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Zwischen zwei der bekanntesten Musiker der Rockgeschichte ist ein heftiger Streit entbrannt. Roger Waters, ehemaliger Bassist und Sänger von Pink Floyd, hat in der „Katie Halper Show“ gegen James Hetfield ausgeteilt. Dabei beließ es der 83-Jährige nicht bei einer Kritik an dessen Haltung zur Politik: Er griff den Metallica-Frontmann auch persönlich an.
Waters bezeichnete Hetfield wiederholt als „prick“, was sich im Deutschen etwa mit „Arschloch“ oder „Idiot“ übersetzen lässt. Zudem behauptete er, der Metallica-Sänger habe einen Intelligenzquotienten von ungefähr drei. Auch dessen musikalisches Können sprach er ihm ab.
„Er ist kein Musiker“, erklärte Waters sinngemäß und berichtete von einem akustischen Auftritt Metallicas, den er als ausgesprochen schlecht empfunden habe.
James Hetfield will bei Metallica-Konzerten keine politischen Botschaften
Hintergrund der Attacke ist eine Ansprache, die Hetfield am 10. Oktober während eines Metallica-Konzerts in der Sphere in Las Vegas gehalten hatte.
Der Sänger bedankte sich zunächst bei den Fans, die teilweise lange Anreisen und erhebliche Kosten auf sich genommen hatten. Anschließend erklärte er, dass Metallica ihre Konzerte nicht dazu nutzen wollten, dem Publikum politische Überzeugungen nahezubringen.
Die Zuschauer sollten vielmehr die Möglichkeit erhalten, für einige Stunden Abstand von den Problemen des Alltags zu gewinnen. Als zentrale Anliegen seiner Band nannte Hetfield Liebe, Energie und harte Musik.
Welche Künstler er mit seiner Kritik an politischer Einflussnahme meinte, ließ er offen.
Seine Aussagen fielen allerdings in eine Phase, in der die Frage nach politischen Stellungnahmen von Musikern erneut intensiv diskutiert wird. Unter anderem hatte Rapper Macklemore mit propalästinensischen Äußerungen bei Konzerten für Aufmerksamkeit gesorgt.
Roger Waters wirft Hetfield mangelndes Mitgefühl vor
Waters, der politische Positionen seit Jahrzehnten zu einem festen Bestandteil seiner Auftritte macht, reagierte auf Hetfields Aussagen mit deutlicher Verärgerung.
In der Sendung von Katie Halper ging es auch um frühere Äußerungen des Metallica-Sängers zum Einsatz von Musik bei Verhören und zur Misshandlung von Gefangenen. Metallica-Songs wurden in der Vergangenheit unter anderem im Zusammenhang mit US-amerikanischen Haft- und Verhörpraktiken diskutiert.
Waters nahm dies zum Anlass, Hetfield mangelnde Empathie vorzuwerfen. Er äußerte die Hoffnung, dass jemand dem Musiker bereits in seiner Kindheit vermittelt hätte, wie wichtig Freundlichkeit und Mitgefühl gegenüber anderen Menschen seien.
Dabei stellte Waters die menschliche Haltung eines Künstlers ausdrücklich über dessen kommerziellen Erfolg und musikalische Popularität.
Zum Ende seiner Ausführungen bekräftigte er seine Solidarität mit den Palästinensern.
Politische Texte gehören auch zur Geschichte von Metallica
Bemerkenswert ist der Streit auch deshalb, weil Metallica selbst immer wieder gesellschaftliche und politische Themen aufgegriffen haben.
Auf „Master of Puppets“ von 1986 beschäftigt sich „Disposable Heroes“ mit Krieg und der Behandlung von Soldaten. Das Album „…And Justice for All“ von 1988 wiederum thematisiert unter anderem Machtmissbrauch und Ungerechtigkeit. Auch „One“, einer der bekanntesten Songs der Band, erzählt von den verheerenden Folgen des Krieges.
Ob James Hetfield auf die Beschimpfungen reagieren wird, ist bislang nicht bekannt.