Während Außenminister Johann Wadephul in Kyjiw weilt, hat Russland mit ballistischen Raketen angegriffen. Der Minister kündigte weitere deutsche Hilfe für die Ukraine an.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP,
hell
Aktualisiert am 22. August 2026, 14:11 Uhr
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11 KommentareWährend des Aufenthalts von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw hat Russland den Vorort Boryspil mit ballistischen Raketen angegriffen. Mitteilungen der ukrainischen Luftwaffe zufolge wurden dabei mindestens drei Raketen eingesetzt. Boryspil mit seinem seit Kriegsbeginn geschlossenen internationalen Flughafen liegt knapp 30 Kilometer östlich von Kyjiw. Auch in der Stadt selbst galt Luftalarm.
Wadephul war am Morgen kurz vor dem 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine zu einem Solidaritätsbesuch eingetroffen. Er ist zum vierten Mal seit seinem Amtsantritt vor 16 Monaten in dem Land. Während einer Veranstaltung mit Kriegsveteranen im Beisein von Präsident Wolodymyr Selenskyj, an der Wadephul teilnahm, wurde der Luftalarm ausgelöst.
Wadephul sagte der Ukraine bei seinem Besuch zusätzliche Unterstützung zu. »Deutschland stellt jetzt zusätzliche 50 Millionen Euro für humanitäre Hilfe zur Verfügung«, sagte der Außenminister bei einer Pressekonferenz mit seinem ukrainischen Kollegen Andrij Sybiha in Kyjiw.
Wadephul kündigte weitere Gespräche über zusätzliche Luftverteidigungssysteme für die Ukraine an. Anfang der Woche wolle er mit US-Außenminister Marco Rubio über diese Frage und die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Krieges sprechen.
50 Millionen Euro für Menschen in Frontgebieten
Die zusätzlichen 50 Millionen Euro der Bundesregierung gingen an UN-Organisationen und Nichtregierungsorganisationen, die insbesondere Menschen in den Frontgebieten unterstützten, sagte Wadephul. Das Geld solle etwa dafür verwendet werden, Wohnungen instand zu setzen sowie mobile Sanitäranlagen und Heizgeräte bereitzustellen. Weitere zehn Millionen Euro zahle Deutschland in einen Nato-Fonds ein, mit dem unter anderem Energieversorgung, Sanitätsmaterial und Anlagen zur Drohnenabwehr finanziert würden.
Mit Blick auf die ukrainische Luftverteidigung und den Mangel an Munition für Patriot-Luftabwehrsysteme sagte Wadephul, dass er deshalb Gespräche mit europäischen und außereuropäischen Partnern über weitere Systeme für die Ukraine führen werde. »Das ist noch lange keine Zusage, aber ich bin zuversichtlich, dass wir etwas erreichen können«, sagte der Minister.
Laut den Behörden wurden bei dem Angriff mindestens zwei Menschen getötet. Weitere acht seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets, Tymur Tkatschenko, bei Telegram mit. Unbestätigten Berichten zufolge wurde vom russischen Militär auch besonders gefährliche Streumunition eingesetzt.