Geldpolitik
Die russische Notenbank hält trotz steigender Inflation am Leitzins von 14 Prozent fest.
11.09.2026 13:26

Russische Rubelscheine.
Quelle: IMAGO/ZoonarWegen des zunehmenden Preisdrucks hält die russische Notenbank an ihrem hohen Leitzins fest. Dieser verharrt bei 14 Prozent, wie die Zentralbank am Freitag in Moskau mitteilte. Die Entscheidung, die von Analysten erwartet worden war, fällt gut eine Woche vor der Parlamentswahl. Deren Ausgang gilt im Kreml als wichtiger Stimmungsindikator nach viereinhalb Jahren Krieg in der Ukraine. «Der Preisdruck hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen», hiess es in der Erklärung der Notenbank. Für das laufende Jahr wird eine Inflationsrate von sechs bis sieben Prozent erwartet. Die Wirtschaft wachse im dritten Quartal insgesamt in moderatem Tempo.
Als Grund für den Inflationsanstieg gelten ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien, die zu Engpässen und Preissteigerungen bei Treibstoff führten. Die Notenbank verwies in ihrer Mitteilung auf die «vorübergehende Verringerung der Produktionskapazitäten in bestimmten Sektoren» als Ursache für den Preisauftrieb. Die russische Konjunktur hatte sich im vergangenen Jahr stark verlangsamt. Für 2026 wird wegen des hohen Leitzinses, westlicher Sanktionen und der Angriffe auf wirtschaftliche Ziele nur noch ein Wachstum knapp über null erwartet. Unternehmen kritisieren, dass sich Investitionen bei dem aktuellen Zinsniveau nicht lohnten. Die Notenbank erklärte jedoch, die Investitionstätigkeit erhole sich im Vergleich zum Jahresanfang.
Das Haushaltsdefizit, das die Notenbank als preistreibenden Faktor mit anführt, verringerte sich zuletzt leicht auf 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Anders als vor früheren Wahlen verzichtete die Regierung auf Wahlgeschenke, da das Defizit die Zielmarke übersteigt. Der Rubel, der zwischenzeitlich deutlich an Wert verloren hatte, legte zuletzt wegen der wieder über 100 Dollar gestiegenen Ölpreise zu.
(Reuters)
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