Reifen nicht zurückgegeben: Kommissare bestrafen Ferrari!

(Motorsport-Total.com) - Ferrari muss nach dem Freien Training zum Formel-1-Rennen in Spa-Francorchamps eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro bezahlen, da sich das Team nicht an den organisatorischen Ablauf gehalten hat und nicht rechtzeitig vor dem Beginn der zweiten Trainingssession einen Reifensatz pro Auto zurück an Hersteller Pirelli gegeben hat.

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Ferrari verpasste die fristgerechte Abgabe der Reifen Zoom

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Nach dem Ende des 1. Freien Trainings hatte Ferrari die Rückgabe von jeweils zwei Sätzen Slicks für die Fahrzeuge von Charles Leclerc und Lewis Hamilton ordnungsgemäß im elektronischen System deklariert. Damit kam das Team seiner Pflicht nach den Artikeln B6.4.1 und B6.3.8 des Sportlichen Reglements zunächst nach.

Der Fehler passierte im Anschluss: Die Reifen wurden vor dem Start von FT2 nicht physisch an den offiziellen Reifenlieferanten Pirelli übergeben. Da die Reifen zu Beginn der Nachmittagssession noch immer in der Ferrari-Garage standen, lag ein klarer Verstoß gegen Artikel B6.4.2 vor.

Bei Ferrari machte man eine "Unachtsamkeit" für den Fehler verantwortlich. Da es sich um ein rein administratives Vergehen handelt, bleibt es bei einer Geldstrafe für den Rennstall - sportliche Konsequenzen für die Startaufstellung von Hamilton und Leclerc am Sonntag gibt es nicht.

So lief Ferraris Freitag

Abseits des bürokratischen Fehlers bei der Reifenrückgabe spulte Ferrari am Freitag in Spa-Francorchamps sein geplantes sportliches Testprogramm weitgehend reibungslos ab. Das Team nutzte die zwei Stunden,um das Verhalten des SF-26 auf den Medium- und Soft-Mischungen zu analysieren und sowohl an der Qualifying- als auch an der Longrun-Pace zu feilen.

In der ersten Session des Wochenendes starteten Lewis Hamilton und Charles Leclerc auf den gelb markierten Medium-Reifen und absolvierten jeweils neun Runden, bevor sie auf die weiche Soft-Mischung wechselten.

Auf den roten Reifen zeigten sich die Autos extrem ausgeglichen: Hamilton setzte mit einer Zeit von 1:47.215 Minuten die teaminterne Richtzeit, die für Rang zwei reichte, Leclerc folgte mit einem Rückstand von gerade einmal 62 Tausendstelsekunden. Gegen Ende des Trainings absolvierten beide Fahrer Longruns auf gebrauchten Reifen mit unterschiedlichen Strategien - Soft für Hamilton, Medium für Leclerc.

Das zweite Training am Nachmittag gestaltete sich deutlich zerfahrener. Nach einem soliden Beginn auf den Medium-Reifen wurde die Session früh unterbrochen, da ein Konkurrent Kies auf die Strecke befördert hatte.

Nach dem Restart schnallten beide Piloten frische Soft-Reifen auf. Hamilton untermauerte die Ambitionen des Teams und setzte mit 1:46.691 Minuten die viertschnellste Zeit des Nachmittags.

Deutlich unglücklicher verlief die Session für Charles Leclerc: Der Monegasse brannte eine 1:47.035 Minuten in den Asphalt, was für den siebten Platz gereicht hätte - allerdings wurde ihm die Rundenzeit wegen des Überschreitens der Tracklimits in Eau Rouge gestrichen. Bei seinem zweiten Versuch waren die Reifen bereits über ihrem Peak, sodass am Ende nur eine 1:47.468 Minuten und Platz elf zu Buche standen.

"Wir haben im Laufe des Tages eine Menge Arbeit investiert, und was unsere Konkurrenzfähigkeit angeht, gibt es definitiv noch Raum für Verbesserungen", sagt Leclerc. "Wir werden unser Set-up vor morgen feintunen und daran arbeiten, noch etwas mehr Rundenzeit für das Qualifying herauszuholen."

Hamilton: Müssen im Mittelsektor zulegen

Der geplante Schlussteil mit den wichtigen Rennsimulationen wurde dann durch eine zweite rote Flagge nach einem Unfall von Pierre Gasly massiv beeinträchtigt. Da die Strecke erst zwei Minuten vor dem Ende wieder freigegeben wurde, reichte es nur noch für eine letzte Installationsrunde.

"Ich denke, das erste Training sah etwas stärker aus, als wir erwartet hatten, und im zweiten Training hat dann jeder einen Zahn zugelegt und noch einen Schritt nach vorne gemacht", meint Hamilton. "Ansonsten fühlt sich das Auto generell gut auf der Strecke an, aber uns fehlt ein bisschen was im mittleren Sektor, also versuchen wir herauszufinden, woran das liegt."


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Einen ersten Erklärungsversuch hat der siebenmalige Weltmeister aber schon parat: "Es fühlt sich ein bisschen so an, als ob es mit dem Abtrieb zusammenhängt. Die Balance ist generell gut. Man würde dem Auto gerne mehr Abtrieb geben, wenn man könnte, aber dann braucht man eben auch den Topspeed auf den Geraden", sagt er.

"Wir werden heute Nacht also ganz tief in die Analyse einsteigen, um das herauszufinden. Um herauszufinden, wie wir in diesem mittleren Sektor zulegen können, ohne hoffentlich vielleicht auf den Geraden zu verlieren."