Stand: 19.09.2026, 21:20 Uhr
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News-Ticker zu Prognosen und Hochrechnungen der Berlin-Wahl: Die Linke liegt in Umfragen vorn. Doch die CDU lauert auf dem zweiten Platz, Spitzenkandidat hofft auf den Einzug ins Rote Rathaus.
Berlin – Am kommenden Sonntag blickt Deutschland gespannt auf die Hauptstadt. Rund 2,5 Millionen Wahlberechtigte bestimmen dann über die Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses – und damit auch darüber, wer künftig als Regierender Bürgermeister ins Rote Rathaus einzieht. Parallel zur Berlin-Wahl findet auch die Abstimmung in Mecklenburg-Vorpommern statt. Verfolgen Sie alles Wichtige sowie erste Prognosen und Hochrechnungen in unserem Ticker:
Die jüngsten Umfragen zeichnen ein kompliziertes Bild. Linke und CDU liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den ersten Platz. Je nach Institut schwanken die Werte zwischen 20 und 22 Prozent für die Linkspartei sowie 19 bis 20 Prozent für die Christdemokraten. Auf Rang 3 positioniert sich die AfD mit stabilen 18 Prozent. Grüne (15 bis 16 Prozent) und SPD (12 Prozent) folgen dahinter. Beide Parteien dürften am Ende über die Regierungsbildung entscheiden – als potenzielle Königsmacher für ein Dreierbündnis.

Eine Regierung aus nur zwei Parteien erscheint nach aktuellem Stand unmöglich. Sämtliche demokratischen Kräfte haben eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausgeschlossen. Damit bleiben als realistische Optionen ein schwarz-grün-rotes Bündnis unter CDU-Führung oder eine rot-grün-rote Koalition mit der Linken an der Spitze.
Bezirkswahlen mit niedrigerer Hürde – auch EU-Bürger stimmen in Berlin ab
Zeitgleich mit der Abgeordnetenhauswahl werden die Bezirksverordnetenversammlungen neu besetzt. Diese wählen anschließend die Bezirksbürgermeister. Anders als auf Landesebene gilt hier eine Drei-Prozent-Hürde statt der üblichen fünf Prozent. Zudem dürfen neben allen Deutschen ab 16 Jahren auch EU-Bürger ihre Stimme abgeben. Die Prognosen und Hochrechnungen der Berlin-Wahl werden daher mit großem Interesse verfolgt.
Berlin-Wahl: CDU-Mann Evers setzt auf Sicherheit und warnt vor „extremistischer“ Linken
Für die CDU tritt Stefan Evers als Spitzenkandidat an. Der bisherige Finanz- und Kultursenator sprang erst zehn Wochen vor dem Wahltermin ein, nachdem der amtierende Regierende Bürgermeister Kai Wegner seinen Rückzug erklärt hatte. Wegner war wegen seiner Krisenkommunikation während eines tagelangen Stromausfalls im Januar massiv unter Druck geraten.
Trotz anfänglich geringer Bekanntheitswerte konnte Evers die CDU in Umfragen bei 20 Prozent stabilisieren. Sein Wahlkampf konzentriert sich auf die Themen Sicherheit und Sauberkeit. Gleichzeitig positioniert er sich als Verhinderer einer von der Linken geführten Regierung, die er als „extremistisch“ bezeichnet.
Das Gesicht der Linkspartei ist Spitzenkandidatin Elif Eralp. Ein Wahlsieg würde die türkischstämmige Juristin zur ersten Regierenden Bürgermeisterin der Linken machen – und zur ersten Migrantin an der Spitze Berlins. Auch Eralp wäre auf ein Bündnis mit SPD und Grünen angewiesen. Allerdings weigert sich die SPD bislang, die von Linkspartei und Grünen geforderte Enteignung großer Wohnungsbauunternehmen mitzutragen. Zusätzlich belasten Vorwürfe mutmaßlich antisemitischer Tendenzen in Teilen der Linken die Koalitionsgespräche.
Berlin-Wahl: Grüne und SPD könnten zu Königsmachern werden
Die in der Hauptstadt traditionell starke SPD tritt mit Spitzenkandidat Steffan Krach zur Berlin-Wahl an. Der leidet aber nicht nur unter der bundesweiten Schwäche seiner Partei. Gegen Evers läuft ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen eines Vergabeverfahrens während seiner Zeit als Präsident der Region Hannover. Der Vorwurf lautet Vorteilsannahme – Krach weist die Anschuldigungen entschieden zurück.
Die AfD steht in Umfragen zwar bei 18 Prozent und könnte ihr Resultat von 2023 damit verdoppeln. Da jedoch alle anderen Parteien eine Koalition mit ihr ablehnen, bleibt eine Regierungsbeteiligung ausgeschlossen. Die Grünen unter Spitzenkandidat Werner Graf erreichen 15 bis 16 Prozent. Gemeinsam mit der SPD dürften sie über die Regierungsbildung entscheiden. FDP und BSW hingegen könnten laut Umfragen knapp an der Fünfprozenthürde scheitern.
Prognosen und Hochrechnungen bei der Berlin-Wahl: So geht es danach weiter
Die Wahllokale schließen am Sonntag um 18 Uhr. Unmittelbar danach veröffentlichen ARD und ZDF erste Prognosen auf Basis von Nachwahlbefragungen. Im Laufe des Abends folgen Hochrechnungen, die auf stichprobenhaften Ergebnissen aus ausgewählten Wahllokalen sowie Daten des Statistischen Landesamts basieren.
Noch in der Wahlnacht oder spätestens am Montag wird ein vorläufiges amtliches Endergebnis verkündet. Bis ein neuer Senat im Amt ist, vergehen jedoch mehrere Wochen. Die Berliner Verfassung schreibt vor, dass das neu gewählte Abgeordnetenhaus spätestens am 30. Tag nach der Wahl erstmals zusammentreten muss. Bis dahin bleibt das bisherige Parlament handlungsfähig. (red mit Agenturen)