Stand: 28.07.2026, 13:45 Uhr
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Die Schließung der Lungenfachklinik Löwenstein ist besiegelt. Die Stadt sorgt sich langfristig um die medizinische Versorgung, schöpft aber auch Hoffnung aus dem Engagement der Bürger.
Löwenstein – Ende Mai wurde bekannt, dass eine weitere spezialisierte Klinik in Deutschland vor dem Aus steht. Konkret hatte der Aufsichtsrat der SLK-Kliniken Heilbronn GmbH vorgeschlagen, die Lungenfachklinik in Löwenstein (Landkreis Heilbronn, Baden-Württemberg) zu schließen. Als Grund wurde angegeben, dass die Einrichtung mit rund 500 Mitarbeitern nicht mehr tragfähig sei. Dagegen regte sich massiver Widerstand und die Stadt Löwenstein rief das Projekt „Zukunft Klinik Löwenstein“ ins Leben. Wie am 27. Juli bekannt wurde, waren die Bemühungen aber offenbar vergeblich.
Wie die Heilbronner Stimme berichtet, hat sich die Mehrheit der Kreisräte und auch der Heilbronner Stadträte für eine Neuaufstellung der SLK-Kliniken und damit für eine Schließung der Lungenfachklinik Löwenstein ausgesprochen. Die dortigen Fachbereiche sollen demnach nach Heilbronn und Bad Friedrichshall (Kreis Heilbronn) verlagert werden. „Wir gehen davon aus, dass die medizinische Versorgung nicht kurzfristig, aber ab 2028/2029 deutlich schlechter wird“, betonte Jürgen Loga, der Initiator des Projektes „Zukunft Klinik Löwenstein“, auf IPPEN.MEDIA-Anfrage.
Schließung der Klinik Löwenstein besiegelt: Stadt blickt mit Sorge auf langfristige Folgen
Unmittelbar nach der Entscheidung veröffentlichte die Stadt Löwenstein eine Pressemitteilung zur Causa. „Mit der heutigen Entscheidung zur Schließung der Klinik Löwenstein endet ein bedeutendes Kapitel der Gesundheitsversorgung und wirtschaftlichen Stabilität unserer Region“, wird Bürgermeister Harald Koppenhöfer darin zitiert. Die Stadt nehme die Entscheidung mit großem Bedauern zur Kenntnis, werde sie aber „selbstverständlich respektieren“. Mit dem bekannten Marienhospital in Stuttgart kämpft aktuell auch ein weiteres hochspezialisiertes Krankenhaus im Insolvenzverfahren um seine Zukunft.
| Name | SLK-Kliniken Heilbronn GmbH |
|---|---|
| Gründung | 1. Januar 2001 |
| Sitz | Heilbronn, Baden-Württemberg |
| Betten | rund 1.600 |
| Mitarbeiter | rund 5.800 |
| Standorte (Akutkrankenhäuser) | Klinikum am Gesundbrunnen, Heilbronn |
| Klinikum am Plattenwald, Bad Friedrichshall | |
| Fachklinik Löwenstein, Löwenstein |
Die Stadt Löwenstein muss sich nun mit den Auswirkungen der Klinikschließung auseinandersetzen. „Mit Sorge blickt die Stadt nun auf die langfristigen Folgen“, erklärt Koppenhöfer. „Die Schließung des größten Arbeitgebers der Region wird erhebliche Auswirkungen auf die medizinische Versorgung durch die Fachklinik, die Kaufkraft und die Attraktivität des ländlichen Raums haben.“ Geplant ist die Schließung für das Jahr 2029. Zeitgleich soll nach den Aussagen des Landrats und des SLK-Geschäftsführers eine Nachfolgelösung für das Klinikgelände bestehen.

„Bemerkenswerter Disziplin, Respekt und persönlichem Einsatz“: Bürger kämpften um Erhalt der Klinik
Obwohl die Bemühungen des Projekts „Zukunft Klinik Löwenstein“ und der Löwensteiner Bürger letztlich nicht erfolgreich waren, waren sie nach Aussage des Bürgermeisters nicht vergeblich. „Tausende Menschen haben sich mit bemerkenswerter Disziplin, Respekt und persönlichem Einsatz eingebracht. Dieses außergewöhnliche bürgerschaftliche Engagement hat dazu beigetragen, zahlreiche Zahlen, Daten und Fakten überhaupt erst sichtbar zu machen“, führt Koppenhöfer aus, der explizit den Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Expertenteam unter Leitung von Jürgen Loga für ihren Einsatz dankt.
Ein Satz am Ende der Pressemitteilung der Stadt Löwenstein zeigt noch einmal, welchen Einfluss die Entscheidung der SLK-Kliniken auf die Stadt hat. „Wir werden diesen Meilenstein und die entscheidende Sitzung in unserem Stadtarchiv für die Nachwelt dokumentieren, damit noch in 100 Jahren unsere Nachfahren verstehen können, was in diesen Tagen aus welchem Grund geschehen ist“, heißt es dort. (Verwendete Quellen: Mitteilung der Stadt Löwenstein vom 27. Juli, stimme.de, eigene Recherche)