Frachtschiff auf dem Rhein bei Dormagen am Samstag
Foto: Thomas Banneyer / dpa
Nach 29 Tagen Zwangspause nimmt die Rheinfähre zwischen dem Düsseldorfer Süden und Zons wieder den Betrieb auf. Gestiegene Pegelstände machten die Überfahrt seit Samstag wieder möglich, sagte Betreiber Jens Jansen der Nachrichtenagentur dpa. Trockenheit und extremes Niedrigwasser hatten den Fährverkehr lahmgelegt.
Die lange Unterbrechung sei eine Belastung für das Geschäft. »Da wir im Frühjahr und Sommer einen Großteil unserer Einnahmen erzielen, sind die wirtschaftlichen Folgen natürlich erheblich«, sagte Jansen.
Sandbänke im Rhein
Foto: Boris Roessler / dpa
Neben Autofahrern nutzen Radfahrer und Fußgänger die Fähre. Bei Ausflüglern, die einen Abstecher von Düsseldorf in die historische Altstadt von Zons machen, ist die Verbindung besonders an Wochenenden beliebt.
»Das ist bitter, aber so ist die Natur«
In diesem Sommer blieb der Andrang wegen der Zwangspause aus. »Das ist bitter, aber so ist die Natur«, sagte Jansen. Er sei kurz davor gewesen, Kurzarbeit für seine Mitarbeiter zu beantragen. Umso mehr sei er erleichtert, dass es nun endlich wieder losgehe.
Auch am Niederrhein sollten am Samstag Fähren ihren Betrieb wieder aufnehmen. Man habe die längste wetterbedingte Unterbrechung in der Geschichte des Betriebs hinter sich, sagte ein Fährleiter. Beim Niedrigwasser im Jahr 2022 habe seine Fähre lediglich zwei Wochen lang stillgestanden.
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Bereits in den vergangenen Tagen hatten andere Rheinverbindungen den Betrieb wieder aufgenommen, am Freitag etwa die Fähre Weiß in Köln, bereits am Donnerstag die Fähre im rheinland-pfälzischen Kaub. Dort hatte der Betrieb elf Tage geruht. Die Pegelstände seien zwar weiterhin niedrig, heißt es von der dortigen Fährgemeinschaft. »Es hat sich entspannt – aber wer weiß, was in diesem Sommer noch kommt.«
Warnschild am Rhein
Foto: Udo Herrmann / CHROMORANGE / picture alliance
Die Pegelstände sind allerdings weiterhin niedrig. Das führt etwa in Bad Honnef zu Einschränkungen. Derzeit werden dort keine Wohnmobile oder Transporter befördert, sondern nur Autos bis zur Größe eines VW-Busses.
Auch die Rheinfähre zwischen Bad Breisig und Bad Hönningen (Rheinland-Pfalz) schränkte das Maximalgewicht pro Fahrzeug auf 7,5 Tonnen ein. Mit einer speziellen Niedrigwasserrampe konnte der Fährbetrieb aufrechterhalten werden.
Historische Tiefstwerte
Die Hitdorfer Personenfähre zwischen Leverkusen und Köln soll frühestens am Montag wieder fahren. Die mehr als 30 Tage dauernde Zwangspause seit Juli habe zu Einnahmeausfällen von rund 30.000 Euro geführt, sagte eine Sprecherin der Stadt Leverkusen.
Die Pegelstände am Rhein hatten in diesem Monat historische Tiefstwerte erreicht. In Düsseldorf fiel der Pegel zeitweise sogar in den Minusbereich. In den vergangenen Tagen stiegen die Wasserstände jedoch wieder an. Für Samstag wurde in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt ein Pegel von knapp 40 Zentimetern erwartet, noch immer ein vergleichsweise niedriger Wert.
tsc/dpa