Stand: 20.10.2026, 14:24 Uhr
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Der Mission S soll ein Leuchtturm der Marke und ein wesentlicher Teil der Strategie „Sportwagenschmiede `35″, werden. Doch bei der Modellstrategie wirkt Porsche weiterhin erstaunlich widersprüchlich. Ein Kommentar von Mario Puksec.
Michael Leiters hat erkannt, wofür die Marke Porsche steht. Die Fokussierung auf Sportwagen, Motorsport, Autos für Technik-Gourmets ist schlüssig.
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Der Mittelmotorsportler Mission S, als neuer Leuchtturm der Marke oberhalb des 911, ist eine erfreuliche Entscheidung. Im Hypercar-Segment, in dem sich McLaren und Ferrari breitmachen, wird die Luft für das Heckmotorlayout des 911 zunehmend dünn.
Die Ikone 911 pflegen die Schwaben aber konsequent weiter – gut so! Das Absatzplus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist nicht auf Modellwechsel, Facelift oder Rabattaktionen zurückzuführen, sondern auf die Lust der Kunden am klassischen Sportwagen.
Kein Durchhaltevermögen bei E-SUVs
Beim Macan dagegen beweisen die Zuffenhausener kein Durchhaltevermögen. Ausgerechnet im Segment der leistungsstarken SUVs, wo sich der Elektroantrieb zunehmend durchsetzt, wird der Verbrenner nachgeschoben.
Dabei zeigt der elektrische Cayenne, dass der E-Antrieb im SUV-Kontext zunehmend vom Markt angenommen wird. Die Fahrzeuge bieten den notwendigen Bauraum für reichweitenstarke Batterien, hohe Gewichte fallen hier deutlich weniger negativ auf. Kunden verzeihen einem SUV zwei Tonnen und mehr – ein Sportwagen verliert in dieser Gewichtsklasse dagegen an Glaubwürdigkeit.
Dort, wo ein klassischer Antrieb am besten zur Fahrzeugidee passt, bleibt Porsche dagegen stur bei der Elektrifizierung, verweigert den Fans im Einstiegssegment den Boxster-/Cayman-Nachfolger als Verbrenner – obwohl dieser durchaus diskutiert wurde. Die 718-Baureihe soll ab 2027 tatsächlich ausschließlich elektrisch kommen. Dabei lebt ein Sportwagen von geringem Gewicht und charakterstarkem Antrieb. Hier werden die Nachteile des Elektroantriebs besonders deutlich. Da können die Schwärmereien der Entwickler im Vorfeld noch so laut sein.
Der Kleinste trägt die größte E-Last
Kein anderes Modell von Porsche stand mehr für den leichten, agilen, vom Wohlstandsspeck befreiten Mittelmotorsportler als Boxster und Cayman. Gerade in diesem sensiblen Segment soll auf Krampf die Elektrostrategie aufrechterhalten werden. Verdrehte Welt.
Bleibt nur zu wünschen, dass die Plattform des neuen 718 die nachträgliche Möglichkeit zur Verbrenner-Konversion bereithält – wenn Leiters eines Tages nachschieben will, was Markenfans fordern. Wenn nicht, wird das vielversprechendste Sportwagen-Konzept kein Erfolgsmodell mehr.
Es entsteht der Eindruck, dass die Antriebsstrategie weniger das Wesen der Baureihe berücksichtigt als vielmehr politischen und planerischen Zwängen folgt. Ein Auto, „das keiner braucht, aber jeder will“ – um einen alten Porsche-Werbespruch zu zitieren –, kann sich so eine Nüchternheit nicht leisten.