Es ist AMDs großer Tag, das erste Rackscale-Design Helios ist fertig und in Produktion. AMD greift damit den Platzhirsch Nvidia frontal an und musste dafür in vielen Bereichen Neuerungen etablieren. Im riesigen Helios-Rack kommen diese nun alle gemeinsam zum Einsatz. Ein Überblick.
Das Rack „Helios“ im Überblick
Helios ist ein echter Klopper: Bei 1,2 Metern Breite und 1,3 Metern Tiefe ist fast alles an dem Rack ziemlich groß. Und natürlich auch schwer. Wenn einzelne Einschübe wie das Switch Blade bereits 170 Pfund (77 kg) wiegen, wird klar, dass man hier in Summe von Tonnen redet.
Die Basis für das Rack ist das Format Open Rack Wide (ORW) mit Platz für 44 OU. OU wiederum steht für Open Unit und beschreibt die Höhe eines Einschubs, der hier 48 mm vs. traditionelle 44,45 mm nutzt.
Das steckt in einer Open Unit (OU)
Zwei Mal neun und damit achtzehn dieser OUs sind mit vier je Instinct-Beschleunigern und einem Epyc-Prozessor bestückt – das macht 72 GPUs und 18 CPUs. Hinzu kommen sechs Switch Trays, die zentral in der Mitte zwischen den 18 Compute Trays sitzen. Jeder dieser Switch Trays bietet zwei Ethernet Switches. Die insgesamt zwölf Ethernet Switches sind mit allen 72 GPUs verbunden. Und die Technik im Inneren lautet Broadcom Tomahawk.
Extrem skalierbar
Die Scale-up-Architecture ist am Ende das, was das neue Rack ausmacht. Jede GPU hat den gleichen Weg, selbst Fehler in einem Switch können damit schnell und problemlos umgangen werden. Denn, wie AMD erklärt, sind Fehler durchaus an der Tagesordnung, sei es nur durch ein fehlerhaftes Kabel. Die Arbeit im Helios-Rack soll das quasi nicht stören.
Es sind letztlich auch die Details, die Helios ausmachen. Instinct MI455X wird natürlich in der besten Konfiguration verbaut. Doch beim Prozessor muss AMD nicht an die Grenze gehen, sondern nutzt einen 96-Kerner mit 8 × 12 Zen-6-Kernen: Dem AMD Epyc 9G76 als High-Frequency-CPU (HF) mit 5 GHz stehen 16 DIMM-Slots zur Seite, je 64 GByte sind verbaut für 1 TByte RAM.
Pensando und ZT Systems nun voll integriert
Auch die ersten 800-Gbit-Ethernet-Lösungen feiern mit Helios ihre Premiere. Vulcano setzt dabei auf modernste Technik, wird sogar in 3 nm gefertigt. Und DPUs der Serie Salina sind ebenfalls verbaut – der Kauf von Pensando vor einigen Jahren kommt nun voll zum Zuge.
Ein weiterer Kauf hat am Ende mehr geholfen, als zunächst sichtbar: ZT Systems. 4,9 Milliarden US-Dollar war AMD das Unternehmen wert, aber die Erfahrung brachte AMD erst auf den Weg, auf dem der Konzern mit Helios die ersten Schritte macht.
AMD bekam dadurch ein viel besseres Verständnis für Racks, angefangen bei der Mechanik, aber natürlich auch der Energieversorgung und der Steuerung für das ganze System. ZT Systems brachte viele Partner mit, sodass die Umsetzung entsprechend schnell angegangen werden konnte.
Die Produktion läuft auf Hochtouren
Das Helios Rack ist nun in voller Produktion. Und das ist nur der Anfang, wie AMD klarstellt. Denn bei 72 GPUs im System muss nicht Schluss sein, größere Pods könnten zügig mehr bringen. Aber das ist eine Meldung für die Zukunft. Schließlich sieht man sich schon heute mit Helios als Nummer 1 vor Nvidia.
ComputerBase wurde von AMD zum AMD Advancing AI 2026 eingeladen und hat Material vorab unter NDA erhalten. Das Unternehmen übernahm dabei die Kosten für die Flüge in der Economy Class, Hotel-Übernachtungen und Verpflegung. Eine Einflussnahme des Herstellers auf die Berichterstattung fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.