„Respektlos“: Linken-Politikerin erteilt Olympia in Berlin eine Absage
Stand: 23.09.2026, 13:55 Uhr
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Steht Berlins Olympia-Bewerbung vor dem Aus? Linken-Wahlsiegerin Elif Eralp lehnt die Pläne ab und kassiert dafür scharfe Kritik.
Berlin – Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin steht die Olympia-Bewerbung der Hauptstadt vor einer schwierigen Zukunft. Elif Eralp, die künftig Regierende Bürgermeisterin werden könnte, lehnt die Pläne weiterhin klar ab. Einen Tag nach der Wahl erklärte sie, die Entscheidung sei praktisch erledigt. Für Berlins Olympia-Beauftragten Kaweh Niroomand ist allerdings nicht nur die politische Haltung das Problem.

Niroomand kritisierte vor allem die Art und Weise, wie Eralp mit dem Thema umgegangen sei. Die Linken-Politikerin habe die Bewerbung innerhalb kürzester Zeit vom Tisch gewischt und damit für erhebliche Unsicherheit bei den beteiligten Sportverbänden gesorgt. Besonders scharf wurde der 73-Jährige bei der Frage des Umgangs miteinander: Er bezeichnete Eralps Auftreten als „respektlos“ und warnte vor einer gefährlichen Entwicklung.
Vor der endgültigen Entscheidung des DOSB: Linken-Politikerin Eralp erkennt keinen Vorteil für Berlin
Eralp selbst sieht dagegen keinen Grund, ihre Haltung zu ändern. Die Berliner hätten bei der Abgeordnetenhauswahl auch gegen Olympia gestimmt, argumentierte sie. Bereits die rund sechs Millionen Euro, die bislang in die Bewerbung geflossen seien, hält sie für „Steuergeldverschwendung“. Einen konkreten Vorteil für Berlin könne sie in der Austragung nicht erkennen.
Dabei steht die endgültige Entscheidung über den deutschen Bewerber unmittelbar bevor. Am Samstag (26. September) stimmt der Deutsche Olympische Sportbund über Berlin, München und KölnRheinRuhr ab. Die Evaluierungskommission des DOSB bewertete das Berliner Konzept zuletzt mit 74,6 Punkten. München kam auf 87 Zähler, KölnRheinRuhr auf 85.
Niroomand sieht das schwächere Abschneiden Berlins bei der Evaluierung dennoch nicht als entscheidenden Rückschlag. Die Kriterien seien erst nach Abgabe der Konzepte festgelegt worden, erklärte der Olympia-Beauftragte. Bei der internationalen Strahlkraft sieht er Berlin sogar im Vorteil. CSU-Politiker Markus Söder sprach sich unterdessen anlässlich der Wiesn zuletzt für München aus.
Auch das Kuratorium der Berliner Bewerbung hat die mögliche künftige Bürgermeisterin zum Umdenken aufgefordert. In einem offenen Brief verwiesen 20 Mitglieder darauf, dass das Berliner Abgeordnetenhaus im Mai mehrheitlich für das Olympiakonzept gestimmt hatte. Das Gremium forderte Eralp auf, sich mit dem überarbeiteten Konzept auseinanderzusetzen.
Ob es dazu tatsächlich kommt, ist allerdings offen. Ein möglicher Regierungswechsel in Berlin für die Bewerbung relevant, weil der bisherige Beschluss des Abgeordnetenhauses für eine neue Landesregierung nicht bindend ist. Damit steht die Hauptstadt wenige Tage vor der nationalen Olympia-Entscheidung nicht nur sportlich, sondern auch politisch vor einer entscheidenden Phase. (brg)