Rote Flagge auf Teneriffa ignoriert: Badegast hört nicht auf Rettungsschwimmer – der schubst ihn an den Strand
Stand: 30.09.2026, 14:07 Uhr
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Hohe Wellen peitschen auf der Urlaubsinsel Teneriffa an den Strand. Trotz roter Flagge geht ein Badegast ins Wasser. Dann spielen sich ruppige Szenen ab.
Teneriffa – Wer nicht hören will, muss fühlen, heißt es. Das trifft wohl auf einen Badegast am Strand auf Teneriffa zu. Die rote Flagge weht und ein junger Mann geht ins Wasser. Auf einem Video ist dokumentiert, was dann im aufgewühlten Atlantik passiert.
An der Playa de el Socorro in Los Realejos im Norden Teneriffas, einem bei Wellenreitern bekannten Strand, spielte sich der Vorfall ab. Der Instagram-Account Socorristas Puerto hat die Aufnahmen veröffentlicht.
Rote Flagge ignoriert – Rettungsschwimmer drängen jungen Mann aus dem Wasser
Mehrere Rettungsschwimmer riefen den Mann lautstark zurück, berichtet teneriffa-news.com. Der Badegast ignorierte sie. Im Video ist zu sehen, wie ein Rettungsschwimmer schließlich selbst ins Wasser geht und den Badegast an die Schulter tippt. Ohne Erfolg. Gewaltige Wellen brechen immer wieder über die beiden. Daraufhin drängt der Rettungsschwimmer den Mann zurück, es kommt zu einem Gerangel.
Dann wird die Szene ruppiger. Der Rettungsschwimmer schubst den Mann, der daraufhin den Halt verliert und ins Wasser stolpert. Ein Helfer mit einem Surf-Anzug mischt sich ein. Gemeinsam schieben und drücken sie den Badegast an den Strand. Aufgebracht wehrt sich der junge Mann weiter, bis Freunde ihn aus der Situation ziehen.
Ruppige Rettung für Urlauber: Offenbar immer wieder notwendig
Das Vorgehen der Rettungsschwimmer wirkt auf den ersten Blick ziemlich grob, doch solche Szenen sind laut der lokalen Presse nicht selten. Notfalls müssen die Einsatzkräfte körperlich werden, um Schwimmer aus dem Wasser zu bekommen. Auch Lifeguards begeben sich bei diesen Rettungsaktionen in Gefahr. Starke Unterströmungen können selbst Menschen, die nur hüfthoch im Wasser stehen, aufs offene Meer hinausziehen.
Die Brandung und die hohen Wellen sind an vielen Küstenabschnitten Teneriffas gefährlich. Immer wieder gibt es Berichte über Touristen, die von Wellen erfasst, gegen Felsen geschleudert oder ins offene Meer gezogen werden. Bis Ende August 2026 ertranken auf den Kanarischen Inseln bereits 45 Menschen – darunter sechs Minderjährige. Die Zahlen liegen über dem Vorjahresniveau. Als häufigste Ursache nennen die Behörden Selbstüberschätzung, besonders bei schlechten Seebedingungen. Der Verband der Rettungsschwimmer und die Regierung der Kanarischen Inseln appellieren immer wieder: Warnflaggen ernst nehmen.
Das Ignorieren einer roten Flagge ist auf den Kanaren (und generell in Spanien) kein Kavaliersdelikt. Es drohen empfindliche Bußgelder (je nach Gemeinde von 750 Euro bis zu 3.000 Euro) sowie die Pflicht, die Kosten für den Rettungseinsatz selbst zu tragen.