Prinzen-Sänger zeigt Morddrohungen an – und erlebt bittere Enttäuschung bei der Polizei
Stand: 17.08.2026, 06:49 Uhr
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Der Musiker hatte sich beim Freund und Helfer gemeldet, um Unterstützung zu bekommen. Passiert ist allerdings bis heute nichts.
Leipzig – Seit 35 Jahren steht Sebastian Krumbiegel mit den Prinzen im Rampenlicht. Doch wer seine Bekanntheit nutzt, um sich gesellschaftlich und politisch zu positionieren, bekommt nicht nur Zustimmung. Der Sänger erlebt immer wieder Hass im Netz und berichtet nun, dass die Anfeindungen sogar in massive Drohungen umschlugen.

Für Krumbiegel ist das besonders bitter, weil er Gewalt nicht nur aus der Distanz kennt. Bereits 2003 wurde der Musiker in Leipzig von zwei Neonazis zusammengeschlagen. Heute versucht er, Hass und Beschimpfungen nicht mehr an sich heranzulassen. Zu dieser Haltung trugen offenbar auch ernüchternde Erfahrungen nach Anzeigen bei.
Bekannter Pop-Sänger erfolglos bei der Polizei: Anzeigen verliefen „im Sande“
Im Interview mit dem Playboy erzählt Sebastian Krumbiegel jetzt, wie er inzwischen mit Hasskommentaren umgeht. „Am Anfang habe ich ein paar richtig üble Drohungen angezeigt, das ist aber alles im Sande verlaufen, und ich habe gemerkt, wie viel Energie mich das kostet“, berichtet Krumbiegel. Mittlerweile ignoriere er solche Angriffe weitgehend und lese Kommentare teilweise überhaupt nicht mehr. Dabei unterscheidet der Prinzen-Sänger klar zwischen kritischen Reaktionen und persönlichen Attacken. „Beschimpfen lasse ich mich nicht, und ich schimpfe auch nicht zurück. Ich lese Kommentare oft gar nicht mehr, das ist auch eine Frage der emotionalen Hygiene“, erklärt er.
Dass Krumbiegel weiß, wie bedrohlich Hass werden kann, zeigt ein Vorfall aus dem Juni 2003. Damals griffen ihn zwei Neonazis in einem Leipziger Park an. In einem Gespräch mit Planet Interview im November 2006 schilderte er, die Täter hätten mit „blinder Wut“ auf ihn eingeschlagen und getreten: „Ich hatte Glück, dass mir in diesem Moment jemand zur Hilfe gekommen ist, sonst wüsste ich nicht, was die noch alles mit mir gemacht hätten.“
Trotz solcher Erfahrungen will sich Krumbiegel nicht aus gesellschaftlichen Debatten zurückziehen. Seine Songtexte seien zuletzt politischer geworden, auch wenn ihm das nicht nur Freunde eingebracht habe. Musikalisch steht zugleich ein großer Umbruch bevor. Die Prinzen feiern aktuell ihr 35-jähriges Bestehen und wollen sich anschließend mit einer Abschiedstour von ihren Fans verabschieden. Krumbiegel selbst hätte nach eigener Aussage gerne weitergemacht. Für ihn persönlich bedeutet das Band-Aus deshalb keineswegs das Karriereende: Er will weiterhin Musik schreiben, Klavier spielen und auf der Bühne stehen. Vor Kurzem sprach Krumbiegel offen über ein weiteres persönliches Thema: die Demenzerkrankung seines Vaters. Verwendete Quellen: Playboy, Planet Interview