Stand: 16.07.2026, 14:02 Uhr
Revolution bei der Squadra Azzurra: Paolo Maldini will Andrea Pirlo als neuen Italien-Trainer. Steht der Sensations-Coup kurz bevor?
Vielleicht findet das Treffen zwischen dem Präsidenten des italienischen Fußballverbands und dem Weltmeister schon am Donnerstag (16. Juli) statt, um eine gemeinsam getragene Entscheidung zu treffen. Der Präsident hatte ursprünglich auf Mancini gesetzt.
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Dieser Artikel von Guglielmo Buccheri entstand in Kooperation mit Gazzetta dello Sport.
Der Durchbruch steht noch aus. Bis die kriselnde Squadra Azzurra ihren neuen Nationaltrainer erhält, bleibt wenig Zeit. Auf dem Feld gibt es nun aber einen festen Bezugspunkt für den Neustart: Paolo Maldini, neuer Technischer Direktor der FIGC und Präsident des Club Italia, hat Andrea Pirlo als seinen Wunschkandidaten für die Zukunft vorgestellt.
Maldinis Wahl: Pirlo als neuer Nationaltrainer
Es sind Stunden voller Kontakte, Gespräche und Überlegungen. Paolo Maldini und Leonardo telefonieren mit Giovanni Malago, der seit dem 22. Juni Präsident des italienischen Verbandes ist. Auf dem Tisch liegt eine Shortlist von Kandidaten, die die besten Voraussetzungen für den Posten mitbringen.
Seit gestern kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: Maldini hat sich nicht gedrückt. Er hat Malago erklärt, warum er den Weltmeister von 2006, Andrea Pirlo, für das Projekt WM 2030 verpflichten will. Pirlo gilt für Maldini – seinen Freund und langjährigen Mannschaftskameraden bei den Rossoneri – als pragmatischer Visionär. Sein Mut, sein Tatendrang und sein tiefes Verständnis für den modernen Fußball machten ihn für Maldini schon früh zu einem kommenden Startrainer.
Warum Pirlo für Maldini der ideale Kandidat ist
Ob sich das bewahrheitet, ist offen. Andrea Pirlo begann seine Trainerlaufbahn, indem er die Meisterserie von Juventus Turin fortführen sollte. Er scheiterte zwar an diesem ambitionierten Ziel, hinterließ trotz mangelnder Trainererfahrung aber einen soliden Eindruck. Damals war der Sprung groß, aber nicht traumatisch. Heute wäre der Schritt ungewöhnlich: vom United FC aus Dubai direkt zur Nationalmannschaft.
Gleichzeitig gilt dieser Schritt für diejenigen als notwendig, die den italienischen Fußball grundlegend reformieren wollen. Maldini will Pirlo. Malago hat dies zur Kenntnis genommen und wird nun seine eigene Rolle in diesem Prozess spielen. In seinem Terminkalender ist – möglicherweise schon für diesen Nachmittag oder morgen – ein Treffen mit Andrea Pirlo eingeplant, um die sportliche Zukunft persönlich auszuloten.
Vertragsdauer und Gehalt gelten dabei als geringste Probleme. Im Vordergrund stehen das gemeinsame Konzept und die sportliche Ausrichtung. Pirlo spricht dieselbe Sprache wie Maldini und Leonardo, letzterer als Berater der Nationalmannschaft. Diese gemeinsame Sprache hat sich über Jahre entwickelt und richtet den Blick auf die unmittelbare Zukunft.
Gemeinsamer Plan für eine stille Revolution
Im italienischen Fußball gibt es viel zu tun: Einige Strukturen müssen angepasst, andere grundlegend umgestaltet werden. In diesem Zusammenhang steht die Entscheidung des Technischen Direktors und ehemaligen Kapitäns der Nationalmannschaft: Sich auf Pirlo zu verlassen bedeutet, auf jemanden zu setzen, der die Anforderungen der Gegenwart – im September beginnt die Nations League – erfüllen und gleichzeitig die Zukunft im Blick behalten kann. Maldini hat seine Wahl getroffen, nun ist Malago am Zug. Der Präsident des Verbands hat sich dafür entschieden, einen neuen Weg zur Ernennung des Nationaltrainers zu gehen.
Früher lag diese Entscheidung direkt beim Präsidenten der FIGC. Jetzt soll die Ernennung aus einem gemeinsamen Konsens hervorgehen, bei dem die Rolle des Leiters des Club Italia und des Technischen Direktors zentral und aktiv ist. Konkret bedeutet das: Malago, Maldini und Leonardo verfolgen dasselbe Ziel und müssen an einem Strang ziehen. Beobachter betonen, dass der Name, an den der Verbandspräsident seit Langem zuerst denkt, Roberto Mancini ist.
Malagos Präferenz, die Alternative Mancini und das Zeitfenster
Die Verbindung zwischen den beiden gilt als sehr eng, die gegenseitige Wertschätzung ebenfalls. Roberto Mancini steht auf der Shortlist, ebenso Antonio Conte und zuvor auch Pep Guardiola. Handelt es sich also um einen direkten Vergleich zwischen Pirlo und Mancini? Dem ist nicht so. Für einen echten Richtungswechsel und neuen Erfolg ist jetzt ein partnerschaftliches Klima entscheidend.
Malago hatte keinen anderen Plan, als Maldini von der Rolle des Technischen Direktors zu überzeugen. Dies hat er auch mithilfe der Zustimmung zum Berater Leonardo erreicht. Zudem passt die Einrichtung einer ständigen Vertretung des Verbands – eines Büros des Club Italia – in der Zentrale der Serie A in Mailand zu den Bedürfnissen des dort verwurzelten Maldini. Aus den Gesprächen von gestern ist der Name Pirlo als konkreter Kandidat hervorgegangen. Er war bereits im Rennen und ist es nun noch stärker.
Malago betrachtet die Entscheidung über den nächsten Nationaltrainer nicht als abgeschlossen und wird sich deshalb in Kürze mit dem Weltmeister von 2006 treffen. Die Entscheidung über den neuen Nationaltrainer soll zu Beginn der kommenden Woche fallen. Das ist rechtzeitig, um sich bei der Versammlung der Erstligaklubs mit einer klareren Organisationsstruktur zu präsentieren, in der auch Gigi Buffon einen Platz finden könnte. Maldini hat den Ball an den Verbandspräsidenten weitergegeben. Malago hat ihn aufgenommen und denkt nach.
Für viele erscheint die Berufung Pirlos als Wagnis, aber nicht für diejenigen, die ihn aus nächster Nähe kennen. In wenigen Stunden könnte Klarheit herrschen, denn die Zeit drängt. Italien braucht eine verlässliche sportliche Führung, um seinen Platz in der Fußballwelt zurückzuerobern. Diese Aufgabe ist alles andere als einfach.