Greta Thunberg am ZFF: Sabotage-Verdacht nach fast leerem Saal

Publiziert30. September 2026, 21:17

Nur 40 Plätze besetztSabotage-Verdacht bei Greta-Auftritt am ZFF

Der Auftritt von Greta Thunberg am ZFF war ausgebucht – trotzdem blieb der Saal fast leer. Die Aktivistin vermutet Marokko dahinter. Das Festival hält sich mit der Schlussfolgerung zurück.

Jasmin Steiger

Darum gehts

  • Ein Panel mit Greta Thunberg am Zurich Film Festival war restlos ausgebucht – trotzdem sassen nur rund 40 Personen im 300 Plätze fassenden Saal.
  • Thunberg und die Filmcrew vermuten Sabotage hinter den ungenutzten Reservationen, die Aktivistin brachte Marokko als möglichen Verantwortlichen ins Spiel.
  • Das ZFF hält sich zurück: Ob eine gezielte Aktion dahintersteckt, könne man derzeit nicht beurteilen.

Wer die schwedische Aktivistin Greta Thunberg am Zurich Film Festival (ZFF) hören wollte, hatte zunächst schlechte Karten: Für den kostenlosen Panel-Talk im Kino Corso waren online keine Plätze mehr verfügbar. Vor Ort zeigte sich aber ein anderes Bild. Von den rund 300 Plätzen waren gerade einmal 40 besetzt, wie «Blue News» und der «Tages-Anzeiger» schreiben.

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Das ZFF bestätigt die ungewöhnliche Situation gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Die Veranstaltung sei im Vorfeld ausgebucht gewesen und die Nachfrage gross. Man bedauere, dass zahlreiche reservierte Plätze letztlich doch nicht genutzt worden seien.

Im Film geht es um die Sahrawi

Beim Podium ging es um den Konflikt in der Westsahara und die Situation der Sahrawi. Thunberg war auf Einladung der Produktionsfirma angereist. Der Film «My Home of Wind and Sand» begleitet die sahrawische Aktivistin Najla Mohamed Lamin. Sie wuchs in einem Flüchtlingslager in Algerien auf und setzt sich für die Selbstbestimmung der Sahrawi ein. Gemeinsam mit Thunberg und dem österreichischen Regisseur Patrick Wally nahm sie am Panel teil.

Was ist der Westsahara-Konflikt?

Die Westsahara südlich von Marokko war bis 1975 eine spanische Kolonie. Heute kontrolliert und beansprucht Marokko den grössten Teil des Gebiets. Die Unabhängigkeitsbewegung Polisario fordert dagegen die Selbstbestimmung der Sahrawi und die Unabhängigkeit der Westsahara.

Ein von der UNO vorgesehenes Referendum über die Zukunft des Gebiets fand bis heute nicht statt. Viele Sahrawi leben seit Jahrzehnten in Flüchtlingslagern in Algerien.

Buchungen wurden extra begrenzt

Die Nachfrage nach dem Panel war laut ZFF gross. Um möglichst vielen Interessierten eine Teilnahme zu ermöglichen, begrenzte das Festival die Zahl der Tickets nachträglich auf maximal vier pro Person. Bereits getätigte Reservationen wurden entsprechend angepasst. Davon betroffen waren laut ZFF einzelne Buchungen, bei denen eine grössere Anzahl Tickets reserviert worden war.

Die Moderatorin sprach gegenüber Festivalvertretern von einer «gross orchestrierten Aktion», wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Thunberg und die Crew des Dokumentarfilms vermuteten laut «Blue News» Sabotage.

Ist Marokko dafür verantwortlich?

Die Schwedin ging noch weiter und brachte laut «Tages-Anzeiger» Marokko als möglichen Verantwortlichen ins Spiel. Belege dafür sind bislang nicht bekannt. Eine Anfrage der Zeitung an die marokkanische Botschaft blieb unbeantwortet.

Weshalb würdest du eine Gratis-Veranstaltung trotz Reservation am Ende doch verpassen?

Ich habe es schlicht vergessen.

Etwas anderes ist dazwischengekommen.

Der Anlass war mir doch nicht wichtig genug.

Ich reserviere oft spontan und entscheide mich später um.

Ich gehe grundsätzlich selten an solche Anlässe.

Etwas anderes.

Das ZFF selbst hält sich mit Schlussfolgerungen zurück. Ob tatsächlich eine gezielte Aktion hinter den ungenutzten Reservationen stecke, könne man derzeit nicht beurteilen.

In Basel blieb Thunberg still

Während Thunberg in Zürich selbst das Wort ergriff, war das bei einem früheren Auftritt in der Schweiz anders. 2023 nahm sie an einer Klimakundgebung in Basel mit rund 500 Teilnehmenden teil.

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Thunberg blieb damals im Hintergrund. Wie 20 Minuten berichtete, hielt sie weder eine Rede noch gab sie Interviews. Stattdessen überliess sie Aktivistinnen und Aktivisten aus verschiedenen Ländern die Bühne.

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Jasmin Steiger

Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.

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