Putins neue Bedrohung überrennt Kiews Luftabwehr

Stand: 16.09.2026, 18:44 Uhr

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Russland setzt auf neue schnelle Billigwaffen – und zwingt die Ukraine, ihre Abwehr umzubauen.

Es könnte ein Gamechanger in Wladimir Putins Angriffskrieg sein: Russland bringt eine neue Generation vergleichsweise günstiger und schneller Flugkörper in den Krieg gegen die Ukraine. Sie könnten für Kiew zu einer wachsenden Gefahr werden, weil sie bestehende Abwehrsysteme unter Druck setzen. Wie das Wall Street Journal berichtet, gehören dazu neue Geran-Drohnen und der Marschflugkörper Banderol.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

Nach Angaben der Zeitung kombinieren die neuen Waffen höhere Geschwindigkeit mit moderner Navigation und Kommunikation. Russland habe ältere Modelle weiterentwickelt, im Einsatz getestet und anschließend rasch in die Serienproduktion gebracht. Das verschaffe Moskau einen Vorsprung. Vor allem China spiele bei der Versorgung mit Bauteilen eine wichtige Rolle, berichtet die US-Zeitung unter Berufung auf ukrainische Stellen und Analysten.

Putins neue Bedrohung überrennt Kiews Luftabwehr

Russland setzt auf neue schnelle Billigwaffen – und zwingt die Ukraine, ihre Abwehr umzubauen. © © IMAGO / Depositphotos / Illustration / Symbolbild

Russland setzt auf billig und schnell

Besonders deutlich zeigt sich der Wandel bei der Geran-5. Laut dem Wall Street Journal erinnert sie eher an einen Marschflugkörper als an die langsameren, propellergetriebenen Shahed-Drohnen, auf deren Abwehr sich die Ukraine eingestellt hatte. Mike Monnik vom Sicherheitsunternehmen DroneSec beschreibt das System als eine Art besonders günstigen Marschflugkörper.

Auch der Preis verändert das Kräfteverhältnis deutlich. Geran-5 und Banderol kosten nach Schätzungen jeweils rund 100.000 Dollar (umgerechnet knapp 87.000 Euro), wie das Blatt schreibt. Hochwertige US-Tomahawk-Marschflugkörper und vergleichbare russische Systeme lägen dagegen bei mehr als zwei Millionen Dollar, also mehr als 1,7 Millionen Euro.

Die russische Rüstungsindustrie profitiert dabei laut dem Bericht stark von chinesischen Komponenten. Dazu gehörten Triebwerke, Navigationsrechner und Kommunikationselektronik. Viele dieser Teile seien frei erhältliche Dual-Use-Produkte. DroneSec schätzt den Preis chinesischer Strahltriebwerke für Geran-Drohnen auf höchstens 45.000 Dollar, was umgerechnet knapp 39.000 Euro sind.

Neue Belastung für die ukrainische Luftabwehr

Für die Ukraine wächst damit das Problem, günstige Angriffswaffen mit deutlich teureren Abfangsystemen bekämpfen zu müssen. Laut Wall Street Journal, greifen auch NATO-Staaten und US-Streitkräfte bei ähnlichen Bedrohungen auf kostspielige Systeme wie Patriot-Raketen oder Kampfjets zurück. Westliche Hersteller arbeiten deshalb an schnelleren und günstigeren Abfangdrohnen.

Die neue Drohnengeneration ist allerdings nur ein Teil des russischen Angriffsarsenals. Russland setze auch ballistische Raketen ein, die besonders schwer abzufangen sind. Noch größer ist nach Einschätzung von Justin Bronk vom britischen Royal United Services Institute die Gefahr durch russische Gleitbomben. Gegen diese Angriffe habe die Ukraine derzeit kaum wirksame Abwehrmöglichkeiten.

Der Bericht sieht die Entwicklung deshalb auch als Warnsignal für die NATO. Russische Drohnen und Raketen seien bereits in den Luftraum von Bündnisstaaten eingedrungen. Militäranalysten fordern demnach eine stärker vernetzte Luftverteidigung, die auf Bedrohungen in unterschiedlichen Höhen, Geschwindigkeiten und Preisklassen reagieren kann. Quellen: The Wall Street Journal, nif/red.