Red Bulls Supertag endet bitter
Tour-Schock hat gravierende Folgen für Florian Lipowitz
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22.07.2026 | 06:17 Uhr
Mindestens sechs Wochen wird Florian Lipowitz nach seinem Schlüsselbeinbruch bei der Tour de France pausieren müssen. Trotz des Etappensieges seines Kollegen Remco Evenepoel ist die Laune bei Red Bull arg getrübt.
Beim Red-Bull-Team herrschte gedrückte Stimmung rund um das schmucklose Teamhotel Campanile Findrol Savoie Leman. Dabei hatte Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel dem Rennstall den zweiten Etappensieg in Folge bei der Tour de France beschert, doch das Sturz-Aus des deutschen Radstars Florian Lipowitz wog schwer.
"Wir werden ihn hier nicht nur im Kampf ums Podium vermissen, sondern auch als Menschen. Wir haben heute gewonnen, aber es ist nicht so, dass es supergeil für uns ist. Es tut mir auch für Remco leid, dass hier nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist", sagte Teamchef Ralph Denk.
"In erster Linie ist es sehr bitter für ihn"
Auch Evenepoel fühlte mit seinem deutschen Kollegen. "Nach all den Opfern, die er gebracht hat, tut das besonders weh. In erster Linie ist es sehr bitter für ihn selbst, aber auch für das Team." Lipowitz hatte sich im Einzelzeitfahren der 16. Etappe, das Evenepoel souverän vor Spitzenreiter Tadej Pogacar gewann, bei einem Sturz am rechten Schlüsselbein verletzt. Die Frankreich-Rundfahrt ist für ihn beendet.
Für die Ambitionen und die Taktik des Teams ist das Aus ein schwerer Schlag. "Es ist immer besser, mit zwei Fahrern in der Spitzengruppe zu sein. Wenn man sich die vergangenen Bergetappen anschaut: Wenn noch sieben Fahrer übrig waren, war Florian immer dabei", sagte Evenepoel: "Außerdem hat er noch um Platz drei der Gesamtwertung gekämpft. Es ist schade, ihn zu verlieren – das macht einen großen Unterschied."
Lipowitz, der Sensationsdritte der Tour aus dem Vorjahr stand sichtlich unter Schock. Seine Saison ist damit quasi gelaufen. Mit mindestens sechs Wochen Auszeit ist zu rechnen. Für die Vuelta (22. August bis 13. September) oder die WM in Montreal (20. bis 27. September) dürfte es kaum reichen. Allenfalls sind im Herbst noch Eintagesrennen in Italien wie die Lombardei-Rundfahrt (10. Oktober) möglich.
Rückschläge für Lipowitz
So endet eine Tour, die irgendwie nicht seine war. Ständige Diskussionen um die Doppelspitze, der kleine Zwist mit Evenepoel in der ersten Tour-Woche, dazu die Enttäuschung auf der Bergetappe zum Plateau de Solaison, als er Spitzenreiter Tadej Pogacar und auch Evenepoel ziehen lassen musste. Für Lipowitz, dessen Karriere in den vergangenen zwei Jahren so steil verlief, gibt es einiges zu verarbeiten.
Bei Red Bull wird nun alles auf die Karte Evenepoel gesetzt. Der Belgier ist Zweiter hinter Pogacar mit einem Rückstand von 4:32 Minuten. "Wir werden das Podium nicht herschenken. Es wird sicher noch ein harter Kampf, hohe Berge kommen. Aber wir haben auch einen starken Remco", sagt Denk. Geht vielleicht sogar noch mehr? "Ich habe immer gesagt, wenn irgendwas ist, dann muss man auf der Hut sein. Aber Mann gegen Mann sehe ich da keine Chance."
Verwendete Quellen: ntv.de, tno/dpa/sid