„Respektlosigkeit“: Marcell Jansen wettert gegen Frankreich und England nach Spiel um Platz drei
Stand: 19.07.2026, 13:58 Uhr
Das kleine WM-Finale begeisterte mit zehn Toren. Während die Medien das Spektakel lobten, fand Marcell Jansen deutlich kritischere Worte.
Miami – Das kleine Finale der WM 2026 wurde zu einem echten Spektakel. England setzte sich am Samstagabend in einem historischen 6:4 gegen Frankreich durch und sicherte sich Platz drei. Dabei hatten die „Three Lions“ zwischenzeitlich bereits mit 4:0 geführt, ehe Frankreich noch einmal zurückkam. Auch dank Bayern-Star Michael Olise, der nach dem Spiel dennoch getröstet werden musste.

Die Presse lobte die Partie, die im Vorfeld eher stiefmütterlich behandelt worden war und der auch beide Trainer nur wenig Bedeutung beigemessen hatten. Kritische Töne kamen hingegen von Marcell Jansen, die der ehemalige DFB-Star in „ äußerte. Für ihn sei der Glanz an dem Spiel um Platz drei bei den vergangenen Turnieren verloren gegangen.
Marcell Jansen rechnet mit England und Frankreich ab
Jansen weiß, wovon er spricht: Der ehemalige deutsche Nationalspieler bestritt selbst zwei Mal ein Spiel um Platz drei – 2006 gegen Portugal und 2010 gegen Uruguay. Dabei trug er sich 2010 sogar in die Torschützenliste ein. „Daran sieht man, wie sich der Fußball und seine Arroganz verändert haben. Früher war das noch ein großes Spiel, wenn man sich ansieht, wie Uruguay oder Portugal gegen uns (das DFB-Team, Anm.) aufgelaufen sind, um zu gewinnen“, sagte der frühere Verteidiger (hier die ganze Folge nachschauen).
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„Dann sieht man jetzt diese Weltmeisterschaft, bei der beide Teams völlig zurecht nicht im Finale stehen und dann wie kleine Kinder beleidigt sind und das Spiel kaputt machen. Diese Respektlosigkeit und so ein 6:4 kann ich deswegen gar nicht ernst nehmen. Dann hätten sie es einfach in einem Elfmeterschießen ausspielen können“, ergänzt Jansen.
„Ich kann zwar auch die ablehnende Haltung der beiden Teams verstehen, wenn man sieht, wie viele Spiele inzwischen noch dazukommen, oder die Enttäuschung über das verpasste Finale. Aber der Frust war bei uns damals ebenfalls groß und wir vergessen auch ein bisschen die Spieler, die bei so einem Turnier dabei sind und durch das Spiel noch einmal Einsatzzeit bekommen. Für das Land geht es zudem immerhin noch darum, auf das Treppchen zu kommen“, sagt Jansen.
„Wenn wir dann schon so weit sind, dass ein Spiel um Platz drei bei einer Weltmeisterschaft nichts mehr wert ist, dann viel Spaß in den nächsten Jahren beim Fußball“, sagt der 40-Jährige abschließend. Schon im Vorfeld war die Sinnhaftigkeit des Spiels infragegestellt worden. Auch beide Trainer hatten sich skeptisch und ablehnend zum Spiel um Platz drei geäußert. (mato)