Omans Energieminister: Störung der Straße von Hormus wohl kurzfristig

Nahost

Omans Energieminister: Störung der Straße von Hormus wohl kurzfristig

Mittelfristig dürfte sich die Lage stabilisieren, so der Minister. Die Ölpreise haben zum Wochenstart unterdessen zugelegt

Ein Frachtschiff ist in der Ferne zu sehen, vor einem Hintergrund aus ruhiger, blauer See und grauem Himmel. Das Schiff transportiert bunte Container und ist vor der Küste zwischen den iranischen Inseln Qeshm und Larak im Persischen Golf verankert.
Vorläufige Daten zeigen einen deutlichen Rückgang des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus.

Die Störung an der Straße von Hormus ist nach Einschätzung von Omans Energieminister Salim al-Aufi voraussichtlich eine kurzfristige Angelegenheit. Mittelfristig dürfte sich die Lage stabilisieren, erklärt al-Aufi. Sein Land könne weiter Öl und Gas fördern. Die rasant steigenden Preise für Öl und Flüssigerdgas (LNG) sind dem Minister zufolge auf Dauer für niemanden tragbar. Zudem sollten alternative Exportwege über den Oman oder den Jemen erschlossen werden.

Vorläufige Daten zeigen einen deutlichen Rückgang des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. Am Wochenende sei die Zahl der täglichen Durchfahrten auf eine einstellige Zahl gesunken, während der Zehn-Tages-Durchschnitt bei 14 liege. Die Zahlen schließen keine Schiffe ein, die die Meerenge mit abgeschalteten Transpondern durchqueren.

Ölpreise steigen

Die Ölpreise haben zum Wochenstart wegen der von Saudi-Arabien abgeschalteten Ölpipeline und der weiter ungeklärten Lage rund um die Straße von Hormus indes zugelegt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November kletterte in der Früh um knapp drei Prozent auf 107,60 Dollar und näherte sich damit wieder der Marke von 110 Dollar.

Am Freitag war der Brent-Preis nach einem rasanten Anstieg in den Tagen davor noch etwas gefallen. Grund für den Rückgang am Freitag war die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahostkonflikt. Am Wochenende gab es jedoch einige Rückschläge. So setzt der Konflikt im Nahen Osten den weltgrößten Ölexporteur Saudi-Arabien massiv unter Druck. Nach der iranischen Blockade der Straße von Hormus und der zunehmenden Bedrohung der Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthi-Miliz im Jemen muss das Königreich nach Drohnenangriffen auch noch eine wichtige Pipeline abschalten.

Eine daraus folgende zusätzliche Reduzierung saudischer Exporte könnte die Ölpreise weiter steigen lassen. Die Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der faktisch blockierten Straße von Hormus große Mengen Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, wurde nach Angriffen auf die Leitung in den Regionen Riad und Medina vorsorglich stillgelegt. (Reuters, APA, 14.9.2026)

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