Putins Öl-Deal mit den USA: Milliarden-Geschäft wird zum Hebel im Ukraine-Krieg
Stand: 05.10.2026, 14:04 Uhr
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Ein Lukoil-Deal über bis zu 20 Milliarden Dollar wird zum möglichen Hebel in den Ukraine-Verhandlungen – und wirft heikle Fragen auf. Eine Analyse.
Washington / Moskau – Die diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs haben eine neue, unerwartete Dimension erreicht. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, erstrecken sich die Gespräche zwischen den USA und Russland inzwischen auf ein milliardenschweres Ölgeschäft.
Demnach schlug Kreml-Chef Wladimir Putin den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner bei einem Treffen Anfang September im Kreml vor, den Verkauf der weltweiten Vermögenswerte von Lukoil abzuschließen. Putin argumentierte laut Verhandlungskreisen, eine solche Transaktion könne der russischen Öffentlichkeit demonstrieren, dass Geschäfte mit den USA trotz des Konflikts weiterhin möglich seien.
Ein globales Netz aus Ölfeldern, Raffinerien und Tankstellen
Gegenstand der Verhandlungen ist das umfangreiche internationale Holding-Netzwerk von Lukoil, das unter anderem Ölfelder in Kamerun, Raffinerien in Europa sowie mehrere hundert Tankstellen in den USA umfasst. Nach Schätzungen wird das Paket auf bis zu 20 Milliarden US-Dollar taxiert. An der Spitze des Konsortiums, das die Übernahme anstrebt, steht der US-Investor Todd Boehly. Dem Konsortium gehören zudem zwei namhafte Geschäftsgruppen aus dem Nahen Osten an, die bereits bestehende Verbindungen zu den Familien von Kushner und Witkoff pflegen.
Heikle Überschneidungen von Wirtschaft und Diplomatie
Die Verknüpfung des Megadeals mit den Friedensverhandlungen ruft scharfe Kritik und Forderungen nach Transparenz hervor. Wie das Handelsblatt berichtete, führt der Vorgang zu einer heiklen Vermischung von Geopolitik und privaten Interessen. Obwohl bislang keinerlei Hinweise auf eine direkte persönliche Bereicherung von Kushner oder Witkoff vorliegen, wirft die Verflechtung Fragen hinsichtlich der Motive auf: Die Genehmigung des Geschäfts durch das US-Finanzministerium ist zwingend erforderlich, da Lukoil strengen US-Sanktionen unterliegt. Erst eine behördliche Freigabe würde die blockierten Vermögenswerte wieder nutzbar machen und deren Wert erheblich steigern.
Geopolitische Signalwirkung auf die Energiemärkte
Aus Sicht der US-Administration könnte der Deal als Katalysator dienen, um Bewegung in die festgefahrenen Friedensgespräche zu bringen. Präsident Donald Trump betonte in der Vergangenheit wiederholt, dass Russland ein immenses wirtschaftliches Potenzial besitze. Befürworter der Vereinbarung erhoffen sich zudem eine Stabilisierung der weltweiten Ölpreise. (Redaktion)