Dauerfrost, Schneechaos, zugefrorene Seen: Diese Wetterlage könnte den harten Winter zurückbringen

Russland-Kälte und Schneewalze – wie der Eis-Winter zurückkehren könnte

Stand: 27.10.2026, 13:08 Uhr

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Dauerfrost und Schnee: Welche Wetterlage den Eis-Winter möglich macht und was Autofahrer jetzt tun sollten. Eine Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung.

Für einen richtig knackigen Winter mit Dauerfrost und geschlossener Schneedecke bis ins Flachland braucht es eine ganz bestimmte Abfolge. Zuerst muss sich über Skandinavien oder Nordwestrussland ein kräftiges Hochdruckgebiet festsetzen. Es blockiert die milden Westwinde vom Atlantik und schaufelt stattdessen trockene, eisige Kontinentalluft aus dem Osten zu uns.

Eiszapfen hängen an einem schneebedeckten Dach.

Wenn es im Winter richtig kalt wird, dann können sich an einigen Häusern große Eiszapfen bilden. © picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte

Die Nächte werden dann schnell bitterkalt, zweistellige Minusgrade sind kein Problem mehr. Den Schnee bringt meist ein Tief, das vom Atlantik oder aus dem Süden gegen diese Kältemauer anrennt. Genau an der Grenze zwischen milder und frostiger Luft fallen die großen Mengen. Liegt die weiße Pracht erst einmal, verstärkt sie den Frost von ganz allein: Schnee wirft das Sonnenlicht zurück und lässt die Wärme nachts ungehindert entweichen.

Warum es immer schwieriger wird

Das Problem: Die Kälte, die früher wie selbstverständlich aus dem Osten kam, ist längst nicht mehr so kalt wie einst. Auch über Osteuropa und Russland sind die Winter deutlich milder geworden, oft fehlt dort zu Winterbeginn die Schneedecke, die die Luft vorkühlt. Dazu kommen die wärmeren Meere rund um Europa.

Nord- und Ostsee geben mehr Wärme ab, die Luft wird auf dem Weg zu uns angeheizt – und aus Schnee wird schnell Schneeregen oder Regen. Unsere Winter sind heute im Schnitt rund anderthalb Grad wärmer als zu Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das klingt nach wenig, entscheidet aber oft genau darüber, ob die Flocken liegen bleiben oder sofort wegtauen.

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Unmöglich ist der Eis-Winter nicht

Trotzdem wäre es ein großer Fehler, den echten Winter schon abzuschreiben. Die Erwärmung macht ihn seltener, verhindern kann sie ihn nicht. Das haben der eisige Dezember 2010 und der Februar 2021 mit heftigen Schneeverwehungen im Norden und Osten eindrucksvoll bewiesen. Am Ende entscheidet immer die Großwetterlage.

Kippt die Strömung und baut sich das Blockadehoch im Norden auf, kann die Russen-Kälte innerhalb weniger Tage durchschlagen. Einzelne Langfristberechnungen spielen solche Muster für den Frühwinter bereits immer wieder durch. Ob es diesmal klappt, entscheidet sich oft erst kurzfristig. Wer seine Winterreifen noch nicht aufgezogen hat, sollte das jetzt besser nicht mehr auf die lange Bank schieben.