Publiziert16. August 2026, 17:57
Chaos im GardalandPannen und Brand: Familie mit Tochter (4) in der Hitzefalle
Ein Gardaland-Besuch wird für eine Zürcher Familie zum Frusterlebnis. Attraktionen fallen aus, ein Schliessfach funktioniert nicht und später brennts. Eine Rückerstattung bietet der Freizeitpark dennoch nicht an.

Darum gehts
- Eine Zürcher Familie sitzt bei rund 35 Grad ohne Zugang zu Kleidung und Trinkwasser fest – weil ein Stromausfall das Schliessfach im Legoland-Wasserpark blockiert.
- Am 7. August häuften sich im Gardaland die Pannen: Attraktionen blieben geschlossen, ein Generator brannte und die Kommunikation des Parks war laut der Familie mangelhaft.
- Gardaland lehnt eine Ticket-Rückerstattung der rund 160 Franken ab. Stattdessen bietet man der Familie Ersatztickets bis September 2027 an.
Eigentlich wollte H. J.* (34) mit ihrem Ehemann und ihrer vierjährigen Tochter am 7. August einen schönen Ferientag im Gardaland, dem grössten Freizeitpark Italiens, verbringen. Für die Tickets bezahlte die dreiköpfige Familie umgerechnet rund 160 Franken. Doch aus dem Freizeitpark-Spass wurde nichts.
Bereits am Vormittag seien verschiedene Attraktionen immer wieder geschlossen gewesen. «Weshalb sie nicht verfügbar waren und wann sie wieder öffnen würden, war für uns nicht ersichtlich», sagt die Mutter gegenüber 20 Minuten. Bei Temperaturen von rund 35 Grad suchte die Familie deshalb gegen Mittag Abkühlung im Legoland-Wasserpark. Doch auch dort lief es nicht nach Plan.
Nachdem die Mutter und ihre Tochter eine der Wasserattraktionen genutzt hatten, wollten sie auf eine andere Wasserrutsche. Doch auch diese sei nicht in Betrieb gewesen. Nach rund 30 Minuten Wartezeit habe die Familie aufgegeben und wollte ihre Sachen wieder aus dem Schliessfach holen. Doch dann sei der Strom ausgefallen. Das Resultat: «Das elektronisch gesicherte Schliessfach mit Kleidung, persönlichen Gegenständen und Trinkwasser liess sich nicht mehr öffnen.»

Kleider und Trinkwasser im blockierten Schliessfach
Wasser habe die Familie im Wasserpark wegen des Stromausfalls ebenfalls nicht kaufen können. Also hätten die Eltern mit ihrer Tochter den Bereich verlassen wollen, um ausserhalb Getränke zu holen. Doch das sei der Familie in Badekleidung untersagt worden. «Es hiess, in Bikini und Badehose dürfe man den Bereich nicht verlassen. Da unsere Kleider aber im blockierten Schliessfach waren, standen wir für etwa 40 Minuten mit unserer vierjährigen Tochter ohne Zugang zu unserem eigenen Trinkwasser da», erzählt die Mutter.
Mehrfach habe H. den Mitarbeitenden die Situation erklärt. Trotzdem sei auf die Bekleidungsregeln verwiesen worden – «teilweise auch ziemlich patzig».
Der grösste Freizeitpark Italiens
Gardaland liegt in Castelnuovo del Garda am Südufer des Gardasees in der italienischen Region Venetien. Der Freizeitpark wurde 1975 eröffnet und ist heute mit rund drei Millionen Besuchern pro Jahr der grösste Freizeitpark Italiens.
Das Resort umfasst neben dem eigentlichen Park mehr als 30 Attraktionen, einen Legoland-Wasserpark, ein Sea-Life-Aquarium sowie drei Hotels. Zu den bekanntesten Fahrgeschäften gehören die Achterbahnen Raptor, Oblivion, Blue Tornado und Mammut.
Wegen Brand wurden Attraktionen geschlossen
Als die Familie dann in den eigentlichen Freizeitpark zurückkehrte, standen nach ihrer Schilderung erneut zahlreiche grössere Attraktionen still. Wie Bilder der 34-Jährigen zeigen, wurden unter anderem Shaman, Blue Tornado, Oblivion und Colorado Boat vorübergehend geschlossen. Wie Gardaland gegenüber 20 Minuten erklärt, war eine grössere Störung im externen Stromnetz die Ursache.
Wegen wiederholter Stromschwankungen seien mehrere Attraktionen mit hohem Strombedarf aus Sicherheitsgründen vorübergehend geschlossen worden. Um den Parkbetrieb aufrechtzuerhalten, habe Gardaland externe Generatoren eingesetzt. An einem davon brach später ein kleiner Brand aus, sagt eine Sprecherin. Laut ihr ereignete sich dieser ausserhalb des Besucherbereichs, verletzt wurde niemand. Bereits am 28. Juli hatte es im Westernbereich des Parks gebrannt.

Die Familie kritisiert nicht die Panne an sich, sondern vor allem die Kommunikation rund um das Geschehen. Eine allgemeine Durchsage über die Situation habe sie nicht wahrgenommen. Auch in der App des Parks habe es kaum Informationen gegeben. «Gleichzeitig wurden weiterhin neue Besucherinnen und Besucher in den Park gelassen und Tickets verkauft. Wieso, wenn viele Attraktionen nicht in Betrieb sind?» Zudem hätten Gäste teilweise lange vor Attraktionen gewartet, die schliesslich doch nicht gefahren seien.
Familie will Geld zurück
Nach dem Besuch verlangte die Mutter schriftlich von Gardaland eine Rückerstattung. Das Schreiben liegt 20 Minuten vor. Zunächst verwies der Kundendienst auf die Verkaufsbedingungen, wonach Tickets grundsätzlich nicht erstattungsfähig seien. Später hat Gardaland der Familie aber angeboten, die Tickets bis Ende September 2027 für einen erneuten Besuch zu verwenden.
Das kommt für sie jedoch nicht infrage: «Nach dem, was wir an diesem Tag erlebt haben, möchten wir das Gardaland nicht noch einmal besuchen. Wir wollen unser Geld zurück.»
Was ist dir bei einem Freizeitparkbesuch besonders wichtig, damit du dich wohlfühlst?
Tolle Attraktionen und kurze Wartezeiten.
Faire Eintrittspreise.
Eine gute und bezahlbare Auswahl an Essen und Trinken.
Ein gutes Sicherheitskonzept und Sauberkeit.
Freundliches Personal und klare Kommunikation bei Pannen.
Hauptsache, ich habe Spass.
Ich besuche keine Freizeitparks.
*Name der Redaktion bekannt

Lynn Sachs (sac) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Sie ist stellvertretende Leiterin des Ressorts News.
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