Stand: 14.09.2026, 08:26 Uhr
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Er war viele, viele Jahre das Gesicht der Fußballer des SV Reichensachsen. Heute feiert Ehrenabteilungsleiter Hans-Peter Apel seinen 80. Geburtstag. Die WR gratuliert herzlich.
Reichensachsen – Hans-Peter Apel hat in seinem Leben selten nur zugeschaut. Er hat angepackt, organisiert und Widerstände überwunden. Am heutigen Tag feiert der langjährige Fußball-Abteilungsleiter des SV Reichensachsen seinen 80. Geburtstag – und blickt auf acht Jahrzehnte zurück, die von seiner Familie, seinem Beruf und vor allem vom Fußball geprägt wurden.
„Ich hatte drei Leben: ein privates, ein berufliches und ein sportliches“, sagt Apel. Das Berufsleben endete mit 60 Jahren, sein ehrenamtliches Engagement im Jahr 2023. Was bleibt und ihn bis heute trägt, ist seine Familie. „Auf sie bin ich besonders stolz.“
Fußballgeschichte begann bei TSG BSA
Seine Fußballgeschichte begann am 19. August 1963 in der A-Jugend der TSG Bad Sooden-Allendorf. Anschließend spielte der gebürtige Hilgershäuser acht Jahre für die TSG Kammerbach, ehe eine infektiöse Hepatitis seine aktive Laufbahn vorzeitig stoppte. Nach dem Umzug nach Reichensachsen fand Apel zurück auf den Platz und lief später bis 1995 für die Alten Herren des SVR auf.
Doch seine größte Wirkung entfaltete er abseits des Spielfeldes. Bereits von 1970 bis 1973 leitete er die Fußballsparte der TSG Kammerbach. 1977 übernahm er diese Aufgabe beim SV Reichensachsen – in einer schwierigen Phase.
Nach dem Ende der Spielgemeinschaft Blau-Weiß Wehretal musste die Fußballabteilung praktisch neu aufgebaut werden. Apel wurde zum Motor dieses Neustarts und blieb bis 2019 an der Spitze. Anschließend ernannte ihn der Verein zum Ehrenabteilungsleiter.
Kunstrasenplatz als Lebenswerk
„Es hat mir immer viel Spaß gemacht, etwas zu bewirken und mit Menschen umzugehen“, sagt der Jubilar. Wirkung hinterließ er reichlich: Eine neue Flutlichtanlage, der große Clubhausumbau mit 5.751 ehrenamtlichen Arbeitsstunden, internationale Jugendturniere und der Kunstrasenplatz tragen auch seine Handschrift.
Zu den Turnieren kamen Nachwuchsmannschaften aus mehreren europäischen Ländern, darunter Dynamo Kiew. Sogar der spätere Bundesliga-Profi Martin Harnik wurde in Reichensachsen einst als Torschützenkönig ausgezeichnet.
Als sein sportliches Lebenswerk bezeichnet Apel den Bau des Kunstrasenplatzes. Trotz erheblichen Gegenwinds wurde das rund 694.000 Euro teure Projekt umgesetzt und 2011 eingeweiht. „Damit haben wir dem Verein eine gute Grundlage für die nächsten 30 Jahre gegeben. Bis 2040 wird der Platz halten“, sagt Apel.
Dabei betont er stets, dass Erfolg im Ehrenamt keine Einzelleistung sei: „Ich war oft der Vorweggeher, aber ich hatte viele Mitstreiter, die mir geholfen haben.“ Besonders Harald Zaremba sei als Jugendleiter über viele Jahre ein starker Partner gewesen. „Allein hätte ich nichts erreichen können.“
Zahlreiche Auszeichnungen für sein Wirken
Apel war nicht nur Funktionär und Gestalter, sondern auch Schiedsrichter. Von 1971 bis 1983 leitete er Spiele und schaffte es bis in die damalige Landesliga – zu jener Zeit Hessens höchste Spielklasse. Später wirkte er in verschiedenen Gremien des Hessischen Fußball-Verbandes mit, unter anderem im Kreissportgericht.
Für seinen jahrzehntelangen Einsatz erhielt Apel zahlreiche Auszeichnungen: den DFB-Ehrenamtspreis, die Große Verdienstnadel des Hessischen Fußball-Verbandes, den Ehrenbrief des Landes Hessen sowie mehrere Ehrungen des SV Reichensachsen und der Gemeinde Wehretal.
Heute blickt er mit Stolz, aber auch mit Sorge auf das Ehrenamt. Vor allem bei handwerklichen Arbeiten fehle zunehmend die Unterstützung. Sein eigenes Wirken sieht Apel dennoch mit großer Zufriedenheit.
Schon vor Jahren sagte er über sein außergewöhnlich langes Engagement: „Wenn mich jemand fragt, ob ich alles richtig gemacht habe, würde ich es genauso wieder tun.“ An seinem 80. Geburtstag steht deshalb nicht nur ein Jubilar im Mittelpunkt, sondern ein Mann, der den Fußball in Reichensachsen über Jahrzehnte geprägt und bleibende Strukturen geschaffen hat.
Die Sportredaktion der Werra-Rundschau gratuliert zum Ehrentag.
(Marvin Heinz)