Reformen Rehlinger will Eigenanteil für Pflegeheim-Platz deckeln
Essen/Saarbrücken · Das sei ein Schritt, mit dem man offensiv für ein Reform-Gesamtpaket werben könne, sagt die Ministerpräsidentin und nennt auch einen konkreten Betrag. Dafür gibt es Lob und weitergehende Vorschläge.
09.09.2026 , 14:05 Uhr
Rehlinger bringt eine Deckelung des pflegebedingten Eigenanteils für Pflegebedürftige von 1.500 Euro ins Spiel. (Archivbild)
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Der Vorschlag der saarländischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger für eine Deckelung des Eigenanteils an den Kosten für einen Pflegeheim-Platz ist auf ein grundsätzlich positives Echo gestoßen. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte, eine Begrenzung der reinen Pflegekosten sei gut und wichtig. Allerdings müsse für eine Entlastung nicht auf eine Pflegereform gewartet werden.
Rehlinger hatte der Funke Mediengruppe gesagt, mit der Pflegereform sollten die Kosten für die stationäre Pflege für Betroffene begrenzt werden. „Reformen müssen das Leben von Menschen verbessern“, sagte die SPD-Politikerin. Sie warb dafür, den Eigenanteil für Pflegebedürftige bei 1.500 Euro zu deckeln. Das sei innerhalb des Versicherungssystems finanzierbar und entlaste Pflegebedürftige sowie ihre Angehörigen vielfach massiv. „Das wäre ein Punkt, mit dem man auch offensiv werben kann für ein Gesamtpaket.“
Stiftung Patientenschutz: Warten auf Pflegereform nicht nötig
Der von Rehlinger ins Spiel gebrachte Kostendeckel wäre nach Einschätzung des Sozialverbands Deutschland vor allem eine Entlastung bei kürzeren Heimaufenthalten. (Archivfoto)
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Nach einer Auswertung des Verbandes der Ersatzkassen mussten mit Stand 1. Juli im ersten Jahr im Heim im bundesweiten Schnitt insgesamt 3.364 Euro im Monat aus eigener Tasche gezahlt werden und damit monatlich 119 Euro mehr als zu Jahresbeginn und 256 Euro mehr als zum 1. Juli 2025. Die schwarz-rote Koalition auf Bundesebene arbeitet gerade an einer Pflegereform.
Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz sagte, auch bei einer Begrenzung der reinen Pflegekosten müsse jeder weiter für Unterkunft, Verpflegung und Extra-Komfort selbst aufkommen. „Anke Rehlinger und die anderen Länderchefs könnten aber schon heute handeln.“ Es gelte, die Investitions- und Ausbildungskosten vollständig zu übernehmen. „Die Landesregierungen müssen dazu nicht auf die Pflegereform der schwarz-roten Koalition warten.“
Entlastung vor allem bei kürzeren Heimaufenthalten
Auch nach Ansicht des Sozialverbandes Deutschland geht eine Begrenzung des pflegebedingten Eigenanteils in die richtige Richtung. „Sie würde vor allem Pflegebedürftige künftig vor weiter steigenden Eigenanteilen schützen“, sagte die Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. Ein solcher Deckel wäre vor allem eine Übergangslösung und eine Entlastung für kürzere Heimaufenthalte.
Dank der nach Aufenthaltsdauer gestaffelten Zuschüsse der Pflegekasse sinke der pflegebedingte Eigenanteil mit zunehmender Dauer des Aufenthalts, erklärte sie. Nach dem ersten Jahr liege er im Bundesdurchschnitt bei rund 1.462 Euro, ab dem vierten Jahr bei rund 522 Euro.
Ziel müsse eine Pflegevollversicherung sein, die die pflegebedingten Kosten als klassische Versicherungsleistung vollständig übernimmt und somit das Pflegerisiko vollständig absichert, sagte Engelmeier weiter. Das entbinde die Länder nicht von ihrer Verantwortung für Investitions- und Ausbildungskosten. „Diese dürfen nicht länger bei den Pflegebedürftigen landen, sondern müssen von den Bundesländern finanziert werden.“
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