Publiziert14. September 2026, 08:31
BundesanwaltschaftRentner droht Rösti mit Maschinengewehr – jetzt ist er verurteilt
Ein Rentner verschickte Drohbriefe an Albert Rösti und dessen Generalsekretär. Darin fanden sich auch Hakenkreuze und gedrucktes Falschgeld. Jetzt wird der 78-jährige Berner zur Kasse gebeten.

Darum gehts
- Wegen Drohungen gegen Albert Rösti und seinen Generalsekretär Yves Bichsel muss ein Rentner nun vor der Justiz geradestehen.
- Der 78-Jährige aus der Region Bern schrieb in einem Brief, er wolle Rösti «mit einem Maschinengewehr bekämpfen».
- Neben der bedingten Strafe muss er eine Busse von 1300 Franken und Verfahrenskosten von 3000 Franken bezahlen.
Die Bundesanwaltschaft hat einen heute 78-jährigen Rentner aus der Region Bern wegen mehrfacher Drohung, mehrfacher Beschimpfung, Geldfälschung im besonders leichten Fall, Fälschung amtlicher Wertzeichen, Sachbeschädigung und illegaler Abfallentsorgung zu 180 Tagessätzen à 40 Franken bedingt verurteilt. Wie «blue News» berichtet, richteten sich die Drohungen gegen Bundesrat Albert Rösti und einen seiner engsten Mitarbeiter.
Dem Bericht zufolge verschickte der Mann zwischen Januar und Mai 2025 vier Briefe an Bundesrat Rösti, deren Couverts teils mit Hakenkreuzen versehen waren. In einem befand sich laut «blue News» unter anderem ein Bild, das den Bundesrat mit einem Wasserglas zeigt. Der Rentner schrieb daneben: «HOFFENTLICH EXTREM GIFTIG». Auch die anderen Inhalte enthielten üble Beleidigungen und im letzten Brief drohte der 78-Jährige, er wolle Rösti «mit einem Maschinengewehr bekämpfen».
Falsche Banknoten und Briefmarken
Nicht nur Rösti erhielt Post vom Rentner. Auch Generalsekretär Yves Bichsel, die rechte Hand des Umweltministers, erhielt zwei Schreiben mit Beleidigungen und Drohungen. Teils legte er ihnen auch einen «Unkostenbeitrag» in Form von Falschgeld bei. Frankiert hatte er das Ganze mit Briefmarken aus dem eigenen Drucker.
Auch das wurde dem Rentner vor der Justiz zum Verhängnis, obwohl die Blüten laut «blue News» zu einem grossen Teil nur auf einer Seite bedruckt und von schlechter Qualität waren.
Busse und Verfahrenskosten
«Unanständige, querulatorische oder ausfällige Briefe sind wirklich die Ausnahme», sagt Franziska Ingold, die Sprecherin von Albert Rösti, gegenüber «blue News». Im vorliegenden Fall habe man sich zur Strafanzeige entschieden, weil die Briefe anonym eingegangen seien und man habe abklären wollen, wie sie einzustufen waren.

Trotz des bedingten Strafmasses wird es für den Rentner teuer: Er muss eine Busse von 1300 Franken zahlen sowie die Verfahrenskosten in Höhe von 3000 Franken tragen.
Drohungen von Wutbürgern
Politikerinnen und Politiker werden immer wieder Ziel von teils massiven Drohungen durch Wutbürger. Im Bundesrat war etwa Alain Berset während der Corona-Jahre besonders betroffen. «Kritik gehört zum Job. Aber vor einem Jahr war eine brutale Zeit, da gab es Drohungen gegen mich. Ich bin froh, dass es sich wieder normalisiert», sagte er 2022 zu 20 Minuten.
Im ersten Covid-Jahr 2020 wurden dem Fedpol 885 Drohungen gemeldet, eine Verdreifachung gegenüber 2019. Während der Flüchtlingsjahre 2015 und 2016 stieg die Zahl auf über 1000 pro Jahr. «Der Inhalt dieser Drohungen ist alarmierend, der Ton aggressiv», schrieb das Fedpol auch im Report von 2025. Vergangenes Jahr gingen 645 Drohungsmeldungen gegen Bundesangestellte ein.
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Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.
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