Perfider Betrug: Kriminelle kennen Hotelnamen, Anreisedatum, Reservierungsdetails – und schlagen dann zu

Stand: 25.09.2026, 07:39 Uhr

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Urlauber erhalten plötzlich Nachrichten mit ihrem exakten Hotelnamen und Anreisedatum. Genau das macht eine neue Betrugsmasche brandgefährlich.

Berlin – Eine WhatsApp-Nachricht aus Brasilien, die als Absender eine gewöhnliche Gmail-Adresse angibt: Weil seriöse Buchungsportale so nicht kommunizieren, wirkt das zunächst wie ein plumper Spam-Versuch. Doch der Fall entpuppt sich als weitaus bedrohlicher. Die Nachricht nennt den Namen einer gebuchten Unterkunft auf den Färöer-Inseln, das Anreisedatum und weitere Reservierungsdetails. Cyber-Sicherheitsforscher warnen vor einer neuen Generation von Reisebetrug, bei der alte Erkennungsregeln nicht mehr greifen.

App „booking.com“ ist auf einem Smartphone zu sehen

Betrugsmasche: Urlauber erhalten plötzlich Nachrichten mit ihrem exakten Hotelnamen und Anreisedatum. (Archivfoto) © Fabian Sommer/dpa/dpa-tmn

Genau dieser Fall traf kürzlich einen Mitarbeiter der Bild-Zeitung. Die dubiose Nachricht enthielt die Bezeichnung seines Feriendomizils in der Schreibweise, die ausschließlich bei Booking.com hinterlegt ist – auf Plattformen wie Airbnb läuft dasselbe Inserat unter einem anderen Namen. Eine kurze Nachfrage beim Gastgeber brachte Gewissheit: Der Kontaktversuch war fingiert. Wie die Täter an diese sensiblen Informationen gelangten, bleibt bislang ungeklärt.

Betrugsversuche bei Booking.com: Erste Vorfälle bereits vor drei Jahren

Aktuell sind zwei Szenarien denkbar. Bereits im April warnte Booking.com einige Nutzer davor, dass Buchungsinformationen wie Namen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen durch verdächtige Aktivitäten in fremde Hände gelangt sein könnten. Ein weiteres Einfallstor liegt bei den Vermietern selbst: Wer seine Immobilien auf mehreren Portalen gleichzeitig anbietet, bündelt die Gästedaten zur Organisation oft in einer externen Verwaltungssoftware. Kriminelle könnten gezielt die Datenbanken solcher Drittanbieter abgegriffen haben.

Dass die Masche seit Jahren läuft, dokumentiert die Verbraucherzentrale NRW. Erste Vorfälle registrierten die Verbraucherschützer bereits im November 2023, vereinzelte Meldungen gehen bis heute ein. Besonders perfide ist dabei der Weg der Kriminellen: Sie platzieren ihre Nachrichten oft direkt im offiziellen Kommunikationsportal von Booking.com. Dort taucht dann eine täuschend echte Forderung auf: „Aufgrund einer Aktualisierung der Buchungsregeln sind wir gezwungen, eine zusätzliche Kartengarantie zur Sicherung Ihrer Unterkunft zu verlangen.“ Ein Link leitet die Opfer anschließend auf eine gefälschte Zahlungsseite um, die dem Originalportal bis ins Detail gleicht.

Wer dort seine Kreditkartendaten eintippt, spielt sie den Tätern direkt in die Hände. Die Verbraucherzentrale rät: Urlauber sollten solche Aufforderungen konsequent ignorieren und sich im Zweifel telefonisch direkt bei der Unterkunft rückversichern. Wer seine Daten bereits preisgegeben hat, muss umgehend seine Bank kontaktieren, die Karte sperren lassen und Anzeige bei der Polizei erstatten. Bei Booking.com fielen Touristen aus aller Welt übrigens auch auf eine Geisterwohnung in Mailand herein. (sk) Verwendete Quellen: bild.de, verbraucherzentrale.de, booking.com