Hohe Kerosinkosten erschüttern Branche: Ryanair zieht Notbremse und setzt im Winterflugplan den Rotstift an

Reaktion auf hohe Kerosinkosten: Ryanair streicht Tausende Flüge im Winter

Stand: 02.09.2026, 20:19 Uhr

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Ryanair streicht im Winterflugplan drastisch Flüge. Hohe Kerosinpreise belasten die Airline schwer – nun drohen Passagieren steigende Ticketpreise.

Dublin – Ryanair will im Winterflugplan Flüge streichen und kündigt damit einen drastischen Versuch an, die Verluste durch monatelang hohe Treibstoffpreise infolge des Iran-Kriegs einzudämmen. Die Billigfluglinie erklärte, sie rechne infolge der Kürzungen damit, im laufenden Geschäftsjahr zwei Millionen Passagiere weniger zu befördern, wodurch sich ihre Treibstoffrechnung um bis zu 100 Millionen Euro verringern dürfte.

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Dieser Artikel von Christopher Jasper entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk

Ryanair warnte, dass die Gewinne trotz dieser Einsparungen voraussichtlich unter dem Rekordniveau des Vorjahres liegen werden, betonte jedoch, es sei noch zu früh, um nähere Details zu nennen.

Ryanair-Maschinen

Ryanair setzt beim Winterflugplan den Rotstift an. (Symbolfoto) © Marcel Kusch/dpa

Das Unternehmen erklärte: „Angesichts hoher Ölpreise ist es sinnvoll, das Engagement der Gruppe in nicht abgesicherten Kerosinmengen während des unrentablen Winterflugplans strategisch zu reduzieren.“

Ryanair erwartet stagnierende Passagierzahlen im Winter

Ryanair teilte außerdem mit, dass die Passagierzahlen von November bis März infolge der Flugplanreduzierungen „in etwa auf Vorjahresniveau“ liegen würden, und bezeichnete die Maßnahmen als „einmalig“. Der Schritt, Flüge zu streichen, ist für Ryanair ungewöhnlich, da die Airline bislang Marktanteile nahezu um jeden Preis jagte, und könnte eine umfassendere Neubewertung der Kapazitätsplanung bei europäischen Fluggesellschaften einläuten. Deutsche Flughäfen verärgern Ryanair ohnehin.

Airlines weltweit kämpfen mit den Folgen seit mehr als sechs Monaten erhöhter Kerosinkosten seit Beginn des Konflikts im Golf. Die Treibstoffpreise schnellten in die Höhe, nachdem die USA und Israel ihre Angriffe auf den Iran gestartet hatten, was die Sorge widerspiegelte, dass begrenzte Produktionskapazitäten für Kerosin zu Lieferengpässen führen könnten.

Anhaltend hohe Kerosinpreise nach Beginn des Iran-Kriegs

Obwohl die Preise im Vergleich zu den Höchstständen zu Beginn des Konflikts wieder gefallen sind, lag der Durchschnittspreis für Flugzeugtreibstoff in der vergangenen Woche bei 157 US-Dollar (ca. 135 Euro) pro Barrel. Das sind mehr als 70 Prozent über den 90 US-Dollar (ca. 78 Euro) zu Jahresbeginn 2026, wie der Internationale Luftverkehrsverband mitteilte. Das ist mehr als doppelt so viel wie der Anstieg bei Rohöl.

Ryanair erklärte, man habe sich für 80 Prozent des Treibstoffbedarfs bis kommenden März einen Preis von 67 US-Dollar (ca. 58 Euro) pro Barrel gesichert, sei für den verbleibenden Anteil jedoch dem aktuellen Marktpreis ausgesetzt. Vorauskäufe für den nächsten Sommer seien zwar etwas günstiger als der aktuelle Marktpreis, aber dennoch deutlich teurer als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr.

Steigende Ticketpreise und Druck auf Konkurrenten

Die irische Fluggesellschaft erklärte, dass die Ticketpreise, die zuletzt „leicht rückläufig“ waren, weil Airlines um die Auslastung ihrer Maschinen kämpfen, ebenfalls steigen werden, falls der Krieg nicht nachlässt und die Ölpreise hoch bleiben. Kurzstreckenanbieter in Europa würden sich zudem schwer tun, ihre Kapazitäten auf dem aktuellen Niveau in den kommenden Sommer mitzunehmen. Das dürfte das Sitzplatzangebot verknappen und Ryanair helfen, Ticketpreise anzuheben und einen größeren Teil der Treibstoffkosten weiterzugeben. Einige „weniger gut abgesicherte Wettbewerber“ könnten im kommenden Winter sogar ums Überleben kämpfen, erklärte Ryanair. In Deutschland will Ryanair dagegen im Sommer 2026 durchstarten und noch mehr Verbindungen anbieten.