten ohnehin geschwächt sind. Fokussierter Ultraschall bietet nun einen möglichen Ausweg aus diesem Dilemma.

Gezielter Zugang mit Schallwellen

Die Technik nutzt winzige, schallaktivierte „Mikrobläschen“, um die Blut-Hirn-Schranke kurzzeitig und äußerst präzise zu öffnen und Wirkstoffe an einem exakt bestimmten Ort passieren zu lassen – ohne den Schädel zu öffnen.

Da Krebszellen die Struktur der Blut-Hirn-Schranke innerhalb von Tumoren verändern, wird ihr Verhalten dort unberechenbar, was Zweifel daran aufkommen ließ, wie gut die Ultraschallmethode in einem Tumorumfeld tatsächlich funktionieren würde. Die neue Studie von Price und seinem Team, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Radiology, adressiert diese Zweifel direkt.

Neben dem Nachweis, dass Gliome bei Labormäusen gut auf die Technik ansprachen, identifizierte das Team von Price einen optimalen Größenbereich für die auf diesem Weg verabreichten Wirkstoffmoleküle. Sehr kleine Moleküle wurden weniger effizient transportiert, und sehr große Moleküle schnitten ebenfalls schlechter ab.

Am besten wirkten mittelgroße Moleküle – obwohl alle betrachteten Molekülgrößen immer noch viel zu klein sind, um mit bloßem Auge gesehen zu werden.

Neue Therapien und nächste Schritte der Forschung

Die Ergebnisse könnten Forschenden helfen, neue Medikamenten- und Gentherapien zu entwickeln, die speziell darauf zugeschnitten sind, mit fokussiertem Ultraschall kombiniert zu werden.

Die Forschung befindet sich allerdings noch in einem frühen Stadium, und es sind weitere Studien nötig, bevor dieser Ansatz tatsächlich in der Behandlung von Patientinnen und Patienten ankommt. Dennoch stützen die Resultate die laufende Arbeit am Cancer Center der UVA.