RTL/ntv-TrendbarometerAfD zurück auf Rekordhoch, Vorsprung auf Union groß wie nie
04.08.2026, 13:59 Uhr
00:00
/
07:12

Im neuen RTL/ntv Trendbarometer kann die AfD einen Punkt zulegen. Damit baut die größte Oppositionspartei im Bundestag ihren Vorsprung auf CDU und CSU auf einen Höchstwert von sieben Prozentpunkten aus. Die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung sinken rasant.
Die Bundespolitik ist überwiegend in den Sommerferien, aber so richtig lacht die Sonne derzeit eigentlich nur für die AfD. Die in Teilen rechtsextreme Partei kratzt im neuen RTL/ntv Trendbarometer mit einem Plus von einem Prozentpunkt an einem Allzeithoch in den Umfragen und erreicht den größten bislang gemessenen Vorsprung auf die übrigen Parteien. Die Linke gibt im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt ab, während die AfD um einen Punkt auf 28 Prozent springt. Einen so hohen Wert hatte die Partei von Alice Weidel und Tino Chrupalla bisher nur einmal in der von Forsa erhobenen Umfrage: Mitte Mai dieses Jahres. Die Zustimmung zu Bundeskanzler Friedrich Merz fällt wieder etwas.
21 Prozent für CDU und CSU sind der niedrigste Wert, den die Schwesterparteien im RTL/ntv Trendbarometer seit der Bundestagswahl erreicht haben - das aber zuvor schon in der Vorwoche sowie zweimal im Juni. Weil die Linke ebenfalls auf 12 Prozent der Stimmen fällt, ist die SPD nicht mehr allein die schwächste der im Bundestag vertretenen Parteien.
Die FDP liegt mit weiterhin 4 Prozentpunkten bald zwei Monate am Stück unterhalb der 5-Prozent-Hürde. Das BSW wird von Forsa - wie schon in der zweiten Juli-Hälfte - nicht gesondert ausgewiesen, weil die Zustimmung zum BSW unter 3 Prozent liegt und damit im Bereich der statistischen Fehlertoleranz von 2,5 Prozent. Damit zählt das BSW zur Gruppe der sonstigen Parteien, auf die unverändert 7 Prozent entfallen.
Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit aktuell 27 Prozent weiterhin deutlich über dem Anteil der Nichtwähler bei der vergangenen Bundestagswahl (17,9 Prozent).
Würde in dieser Woche gewählt, fielen die Zustimmungswerte wie folgt aus:
AfD 28 Prozent (Bundestagswahl 2025: 20,8 Prozent)
CDU/CSU 21 Prozent (28,5 Prozent)
Grüne 16 Prozent (11,6 Prozent)
Linke 12 Prozent (8,8 Prozent)
SPD 12 Prozent (16,4 Prozent)
FDP 4 Prozent (4,3 Prozent)
In der Frage nach der politischen Kompetenz liegt die AfD ebenfalls weiter vorn, verliert aber - ebenso wie Union und SPD - einen Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche: 14 Prozent der Befragten nennen die AfD als Partei, die mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird. Die CDU liegt nunmehr bei 12 Prozent, gefolgt von Grünen und Linken mit jeweils unveränderten 6 Prozent. Die SPD wird nur noch von vier Prozent der Befragten als kompetenteste Partei genannt. Keiner Partei trauen 56 Prozent ausreichend politische Kompetenz zu, drei Punkte mehr als in der Vorwoche.
Bundeskanzler Friedrich Merz fällt wie seine Union zurück auf einen Tiefstwert: Nur 14 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit als Regierungschef zufrieden, ein Punkt weniger als vergangene Woche. Der Anteil der Unzufriedenen steigt um zwei Punkte auf 85 Prozent.
Naheliegend, dass die Unzufriedenheit auch auf die von Merz verantworteten Personalwechsel in Kabinett und Parteispitze zurückgehen: Am Vorgehen des Kanzlers und CDU-Vorsitzenden hat es insbesondere in der eigenen Partei scharfe Kritik gegeben.
Allerdings geht die Zustimmung zu Merz unter den Anhängern von CDU und CSU nur leicht zurück: Ein Anteil von 48 Prozent Zufriedenen bedeutet einen Rückgang um zwei Prozentpunkte. Der Anteil der mit Merz unzufriedenen Unionsanhänger legt um einen Punkt auf 50 Prozent zu. Unter den Anhängern des Koalitionspartners SPD geben 19 Prozent der Befragten an, mit Merz' Arbeit zufrieden zu sein. 80 Prozent sind unzufrieden. Bei den Anhängern der übrigen drei im Bundestag vertretenen Parteien sind jeweils 89 bis 98 Prozent der Befragten unzufrieden mit Merz' Arbeit.
Längst häufen sich Berichte und Spekulationen, die Union könnte Merz im Herbst als Kanzler fallen lassen, sollte die CDU bei den drei Landtagswahlen deutlich verlieren. In einer Sonderumfrage für den "Stern" und RTL fragte Forsa, ob die Union mit einem anderen Kanzler als Merz mehr Zustimmung bekommen würde: 43 Prozent bejahten die Frage, zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Insgesamt 51 Prozent der Befragten verneinten. Auch unter den Unionsanhängern glauben 46 Prozent, ein Kanzlertausch würde sich lohnen. 48 Prozent der Unionsanhänger sehen in einer Ablösung von Merz keinen Vorteil für CDU und CSU.
Die Lage der Bundesregierung treibt wie in der Vorwoche die Menschen um: Unveränderte 48 Prozent der Befragten zählen Lage und Handeln der Regierungskoalition als eines der wichtigsten Themen auf. Es folgen die wirtschaftliche Lage mit 24 Prozent und die Regierungsumbildung mit 22 Prozent. Ebenso oft wird der Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin genannt. Mit je 13 Prozent folgen die Kriege im Nahen Osten sowie die Waldbrände in Europa.
Die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung fallen weiter: 73 Prozent der Befragten rechnen mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse, zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Unverändert wenige 11 Prozent erwarten eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage ist damit so pessimistisch, wie sie das ganze Jahr über noch nicht war. Das wiederum dürfte auch die Zustimmungswerte der Regierungsparteien und der AfD gleichermaßen erklären.
Repräsentative Umfrage | Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 28. Juli und 3. August erhoben. Datenbasis: 2501 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte. Die Daten zur Frage, ob die Union von einem Kanzlertausch profitieren würde, wurden am 30. und 31. Juli erhoben. Datenbasis: 1000 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 3 Prozentpunkte.
Weitere Informationen zu Forsa hier.
Quelle: ntv.de, shu