Publiziert17. September 2026, 20:05
Australien 2032Olympioniken müssen in krokodilverseuchtem Fluss rudern
Trotz 500 Krokodilen und Debatten über Strömung und Sicherheit soll im australischen Fitzroy River 2032 um Medaillen gerudert werden. Aber wie werden die Sportler geschützt?


Darum gehts
- Der Fitzroy River bei Rockhampton in Queensland ist als Ruderstrecke für die Olympischen Spiele 2032 in Brisbane bestätigt worden.
- Trotz rund 500 Salzwasserkrokodilen sowie Bedenken wegen Strömungen und Überschwemmungen hat der Standort eine unabhängige technische Prüfung bestanden.
- Wie die Sportlerinnen und Sportler konkret vor Krokodilen geschützt werden, ist noch nicht bekannt.
In einem Fluss mit Salzwasserkrokodilen soll bei den Olympischen Spielen 2032 in Brisbane gerudert werden. Der Fitzroy River bei Rockhampton im australischen Bundesstaat Queensland sei als Austragungsort für Rudern, Para-Rudern, Kanu-Sprint und Para-Kanu bestätigt worden, teilte die Regionalregierung mit. Die internationale technische Prüfung der geplanten Wettkampfstrecke sei abgeschlossen und positiv ausgefallen, sagte der Regierungschef von Queensland, David Crisafulli.
Crisafulli erklärte im Landesparlament, der umstrittene Wettkampfort habe die unabhängige Begutachtung «mit Bravour» bestanden. «Es ist offiziell, unter Dach und Fach und besiegelt», betonte der Regierungschef. Der Ruder-Weltverband World Rowing und der Kanuverband Paddle Worldwide hätten die Ergebnisse geprüft und den Standort ebenfalls gebilligt.
Ruderer forderten andere Wettkampfstrecke
Um den Standort gab es seit der Bekanntgabe der Pläne im März 2025 Debatten. Der Fitzroy River ist Lebensraum zahlreicher Salzwasserkrokodile. Zudem gab es grosse Bedenken wegen der starken Strömungen, häufiger Überschwemmungen und hoher Sedimentmengen im Fluss. Mehr als 500 Ruderinnen und Ruderer, darunter der ehemalige australische Olympiasieger Drew Ginn, hatten sich in einem offenen Brief für einen anderen Standort im Südosten Queenslands ausgesprochen.
Was hältst du davon, dass bei Olympia 2032 im Fitzroy River gerudert werden soll?
Ich finde das unnötig riskant und würde einen anderen Ort wählen.
Wenn die Sicherheit wirklich garantiert ist, kann das funktionieren.
Mich stört vor allem, dass der Ort trotz der Debatte durchgedrückt wurde.
Für mich gehört zu Olympia auch, dass man solche Herausforderungen löst.
Ich finde die Idee eher absurd und hätte lieber eine klassische Strecke gesehen.
Ich habe dazu keine klare Meinung.
Die geplante Strecke im Fitzroy River wurde dann aber unabhängig technisch geprüft – unter anderem auf Flussbett, Strömungen, Wasserstände sowie Wind-, Wetter- und Umweltbedingungen. Hinzu kamen Vor-Ort-Untersuchungen und Modellberechnungen. Wie die Sportler speziell vor Krokodilen geschützt werden sollen, wurde zunächst nicht bekannt. Jedoch gibt es schon länger einen Managementplan der Behörden: Grosse Tiere und Krokodile mit gefährlichem Verhalten werden etwa gezielt entfernt.
Wie soll die Strecke aussehen?
Nach Angaben der Regionalregierung bietet der Fluss auf einem 2,7 Kilometer langen Abschnitt genügend Platz für eine internationale Strecke. Vorgesehen ist eine 2.000 Meter lange Regattastrecke mit acht Bahnen sowie Bereichen für Start und Ziel. Eine Verbreiterung des Flusses oder Ausbaggerungen seien nach den Untersuchungen nicht erforderlich, sagte Queenslands stellvertretender Premier Jarrod Bleijie.
Nach der Bestätigung des Austragungsorts beginnt nun die detaillierte Planung für die Wettkampfanlagen. Rockhamptons Bürgermeister Tony Williams begrüsste die Entscheidung. «Jetzt ist es an der Zeit, mit der Planung der Infrastruktur zu beginnen und die notwendigen Arbeiten auf den Weg zu bringen», zitierte ihn die AAP.

Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.

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