Bei einem Fährunfall vor der Insel Zypern sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Das Schiff mit mehr als 250 Passagieren war kurz nach dem Auslaufen aus der Hafenstadt Kyrenia (türkisch: Girne) gekentert, sagte der nordzyprische Ministerpräsident Ünal Üstel nach Angaben der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Das Schiff war auf dem Weg ins südtürkische Mersin.
172 Menschen seien gerettet worden. Die Rettungsaktion laufe weiter. Dem zyprischen Verkehrsminister Erhan Arikli zufolge drang Wasser in die Fähre ein, und es wurde ein Notruf abgesetzt.
Auf Bildern des Senders CNN Türk war zu sehen, wie Menschen in Rettungswesten darauf warteten, in Sicherheit gebracht zu werden. Ein Helikopter kreiste über ihren Köpfen. Dem Sender zufolge versuchte der Kapitän, zunächst noch umzukehren.
Der türkische Vizepräsident Cevdet Yilmaz schrieb auf X, die türkische Küstenwache unterstütze bei der Rettung. Die Fähre des Typs Katamaran sei gekentert. Der Notruf wurde türkischen Behörden zufolge vier Seemeilen vor der Küste abgesetzt. Warum Wasser in das Schiff eindringen konnte, war zunächst unklar.
Schwerer Sturm traf Zypern am Samstag
Verkehrsminister Arikli sagte türkischen und zyprischen Medien, dass sich insgesamt 267 Personen auf der Fähre befanden, darunter 259 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder.
Bereits am Samstag hatte ein schwerer Sturm Teile Zyperns getroffen, ein Menschenleben gefordert und Boote vor der Südostküste der Insel in Not gebracht. Eines davon wurde von hohen Wellen gegen die Felsen gedrückt und sank. Wie der zyprische öffentlich-rechtliche Rundfunk RIK unter Berufung auf die Polizei berichtete, wurde die Leiche des Bootsführers an einem felsigen Küstenabschnitt am Kap Greco gefunden.
In der Nähe rettete ein Hubschrauber des zyprischen Zivilschutzes einen weiteren Menschen aus der stürmischen See, wie zyprische Medien berichteten.
Auch abseits der Küste führte das Unwetter zu zahlreichen Problemen. In verschiedenen Teilen der Insel liefen Straßen und Gebäude mit Wasser voll, Bäume stürzten um, es kam zu Erdrutschen und Stromausfällen. Die Feuerwehr erhielt zahlreiche Notrufe wegen Unwetterschäden.
Die meisten Einsätze gab es nach Angaben eines Feuerwehrsprechers im Raum der Hauptstadt Nikosia. Ein Blitz traf einen Mann. Er wurde nach Angaben von Ärzten verletzt, er sei jedoch außer Lebensgefahr, berichtete der zyprische Rundfunk.
Das Unwetter beeinträchtigte auch den Flugverkehr der Flughäfen Larnaka und Pafos. Nach Angaben der Betreiberfirma Hermes Airports mussten am Samstagvormittag elf Flüge auf andere Flughäfen umgeleitet werden. Flüge seien jedoch nicht gestrichen worden, sagte Hermes-Airports-Direktorin Maria Kouroupi.
Nachdem sich das Wetter gebessert hatte, kehrten die vorübergehend umgeleiteten Flugzeuge nach Zypern zurück. (dpa, AFP, Reuters)